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Rallye W4 2018

Klassensieg für Fojtik und Polehnia

Neben der Spur und doch auf dem richtigen Weg: Andreas Fojtik holte in seinem Saab 96 V4 den Histo-Klassensieg beim Rallye-W4-Debüt.

Fotos: Christa Feichtner

Fortwährend neben der Spur und dennoch auf dem richtigen Weg waren Andreas Fojtik und Thomas Polehnia während ihres Rallyetrips durch das östliche Waldviertel: Bautechnisch bedingt passte ihr altertümlicher Saab 96 V4 so überhaupt nicht in die "Fußstapfen" seiner ausnahmslos jüngeren Artgenossen. Mit einem Sieg bei den Historischen hielt sich das Team mit dem "Schwedenbomber" dennoch bravourös.

Der Saab 96 gehört zu den geschichtsträchtigsten Rallyefahrzeugen. Immerhin hat dieser Wagen – mit unterschiedlichen Motorisierungen und Fahrerbesetzungen – den Profirallyesport über zwei Jahrzehnte lang entscheidend mitgeprägt. Außerhalb seines Geburtslandes Schweden sieht man den höchst originell gestylten Oldie nur noch sehr selten im Rallyeeinsatz. Andreas Fojtik hat sich mit dem Erwerb eines Saab 96 zu eben diesen Zwecke einen Jungentraum erfüllt. Konsequenterweise hegt er die rasante Tradition der einst legendären Marke mit großer Leidenschaft.

Dies merkte man bei der Rallye W4 sehr deutlich: Die 20. Gesamtzeit auf der ersten Prüfung, der MJP Arena Fuglau am frühen Freitagabend, war eine ordentliche Galavorstellung für den über ein halbes Jahrhundert alten Tiefflieger. Als es des Samstagmorgens auf die klassischen Strecken der früheren Waldviertel-Rallye ging, mussten sich Andreas Fojtik und sein Co-Pilot Thomas Polehnia erst wieder gegenseitig aufeinander einstellen, ehe das Timing der Ansage aus dem Streckenschrieb wieder perfekt passte. Immerhin waren sie seit März 2016 (Schneerosen-Rallye) keine derartige Veranstaltung mehr gefahren. Mit fortlaufender Übung aber lief bald wieder Alles wie früher, und auch diverse Tücken wie ein verbogener Querlenker und ein in der Folge schiefstehendes Lenkrad – der Folgeschaden eines Steines, der sich am Morgen in den Weg gestellt hatte – oder ein ausgefallener Anlasser konnten mit etwas Improvisationstalent überwunden werden.

Die allergrößte Herausforderung aber lag darin, dass der Saab 96, der baulich eher hoch und schmal ausgelegt ist und demnach auch eine vergleichsweise geringe Spurbreite aufweist, sich immer auf zumindest einem Räderpaar deutlich neben jener Spur befand, die die anderen, zumeist deutlich breiteren Rallyewagen ausgegraben hatten. Andreas Fojtik konnte sich daher fahrstilmäßig nicht ganz so sehr "spielen", wie es dem Handling seines Fahrzeuges angemessen wäre. Mit ein wenig Einsatz gab es mit der "Kutsche" dennoch viel Action, und tempomäßig reichte es zumindest aus, um sich am Ende als erfolgreichstes Team der Klasse 6.2 (Historische) sowie auf dem 17. Gesamtrang zu platzieren. Nebenbei gab es auf der Finalprüfung auch noch eine 15. Gesamtzeit.

Für gute Stimmung war somit gesorgt, zumal auch die Zielankunft nach einigen Ausfällen bei den vorangegangenen Rallyes ein großer persönlicher Gewinn für Andreas Fojtik, Thomas Polehnia und das gesamte Team war. Dass man bei einer Neuauflage der Rallye W4 gerne wieder dabei sein will, versteht sich von selbst. Letztlich gilt ein besonderer Dank dem leider ausgefallenen Christian Schuberth-Mrlik, der die Rallye W4 geplant und organisiert hat, sowie den leitenden Funktionären Peter Müller und Johann Bauer, die für einen perfekten Ablauf Sorge trugen.

Für die Hobbyfahrerhaudegen Andreas Fojtik und Thomas Polehnia, wie ihr Wagen zwei unverwüstliche Originale, steht zweifelsfrei fest: "Wir kommen wieder. Schotter bevorzugt!"

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