RALLYE

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Wie geht’s, Doktor?

Unfreiwillig war das Fernbleiben von Dr. Christian Nitsche und Stefan Langthaler von der Althofen-Rallye, eine wichtige Dienstreise.

Was natürlich vor allem insoferne schade ist, als in Althofen eventuell noch Chancen auf einen Gesamtsieg bei einem „reinrassigen“ Challenge-Lauf bestanden hätten, und das wäre natürlich ein einmaliges Erfolgserlebnis gewesen (Dr. Christian Nitsche hat zwar bereits einmal gewonnen, aber das war in der ARC-Wertung der OMV-Waldviertel-Rallye, also einer kombinierten ÖRM/ARC-Veranstaltung, was natürlich niemals so viel Aufmerksamkeit bringt, als wenn man der absolute Gesamt-Sieger einer Rallye ist).

Bei der Mühlviertel-Rallye sieht es schon wieder ganz anders aus als zuletzt in Kärnten, denn als etwas „ältere“ ARC-Veranstaltung zieht sie um einiges mehr an Teilnehmern an, und es läßt sich nicht vermeiden, dass einige extreme Spitzenfahrer darunter sind, wie man sie auch in der österreichischen Rallye-Meisterschaft gelegentlich findet. Bestes Beispiel hierfür ist Hermann Gassner, der nach einem Jahr Unterbrechung wieder einmal einen Gaststart in Perg unternimmt, natürlich mit einem Mitsubishi der neuesten Generation. Einige andere sind in erster Linie motiviert, sich der Kampfansage aus Bayern entgegenzustemmen, allen voran Ernst Haneder und die Schlager-Bande Franz Sonnleitner und Alexander Tazreiter. Unter anderem versucht es auch noch ein zweiter Gaststarter aus Deutschland, Jürgen Geist, der in das Mitsubishi-Konzert mit alternativer Stimmlage in Form von BMW-Sechszylinder-Sound eindringen will. Na ja, und bei einer Asphalt-Rallye hat vielleicht auch er gute Chancen (kein Vierradantrieb).

Keine sehr einfache Ausgangslage also für Dr. Christian Nitsche, der sich von all dem aber sicher nicht frustrieren lassen wird, es geht ja immer noch in erster Linie um das Erlebnis Geschwindigkeit und die Freude am Konkurrieren. Apro pos Konkurrieren: Dr. Christian Nitsche und Stefan Langthaler haben maximale Attacke geschworen, diesmal schon von Anfang an. Auf diese Weise lassen sich vielleicht diesmal auch die momentanen ARC-Spitzenreiter Sascha Plöderl und Markus Huber besiegen (in Sachen Speed ist Letzterer eindeutig ein solcher), und das ist nach wie vor die Hauptmotivation der derzeitigen Fahrerbesetzung des Holzmüller-Rallyeteams. Das kann zwar mit seinem Mitsubishi Lancer Evo V nicht punkten, aber irgendein Ziel muss man sich schließlich setzen. Denn der Gassner und die anderen, die sind zu stark, eindeutig.

Was die Devise „voller Angriff“ in der Praxis bewirken wird, steht demnach in den Sternen. Ein paar Faktoren sprechen dennoch für eine erfolgreiche Rallye: Einer davon ist klarerweise die Zuverlässigkeit und – soweit es das Baujahr zuläßt – auch Schnelligkeit des Mitsubishi von Johann Holzmüller. Bemerkbar machen wird sich sicher auch die Streckenkenntnis des Fahrers, der bereits im vergangenen Jahr mit dem noch älteren Subaru eine ganz großartige, wenn auch turbulente Rallye („Wo ist denn jetzt die Bremse hingekommen....?“) hingelegt hatte. Es war eine kurzzeitige Wiederaufnahme der Paarung mit Marion Voll, der Erfolgszug von Dr. Christian Nitsche war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aufzuhalten. Platz Acht in der Gesamtwertung deutete eine sehr hoffnungsvolle Zukunft an – vielleicht geht es heuer noch besser.

Ja, und auch über Stefan Langthaler braucht man nicht sehr viele Worte zu verlieren: Ein Profi bei allem, was er tut, vor allem als Beifahrer. Die ideale Ergänzung für Dr. Christian Nitsche, das haben schon die bisherigen gemeinsamen Rallyes gezeigt. Dass die Mühlviertel-Rallye zu einem Saisonhöhepunkt werden könnte, ist in jedem Fall sehr wahrscheinlich.

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