RALLYE

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Völlig von der Rolle

Die Erwartungen, mit denen Wilfried Ohrfandl und Manuel Schalko in die Triestingtal-Rallye 2007 gingen, waren durchaus berechtigt.

Nach dem hervorragenden Rennverlauf des vergangenen Jahres, wo sie ihre Klasse überlegen angeführt hatten, solange der Motor keine Schwierigkeiten gemacht hatte, hätte diesmal ein Sieg in der Gruppe A bis 2000 cm³ in Aussicht stehen müssen. Das umso mehr, als das Peugeot Kitcar von Philipp und Stefan Manhart noch nicht startklar war und Wolfgang Schmollngruber, ein anderer der großen Favoriten, noch damit beschäftigt sein würde, sich an das Fahrverhalten seines Renault Mégane zu gewöhnen. Und Stefan Reininger ist zwar unverändert sehr schnell, aber hier stünden die Chancen wohl sehr gut, am Ende als Sieger dazustehen.

Diese einfache Rechnung wurde leider durch die Technik für nichtig erklärt, und noch dazu war es ein relativ einfaches Teil der Technik – aber nichtsdestoweniger ein sehr wichtiges: Der Keilriemen, obwohl erst vor kurzem eingebaut, hielt schon auf der ersten Prüfung den zerrenden Kräften nicht mehr stand und riß ab. Stefan Reininger im zweiten Opel Astra war nun in Führung, Wolfgang Schmollngruber jedoch hinter Ohrfandl (trotz dessen Problems), und als Zweiter in der Klasse will man natürlich noch nicht so schnell aufgeben.

Es wurde versucht, den Keilriemen mittels eines Kabelbinders vorübergehend zu ersetzen, was nicht so recht funktionieren wollte, und so quälten sich Wilfried Ohrfandl und Manuel Schalko auch über die zweite Prüfung Kleinfeld. Noch war alles möglich, waren sie hier doch schneller als der zuvor so dominante Stefan Reininger. Doch es hing alles an der Frage, ob rechtzeitig ein neuer Keilriemen angebracht werden könnte. Leider nein – es wurde, bedingt durch die Reparatur, um 23 Minuten zu spät gestempelt, und das bedeutete das Ende.

Riesengroß war verständlicherweise die Enttäuschung, die Wilfried Ohrfandl mit den Worten „I foahr da nie wieder her“ kommentierte. Was natürlich sehr schade wäre, denn auch in diesem Jahr wäre auf den anspruchsvollen Schotterprüfungen für das Waldviertler Opel-Team ein sehr gutes Ergebnis möglich gewesen. Und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Aber da darf es natürlich nicht zu einem solchen Zwischenfall kommen.

Wie es aussieht, hat es die Triestingtal-Rallye auf die Fahrer des MSV Litschau besonders abgesehen, am besten ist noch Porsche-Mann Joe Baier als Dritter bei den Historischen weggekommen. Wilfried Ohrfandl, der ein weiteres Mal ergebnislos von Weißenbach heimfuhr, muß nach vorne blicken, aber auch im vergangenen Jahr hatte sich bei den Rallyes danach einiges zum Besseren gewendet. Und da er bei der Triestingtal-Rallye nur auf zwei Prüfungen zum Fahren gekommen ist, wurde das Auto nicht so lange den Einwirkungen durch die brutalen Schotterstrecken ausgesetzt, als wenn er länger dabeigewesen wäre. Ein paar Vorteile hat der frühe Ausfall also auch.

Es wird somit bei der Eurostroj-Tisnov-Rallye am 9. Juni zur nächsten Auseinandersetzung im Rahmen der Austrian Rallye Challenge kommen, wo dann wahrscheinlich auch schon Philipp und Stefan Manhart ihr Peugeot 306 Kitcar laufen lassen werden. Noch ist es leicht möglich, daß es zu einem ähnlich triumphalen ARC-Durchmarsch wie im vergangenen Jahr kommen könnte. Denn das war möglicherweise erst der Anfang.

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