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ERC: Korsika-Rallye

Spannender Kampf um den Sieg

Spannender Spitzenkampf, Bouffier führt rund zehn Sekunden vor Kopecky. Andi Aigner führt als Gesamt-Achter souverän im Production Cup.

Michael Noir Trawniczek

Schon vor dem Start der zweiten Etappe der Korsika-Rallye gab das Team von Robert Kubica bekannt, dass der Pole nach seinem Motorproblem vom Vortag die Rallye nicht mehr fortsetzen wird.

ERC-Leader Jan Kopecky startete am Samstagmorgen als Führender in die zweite Etappe, doch sein Vorsprung auf den Franzosen Bryan Bouffier betrug lediglich 3,6 Sekunden.

Das Wetter blieb auch am zweiten Tag unberechenbar – die 16,8km lange SP 7 „Carbuccia – Tavera“ war entsprechend rutschig und Bouffier war noch lange nicht bereit, aufzugeben. Die Attacke zahlte sich aus: Bestzeit für Bouffier, dafür haderte Kopecky mit einem massiven Untersteuern. Der Skoda-Werkspilot berichtete „Wir sind viel herumgerutscht, dann verlor ich das Vertrauen.“ Nicht nur das Vertrauen, sondern auch rund 15 Sekunden und damit auch die Führung an Bryan Bouffier.

Aber auch Mini-Pilot Stephane Sarrazin gab noch einmal kräftig Gas. Der frühere Formel 1-Pilot und ausgesprochene Asphalt- und Korsika-Spezialist markierte auf SP 7 die zweitschnellste Zeit. Zugleich verlor Craig Breen rund 38 Sekunden, als er sich an einem Brückengeländer das Heck seines Peugeot 207 S2000 beschädigte. Die Folge: Sarrazin rückte vor auf Platz drei, Breen rutschte ab auf Platz vier.

Mit einer weiteren Bestzeit auf der 26,7 km langen SP 8 „Sarrola – Liamone“ konnte Bouffier seinen Vorsprung auf 19,5 Sekunden ausbauen, Breen zoomte sich mit der zweitschnellsten Zeit bis auf 3,4 Sekunden an Sarrazin heran.

Auf der 22,5 km langen SP 9 „Marato - Acqua Doria“ legte sich dann noch einmal Jan Kopecky kräftig ins Zeug – mit einer klaren Bestzeit konnte er dem zweitschnellsten Bouffier 8,8 Sekunden abknöpfen, sodass der Skoda-Pilot nur noch 10,7 Sekunden Rückstand auf den führenden Franzosen aufweist. Der Kampf um den Sieg bleibt also spannend, denn noch sind zwei Sonderprüfungen über insgesamt rund 42 Wertungskilometer zu fahren…

Spannend bleibt auch der Kampf um Platz drei: Craig Breen konnte auf SP 9 mit der drittschnellsten Zeit Platz drei zurückerobern, doch Sarrazin liegt nur sechs Zehntelsekunden hinter ihm…

Mehr als eine Minute hinter Sarrazin belegt Francois Delecour den fünften Platz, gefolgt von Julien Maurin auf Platz sechs. Der bis zur achten Prüfung auf Platz sieben gelegene Jean Marc Manzagol musste auf SP 9 mit einem Technikproblem aufgeben, Platz sieben belegt nun mit Jean Mathieu Leandri ein weiterer französischer Lokalmatador.

Aigner souverän

Durch den Ausfall von Manzagol rückten Andi Aigner und sein Beifahrer Jürgen Heigl im Stohl Racing Subaru Impreza WRX STI R4 auf den grandiosen achten Gesamtrang vor – Aigner konnte an diesem Samstagvormittag einmal mehr sein großes Können demonstrieren und die Führung im Production Cup souverän verteidigen und dabei seinen Vorsprung sukzessive vergrößern.

Auf SP 7 glänzte Aigner mit der sechstschnellsten Gesamtzeit, auf den weiteren Prüfungen belegte er jedes Mal Platz acht - jeweils deutlich schneller als sein Gegner im Kampf um den Production Cup, Germain Bonnefis im werksseitig eingesetzten Renault Megane RS, der nun schon 54,3 Sekunden Rückstand auf den Österreicher ausweist.

Entsprechend zufrieden klang Aigner im Ziel der SP 8: „Wir sind glücklich mit dem heutigen Tag, es läuft alles bestens.“ Platz drei im Production Cup belegt weiterhin Tabellenleader Jaroslav Orsak im Mitsubishi Lancer Evo IX R4, allerdings hat er bereits mehr als fünf Minuten Rückstand auf Aigner eingebüßt.

Grund zur Freude liefert auch der zweite Stohl Racing-Pilot, Daniel Oliveira im Ford Fiesta RRC. Der Brasilianer konnte zweimal die zehntschnellste Zeit markieren und belegt auch im Gesamtklassement Platz zehn. Sollte er diese Platzierung auch am Ende der Rallye innehaben, hätte er sein Ziel, einen Platz in den Top 10, erreicht…

Noch sind zwei Sonderprüfungen zu absolvieren: Um 16.40 Uhr wird die 16,8 km lange SP „Carbuccia – Tavera“ ein zweites Mal in Angriff genommen, um 18.06 Uhr steht der zweite Durchlauf der 26,7 km langen SP „Sarrola – Liamone“ als letzte von insgesamt elf Sonderprüfungen auf dem Programm.

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