RALLYE

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Hitzeschlacht in der Türkei

Heiß, staubig, relativ schnell, erbarmungslos zu Fahrern, Fahrzeugen und Reifen: Die Türkei-Rallye ist der fünfte Schotter-WM-Lauf in Folge.

Startort der Veranstaltung ist Antalya, die Rallye führt über insgesamt 17 Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 383,33 Kilometer, der Zieleinlauf erfolgt in Kemer. Im Vorjahr gewannen Carlos Sainz und Citroën das WM-Debüt der anatolischen Rallye.

Steinklumpen so groß wie Fußbälle, heimtückische Felsen am Wegesrand und eine hochsommerliche Hitze, die Fahrer und Technik gleichsam zum Glühen bringen: Die Rallye Türkei – siebter von 16 Läufen zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft – ist eine materialmordende Tortour für alle Beteiligten.

Mit zu erwartenden Außentemperaturen von über 35 Grad Celsius steht insbesondere den Piloten und Copiloten wieder eine extreme physische Herausforderung bevor: In den Cockpits der World Rallye Cars klettert die Quecksilbersäule dann schnell auf Werte um 70 Grad Celsius.

Einziger Trost: Anders als auf Zypern – wo Citroën-Nachwuchsstar Sebastien Loeb gewann – geht es auf den türkischen Sonderprüfungen etwas flotter zu. Und dies bedeutet für die Insassen: Mehr Kühlluft dringt in den Innenraum, und die einzelnen Sonderprüfungen dauern angesichts höherer Durchschnittsgeschwindigkeiten weniger lange.

Eine „Qual der Wahl“, was die Reifen betrifft

Schon vier Wochen vor Beginn der WM-Rallye in der Türkei – wo, da außerhalb des europäischen Kontinents gelegen, nicht getestet werden darf – mussten sich die Teams verbindlich auf die beiden Reifen-Profile festlegen, die sie jeweils einsetzen wollen.

Eine Woche vor Beginn dieses Events wurden dann jene 80 per BAR-Code registrierten Pneus pro Teilnehmer nominiert, die während des siebten Saisonlaufs zur Verfügung stehen und von denen letztendlich nur 40 wirklich aufgezogen werden dürfen. Dies schränkt die Bandbreite differierender Mischungen erheblich ein.

Während die Sonderprüfungen 9 und 11 mit jeweils 36,10 Kilometern die beiden längsten der diesjährigen Rallye Türkei sind, steht die noch größere Härteprüfung gleich zu Beginn des Freitags bevor: Die SP 2 und 3 erstrecken sich in der Addition über eine Distanz von 63,22 Kilometern – und müssen mit einem Satz Pneus bewältigt werden.

Die Rallye aus der Sicht von Michelin

Die Rolle des Hoffnungsträgers übernimmt für die Reifenentwickler aus Clermont-Ferrand sicherlich der neue Michelin TDE-Pneu, der beim vergangenen WM-Lauf in Griechenland sein Debüt gab. Dort jedoch konnte dieser Schotter-Spezialist – der sich speziell für besonders hohe Außentemperaturen und extrem verschleißfördernde Straßenkonditionen empfiehlt – seine Stärken nicht ausspielen.

Die Akropolis überraschte nicht nur mit viel kühleren Außentemperaturen als erwartet, sondern sogar mit Regen und entsprechend feuchten, teilweise sogar schlammigen Pisten. Bedingungen, unter denen der bewährte Michelin „Z“ bevorzugt zum Einsatz kam, der sich besser für tiefe Untergründe eignet.

„Der TDE wird seine Qualitäten in der Türkei unter Beweis stellen“, ist sich Aime Chatard sicher, der Rallye-WM-Projektleiter von Michelin. „Für uns ist es nicht einfach, einen neuen Rallye-Pneu während der laufenden Saison einzuführen, denn es ergeben sich zu wenig Gelegenheiten, das neue Produkt durch ausführliche Probeläufe bis ins letzte Detail abzustimmen. So bleibt uns nur der Wettbewerb als Test.“

Statistisches

Rallye Türkei, 7. Lauf zur Rallye-WM 2004 (24. bis 27. Juni 2004)
Startort: Antalya
Zielort: Kemer
Gesamtlänge: 1.236,44 Kilometer
17 Sonderprüfungen über 383,33 Kilometer
längste WP: 36,10 Kilometer (WP 9/11 Kumluca 1 und 2)
größte WP-Distanz von Service-Punkt zu Service-Punkt: 63,22 Kilometer (WP 2 und 3)
Anzahl der möglichen Reifenwechsel: 9

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