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WRC: Spanien-Rallye

WM-Titel mit Beigeschmack

Sebstien Ogier gewinnt die Spanien-Rallye vor Jari-Matti Latvala und kann somit seinen Weltmeistertitel erfolgreich verteidigen.

Michael Hintermayer
Fotos: VW Motorsport/Photo4

Die Rallye-Weltmeisterschaft 2014 ist entschieden: Sebastien Ogier und Julien Ingrassa gewinnen die Spanien-Rallye und sichern sich damit zum zweiten Mal in Folge den Rallye-Weltmeistertitel. Wir gratulieren! „Es war ein fantastisches Wochenende voller Emotionen, aber auch sehr anstrengend", jubelt der nun zweimalige Weltmeister. „Ich bin so glücklich, das Auto war fantastisch. Großes Dankeschön an Volkswagen."

Ein fader Beigeschmack bleibt nach den Aussagen des VW-Teamchefs Jost Capito. Er drohte gestern mit dem Ausstieg aus der Rallye-WM, weil er mit seiner Idee eines Shoot-Out bei der FIA auf Ablehnung stieß. Diese versuchte Erpressung legt sich wie ein Schatten über den sicherlich verdienten Titelgewinn von Ogier.

Zweiter in Spanien wurde sein Teamkollege Jari-Matti Latvala. Er konnte seine verbliebenen Chancen auf den WM-Titel nicht nutzen und beendet die Rallye mit einem Rückstand von 11,3 Sekunden auf Ogier. Der Finne, der sich den Rückstand am Freitag auf Schotter eingefangen hatte, blies am Schlusstag zwar noch einmal zum Angriff und gewann die letzten vier Sonderprüfungen, fing seinen Teamkollegen aber nicht mehr ab und muss sich mit Platz zwei in der Rallye und der WM zufriedengeben. „Ich habe noch einmal alles gegeben, aber am Ende war es nicht genug. Nächstes Jahr werde ich 30, vielleicht bin ich dann auf dem gleichen Level", so Latvala im Ziel.

Der letzte Podiumsplatz geht diesmal an Mikko Hirvonen. Vor allem auf dem von ihm eigentlich ungeliebten Asphalt zeigte der M-Sport-Pilot eine starke Leistung und fuhr als Dritter zum ersten Mal seit der Portugal-Rallye wieder auf das Podium. „Es fühlt sich gut an. Es ist lange her, dass wir auf dem Podium standen", sagt er. „Endlich wieder ein gutes Resultat, das ist großartig für das gesamte Team."

Zufrieden war auch Mads Östberg (Citroen) mit Platz vier. Wie Hirvonen haderte auch der Norweger bei der einzigen WRC-Rallye, die auf unterschiedlichen Untergründen gefahren wird, vor allem mit seiner Leistung auf Schotter. „Das war ein sehr gutes Wochenende. Wir hatten auf Schotter ein paar Probleme, dafür war es von einigen Ausnahmen abgesehen auf Asphalt recht gut.“

Mit Platz fünf war der spanische Lokalmatador Dani Sordo (Hyundai) nicht restlos zufrieden. „Ich habe wirklich, wirklich Druck gemacht. Ich habe mein Bestes gegeben, aber es war nicht gut genug", meint der Spanier. „Wir müssen weitere Fortschritte machen, wenn wir mit diesem Auto gewinnen wollen. Für den Moment, müssen wir damit zufrieden sein."

Mikkelsen schenkt Platz sechs her

Spannend war bis zum Schluss der Kampf um Platz sechs zwischen Thierry Neuville (Hyundai) und Andreas Mikkelsen im dritten Polo WRC. Auf der Strecke entschied der Norweger das Duell für sich, allerdings leistete sich der Volkswagen-Pilot vor der Powerstage einen Zeitfehler. Mikkelsen checkte eine Minute zu spät ein und kassierte damit eine Strafzeit von zehn Sekunden, die ihn letztlich Platz sechs kosteten sollte.

„Es gab keinen Grund dafür. Manchmal mache ich Fehler, manchmal Ola (Floene, Beifahrer; Anm. der Redaktion). Jeder kann Fehler machen, das ist menschlich", zuckt Mikkelsen im Ziel mit den Schultern. „Ich weiß nicht, warum er zu spät eingechekt hat", wundert sich Neuville. „Das hat mich am Anfang etwas verwirrt. Der sechste Platz ist eine tolle Belohnung für das Team, das hier tolle Arbeit geleistet hat. Jetzt müssen wir weiter am Auto und an der Balance arbeiten."

Der Privatier Martin Prokop (Ford), Hayden Paddon (Hyundai) und Nassar Al-Attiyah (Ford Fiesta) komplettieren die Top-Ten. Al-Attiyah gewinnt somit auch die WRC2. Ken Block (Ford) beendete die Rallye auf Gesamtrang zwölf. Robert Kubica, der am Samstag nach einem Unfall ausgeschieden war, ging heute unter Rally2 an den Start und kam ohne nennenswerte Überschläge auf Rang 17 ins Ziel.

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