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WRC: Katalonien-Rallye

Das große Abenteuer Rallye-WM

Gleich drei Teams entsendet Stengg Motorsport zur Weltmeisterschaftsrallye ins ferne Salou – selbst für Mastermind Willi Stengg wird die Spanien-Rallye die WM-Premiere sein. Thomas Mosburger/Jürgen Klinger sowie der jüngste Sohn der Rallye-Dynastie, Roland Stengg und Copilot Stefan Langthaler zünden ihre Opel Corsa OPC, Willi Stengg und Benedikt Hofmann geben dem Opel Adam R2 die Sporen. Es ist ein Abenteuer, eine Reise ins Ungewisse – allein am Freitag warten 120 Schotterkilometer ohne jedes Service…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Harald Illmer, Stengg Motorsport

Langsam rückt es näher – das große Abenteuer, das in der rund 1.800 Kilometer entfernten spanischen Küstenstadt Salou seinen Anfang nehmen wird. Gleich drei österreichische Teams werden am kommenden Wochenende die zur Rallye-Weltmeisterschaft zählende Rally de Catalunya in Angriff nehmen – allesamt starten sie für Stengg Motorsport, für jeden einzelnen der sechs Fahrer und Beifahrer wird es die allererste WM-Rallye ihrer Karriere sein…

Sogar für den seit 1991 aktiven Ex-Staatsmeister Willi Stengg wird es die Premiere in der Weltmeisterschaft sein – auch der letzte internationale Rallye-Einsatz liegt bereits ein paar Jährchen zurück: 1999 startete der 46-jährige Steirer bei der zur Europameisterschaft zählenden Rally Saturnus, die er 1995 und 1996 sogar gewinnen konnte.

„Ein Riesen-Happening“

Vom Gewinnen spricht der Sohn des legendären Willi Stengg senior, der als Veranstalter der Wechselland-Rallye immer noch vom Rallyevirus befallen ist, diesmal freilich nicht: Stengg sitzt mit seinem deutschen Copiloten Benedikt Hofmann in einem Opel Adam R2-Boliden und kämpft gegen rund 30 ambitionierte Jungpiloten im Feld der zweiradangetriebenen Fahrzeuge. Willi Stengg lacht: „Das wird ein reines Spaßabenteuer – es ist für uns alle die erste Weltmeisterschaftsrallye und für uns ist schon allein die Reise nach Spanien ein riesiges Happening, auf das wir uns schon so lange gefreut haben.“

Denn auch logistisch stellt der WM-Einsatz eine Herausforderung für Stengg Motorsport dar – insgesamt sind bei dem Einsatz der beiden Opel Corsa OPC von Thomas Mosburger/Jürgen Klinger sowie Roland Stengg/Stefan Langthaler und des Opel Adam R2 von Willi Stengg /Benedikt Hofmann rund 20 Personen im Einsatz, wie Stengg erläutert: „Je drei Mechaniker arbeiten an jedem Auto, dazu kommt ein Einsatzleiter, der das Ganze dirigieren wird. Zudem sind noch weitere Freunde von uns dabei – wir haben sogar einen eigenen kleinen Fanklub mit dabei.“ Und der muss sich nicht verstecken: Die bekannten Anbieter von Rallye-Abenteuerreisen, Rallytravels werden mit rund 60 österreichischen Fans nach Spanien reisen, für Zuspruch ist also gesorgt…

Willi Stengg: Fragezeichen Schotter – dann Top 10 der 2wd als Ziel

Im kompakten Opel Adam R2 musste sich Willi Stengg erst vor Kurzem akklimatisieren – mittlerweile ist er mit dem kleinen, rund 190 PS starken Fronttriebler vertraut, konnte damit bei der Rallye Weiz den Klassensieg einfahren.

Am Donnerstagabend wird der Weltmeisterschaftslauf mit einer spektakulären Superspecialprüfung in der spanischen Metropole Barcelona eingeläutet, am Freitag jedoch wird zum großen Teil auf losem Untergrund gefahren – rund 128 Wertungskilometer werden ohne jedes Service in Angriff genommen.

Für Willi Stengg wird es ein Sprung ins kalte Wasser: „Ich bin mit dem Opel Adam noch keinen Meter auf Schotter gefahren – wir alle werden den Freitag eher mit Vorsicht genießen, schließlich gibt es an diesem Tag kein Service.“

Samstag und Sonntag stehen dann reine Asphalt-Sonderprüfungen auf dem Programm – da möchte Stengg dann schon „schauen, wo man liegt“. Entschlossen fügt der Teamchef hinzu: „Mein Wunsch wäre es schon, dass wir es in die Top 10 der 2wd-Fahrzeuge schaffen, denn auf Asphalt lief es bislang nicht schlecht mit unserem Opel Adam R2“.

Roland Stengg: „Verdammt harte Konkurrenz“

Längst sitzt auch der nächste Sohn der Stengg-Dynastie im Rallyeboliden – im Vorjahr gab Roland Stengg sein Debüt im Opel Corsa OPC Rallye Cup, wo er zuletzt bei der Heimrallye im Wechselland den zweiten Platz erringen konnte. „Ein bisschen aufgeregt“ sei er schon, gibt Roland offen zu. Der 21-Jährige fiebert seiner im Vergleich zum Vater frühen WM-Premiere entgegen und hat bereits die Nennliste studiert: „Es ist in unserer Klasse ein verdammt starkes Feld am Start, natürlich freue ich mich darauf, mich mit internationalen Fahrern vergleichen zu dürfen. Sehr stark schätze ich beispielsweise Max Vatanen ein, den Sohn des legendären Ari Vatanen. Auch der Brite Tom Cave ist ein sehr starker Pilot.“

Wie auch Vater Willi Stengg wird es Roland auf Schotter eher „gemächlich“ angehen: „Ich bin erst eine Schotterrallye gefahren und im Schneebergland lief es nicht wirklich optimal – daher werde ich am Freitag ebenfalls darauf achten, dass wir durchkommen. Für mich ist die gesamte Reise ein riesengroßes Abenteuer, ich kann es gar nicht mehr erwarten, dass wir endlich losfahren.“

Mosburger: „Nur einmal im Leben“

Thomas Mosburger gab im Jahr 2012 ein Gastspiel im Opel Corsa OPC Rallye Cup, im Jahr darauf fuhr er bereits sechs Rallyes, seit dem Vorjahr ist er quasi „Vollzeit-Cup-Pilot“. Er sei „aufgeregt, aber im positiven Sinn“, sagt der 37-jährige „Rallye-Spätzünder“. Voller Begeisterung erzählt er: „Für uns alle ist die Spanien-Rallye ein riesengroßes Abenteuer – es ist eines jener Abenteuer, das man wahrscheinlich nur einmal im Leben bestreitet.“

Aus diesem Grund lässt es sich auch seine Familie nicht entgehen, dieses Abenteuer aus nächster Nähe mit zu erleben. Mosburger lacht: „Das stimmt. Meine Eltern kommen sogar mit ihrem Wohnmobil und werden gleich beim Servicepark in Salou ihre Zelte aufschlagen und für unser leibliches Wohl sorgen – es versteht sich von selbst, dass wir dort dann auch gemeinsam vor dem Griller sitzen werden. Und auch meine Lebensgefährtin wird einen Flieger nach Spanien nehmen.“

„Unbedingt über die Zielrampe“

Sportlich möchte Thomas Mosburger keine allzu großen Risiken auf sich nehmen – auch wenn nach einem Ausfall die Möglichkeit besteht, dank Rally2-Regel die Fahrt am nächsten Tag fortzusetzen: „Ich sage es wie es ist: Ich möchte auf jeden Fall am Sonntag über die Zielrampe in Salou fahren. Wir alle wollen diese Rallye meistern und wir alle wissen, dass es am Freitag 120 Schotterkilometer ohne Service zu absolvieren gibt - das ist so lang wie die gesamte Schneebergland-Rallye.“ Dass er mit Jürgen Klinger einen erfahrenen Copiloten an seiner Seite hat, ist für Thomas Mosburger ein großer Wert: „Ich habe einen super erfahrenen Beifahrer – das hilft ungemein und das merkt man bereits an seiner professionellen Vorbereitung. Für uns alle ist es ein großes, ein ungewisses Abenteuer. Keiner von uns kann wirklich abschätzen, was uns dort unten erwarten wird. Eines aber ist sicher: Es wird eine Erfahrung sein, die uns keiner mehr wegnehmen kann.“

So starten sie ins Abenteuer Spanien-Rallye

98 Roland Stengg (A)/Stefan Langthaler (A) - Opel Corsa OPC
99 Thomas Mosburger (A)/Jürgen Klinger (A) – Opel Corsa OPC
123 Wilhelm Stengg (A)/Benedikt Hofmann (D) – Opel Adam R2

Die Spanien-Abenteurer auf Facebook:

Willi Stengg
https://www.facebook.com/wilhelm.stengg?fref=ts

Benedikt Hofmann
https://www.facebook.com/benedikt.hofmann.94?fref=ts

Roland Stengg
https://www.facebook.com/roland.stengg.7?fref=ts

Stefan Langthaler
https://www.facebook.com/stefan.langthaler.5?fref=ts

Thomas Mosburger
https://www.facebook.com/thomas.mosburger.3?fref=ts

Jürgen Klinger
https://www.facebook.com/juergen.klinger.3?fref=ts
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