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WRC: Schweden-Rallye

Thierry Neuville gewinnt die Schweden-Rallye

Der Belgier dominierte mit seinem Hyundai i20 die Rallye von Beginn an und siegt vor Craig Breen und Andreas Mikkelsen.

Hyundai-Pilot Thierry Neuville hat die Schweden-Rallye 2018 gewonnen. Der Belgier hatte bei der einzigen Schnee-Rallye der Saison nach 19 Sonderprüfungen über insgesamt 314,51 Kilometer einen Vorsprung von 19,8 Sekunden auf Craig Breen (Citroen). Dritter wurde Andreas Mikkelsen (Hyundai, +28,3 Sekunden).

Die Vorjahressieger von Toyota konnten das Vorhaben, der Erfolg aus dem Jahr 2017 zu wiederholen, nicht in die Tat umsetzen. Bester Fahrer eines Yaris WRC war Esapekka Lappi auf Rang vier (+45,8 Sekunden). Sebastien Ogier (Ford) erlebte nach seinem Sieg zum Saisontauftakt eine extrem schwierige Rallye Schweden und gewann nach einem Taktikkniff lediglich vier Punkte in der Powerstage.

Neuville und Hyundai hingegen meldeten sich nach dem schwachen Saisonstart in Monte-Carlo mit einer starken Vorstellung in den tief verschneiten Wäldern rund um Torsby eindrucksvoll zurück. Obwohl Neuville am Freitag als Fünfter recht zeitig in die Sonderprüfungen starten musste, eroberte er schon bei der dritten Sonderprüfung die Führung und gab sie anschließend nicht mehr ab.

"Das war ein unglaubliches Wochenende für uns. Wir hatten nicht erwartet, dass wir hier so schnell sind. Aber dank eines schnellen Autos und eines guten Teams konnten wir um den Sieg kämpfen", sagt er. "Im vergangenen Jahr hätten wir es schon verdient gehabt", erinnert der Belgier auch an die Rallye Schweden 2016, als er in Führung liegend ausgeschieden war.

Im Kampf um den Sieg geschlagen, aber dennoch glücklich: Breen war über Platz zwei, sein bisher bestes Resultat in der WRC, mehr als zufrieden. Nach ordentlichem Auftakt hatte sich der Ire am Freitagnachmittag mit zwei Bestzeiten nach vorne gearbeitet und anschließend am Samstagvormittag Platz zwei übernommen. Am Samstagnachmittag konnte er dann nicht mehr mit Neuville mithalten, da er nur ein Ersatzrad mitgenommen und daher am Ende des Tages nicht mehr so viel Grip wie der Hyundai-Fahrer hatte, der zwei Reserveräder eingepackt hatte.

"Diesmal werde ich nicht weinen", sagt Breen im Ziel und spielte damit auf seine emotionale Reaktion nach seinem ersten WRC-Podium 2016 in Finnland an. "Es ist unglaublich, ich bin aus dem Häuschen. Das war ein wichtiges Wochenende für mich. Ich muss allen um mich herum danken. Das vergangenen Jahr war nicht einfach, aber die Jungs haben es hinbekommen."

Mit Rang drei war auch Mikkelsen durchaus zufrieden. Der Norweger hatte am Freitagabend noch auf dem zweiten Platz gelegen, war dann nach einem Fahrfehler am Samstag aber zurückgefallen und musste sich anschließend wieder nach vorne kämpfen. "Schön, am Ende auf dem Podium zu stehen - zum ersten Mal mit Hyundai", sagt er.

Umkämpft waren am Schlusstag die Ränge vier bis sechs. Letzteren hatte Lappi vor den letzten drei Sonderprüfungen noch belegt, doch mit Bestzeiten bei der vorletzten SP schob sich der junge Finne noch bis auf Platz vier nach vorne, womit er auch seinen Teamkollegen und Vorjahressieger Jari-Matti Latvala hinter sich. Paddon war bei der Powerstage von der Strecke gerutscht, würgte dabei den Motor seines Hyundai ab und verlor dadurch die entscheidenden Sekunden.

Obwohl er erst am Schlusstag auf Platz sechs zurückfiel, kann Östberg aber zufrieden auf die Rallye Schweden zurückblicken. Bei seinem ersten Start im Citroen C3 WRC fuhr der Norweger konstant gute Zeiten und hat sich damit für weitere Einsätze empfohlen. Für Kris Meeke im dritten Citroen endete die Rallye Schweden mit einer Enttäuschung. Der Brite war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, das Tempo der Schnellsten mitzugehen.

Am Samstagnachmittag musste er dann seinen C3 WRC zu allem Überfluss nach einem Einschlag in einen Schneewall mit Motorproblemen abstellen. Nach Meekes Abflug war es zu einer kuriosen Szene gekommen. Beim Versuch, den langsam fahrenden Meeke zu überholen, war Tänak mit dem Citroen des Briten kollidiert und rutschte daraufhin in eine Schneewall, was ihn gut eineinhalb Minuten kostetet. Doch auch zuvor hatte der Este, der am Freitag auf losem Schnee als Zweiter starten musste, schon einen gewaltigen Rückstand.

Am meisten litt unter seiner Startposition aber der amtierende Weltmeister Ogier, der am Freitag als erster Starter "Schneepflug spielen" musste und bei jeder Sonderprüfung viel Zeit verlor. Dadurch fiel er so weit zurück, dass er am Samstag als zweiter Fahrer auf die Strecke ging und weiter zurückfiel.

Am Ende sorgte Ogier dann für Verwirrung. Auf Rang zehn liegend, erschien er zunächst nicht zum Start der Powerstage. Erst mit Verspätung, nach allen WRC-Fahrern absolvierte Ogier die letzte WP. Durch die dafür fällig Strafe wird er zwar Gesamtrang zehn verlieren, allerdings fand er so bei der Powerstage deutlich bessere Bedingungen vor als bei seiner eigentlichen Startposition drei und sicherte sich letztlich mit der zweitschnellsten Zeit vier WM-Punkte.

Seine Teamkollegen bei M-Sport-Ford konnten die Probleme des Champions nicht kompensieren. Der junge Teemu Suninen kam nicht über Rang acht hinaus, Elfyn Evans gewann nach einem Reifenschaden am Freitag nur durch den Ausstieg von Ogier als Gesamtzehnter noch einen WM-Punkt.

Die WRC2 sah bei der Rallye Schweden ein spannendes Duell zwischen Toyota-Junior Takamoto Katsuta (Ford) und dem amtierenden WRC2-Champion Ponuts Tidemand. Mehrmals wechselte die Führung in der Klasse zwischen beiden Fahrern hin und her, am Ende hatte der Japaner die Nase um 4,5 Sekunden vorne. Dritter wurde Ole Christian Veiby (Skoda).

In der Fahrerwertung hat nach zwei von 13 Rallyes der Saison 2018 Neuville mit 41 Punkten die Führung übernommen. Zweiter ist Ogier 29 Punkten, Rang drei teilen sich Latvala und Lappui mit 23 Zählern.In der Herstellerwertung springt Hyundai mit 54 Punkten von Platz vier auf eins, gefolgt nun von Toyota mit 53, Citroen mit 46 und M-Sport-Ford mit 43 Punkten.

Auch einen heimischen Erfolg gibt es bei der Schweden-Rallye zu verzeichnen. Julius Tannert und sein österreichischer Copilot Jürgen Heigl konnten mit dem dritten Platz in der WRC3, beziehungsweise der JWRC einen Podiumsplatz verzeichnen und damit wichtige Punkte für die WM-Saison sammeln.

Weiter geht es mit der Rallye-WM in drei Wochen. Dann steht mit der Rallye Mexiko (8. bis 11. März die erste Schotter-Rallye der Saison auf dem Programm. Dabei gibt der neunmalige Weltmeister Sebastien Loeb nach über drei Jahren Pause für Citroen sein Comeback in der WRC.

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