CLASSIC

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Planai-Classic 2016

Stuck: „Die Kameradschaft war früher besser”

„Strietzl“ Stucks Mechaniker zögerte keine Sekunde um einen liegengebliebenen Porsche-Fahrer zu helfen.

Fabian Bonora
Foto: Photo Felzi

Große Gesten ereigneten sich gestern auf den Straßen im Raum Schladming/Dachstein, denn nicht nur die historischen Autos erinnerten an die frühere Zeit. Teamgeist und Kameradschaft werden bei der Planai-Classic groß geschrieben.

Christoph Wührmann und Ulf Dreier starten zum ersten Mal bei der Planai-Classic, wurden allerdings von einem Problem geplagt. Bereits kurz nach der technischen Abnahme verlor das Duo in der Nähe von Gröbming den Auspuff ihres Porsche 356 A. Doch damit nicht genug: „Am nächsten Tag ging es weiter. Wir fuhren die ersten zwei Prüfungen und exakt an der gleichen Stelle fällt uns wieder der Auspuff ab.”

Voller Zorn riss Wührmann den glühend heißen Auspuff ab und schleuderte ihn in die nebenliegende Wiese. Direkt hinter dem Porsche fuhr Hans Joachim Stuck mit seinem Servicefahrzeug im Schlepptau. Stucks Mechaniker Michael Winkler war sofort zur Stelle und half dem gestrandeten Porsche-Duo: „Ich sah nur einen parkenden Porsche und unten auf der Erde hat es chrom-schimmernd hell geleuchtet.”

Die Besatzung stapelte sodann Schnee auf den Auspuff um diesen abzukühlen. Winkler verfrachtete die ausgekühlte Abgasanlage in den Laderaum seines Transporters. „Auch wenn wir nur für ein Fahrzeug das Sevice machen, helfen wir trotzdem allen Teilnehmern! Das ist eine Sache der Fairness”, betont Servicemechaniker Winkler, der schon seit über fünf Jahren mit „Strietzel” zusammenarbeitet.

Doch die beiden Posche-Fahrer konnten sich gleich daraufhin revanchieren. „Als an Stucks Käfer der Tripmaster ausgefallen ist, hat er sich gleich an uns drangehängt und wir konnten ihn den Rest der Strecke mitnehmen”, erklärt Beifahrer Dreier. „Unter Oldtimer-Fahrern arbeitet man immer als Team, man weiß auch, dass jeder nicht immer ankommen kann. Sowas erlebt man aber auch nicht auf allen Rallyes”, erzählt Pilot Wührmann.

Stuck: "Hier kann noch jeder Autofahren"

Auf die Frage, ob es früher mehr Kameradschaft im Motorsport gab, antwortete die Rennlegende Stuck: „Du musst bedenken, wir sind heute in einer anderen Zeit. Wenn heute ein Konkurrent liegen bleibt, ist es meistens ein Elektronik-Problem und du kannst eh nichts machen. Andererseits muss man sagen, dass die Kameradschaft früher anders war, besser war!”

Für den ehemaligen Formel-1-Fahrer hat sich vor allem die Gesellschaft geändert: „Die haben heute voreinander weniger Respekt. Das fängt am Skilift an und geht bis in den Supermarkt. Für „Strietzel“ ist Hilfsbereitschaft eine wichtige Grundvoraussetzung - auch im normalen Straßenverkehr: „Ich habe meine Augen überall. Wenn ich sehe, dass bei einem die Bodenplatte weghängt oder einen platten Reifen hat, blink ich den an und sage ihm Bescheid – das muss man auch machen.“

News aus anderen Motorline-Channels:

Planai-Classic 2016

Weitere Artikel:

Oldtimertreffen in Ebersdorf

Gelungener Einstand an der Zaya

Etwa 60 historische Pkw versammelten sich am 13. Juni auf dem Sportplatz in Ebersdorf an der Zaya. Dazu kamen zahlreiche Traktoren und viele Zweirädrige mit Geschichte. Ein voller Erfolg für die Veranstalter mit insgesamt etwa 200 Fahrzeugen. Samt Kurzvideo!

Starter, Elektrik, Vergaser im Fokus

Auf zum Schrauberseminar!

Oldtimer-Spezialist Dieter Serglhuber lädt zum Oldtimer–Spezialseminar. An fünf Samstagen werden Klassik-Spezialthemen in Theorie und Praxis erklärt.

Den Wahnsinn im Gepäck

Helden auf Rädern: Honda City

Japan und ihre Kleinwagen – eine Liebesbeziehung, die sensationelle Blüten trieb. Honda dachte zum Beispiel beim City schon früh über Probleme nach, die erst jetzt bei uns angekommen sind.

Der optimale Weg zum Traum-Oldtimer

Einen Oldtimer in die Niederlande importieren

Oldtimer aus Übersee sind in Europa sehr beliebt! Das liegt oft daran, dass es viele gewünschte Modelle hierzulande nicht gibt oder diese einen eher schlechten Zustand aufweisen. Ein Import aus den USA ist daher für viele Autoliebhaber eine valide Alternative und den Aufwand auf jeden Fall wert.

Schiebung will geformt sein

Helden auf Rädern: Renault Estafette

Wenn sich ein Player nicht an die Spielregeln hält, muss man kreativ werden, um noch mitmischen zu können. Renaults Weg zum Estafette war etwas steinig und warf irgendwie alle Pläne über den Haufen, die man für die Marke hatte.

Geliebter Fremdkörper

Helden auf Rädern: VW 1500 Rural

Ein Auto, das nach mehreren Umbenennungen, Joint Ventures, Pleiten, Übernahmen und Facelifts nach wie vor durch seine Qualitäten überzeugen konnte, kann ja nicht so schlecht sein. Die Geschichte des VW 1500 Rural zeigt, worauf es eigentlich ankommt.