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Saisonabschluss „Down Under“

Das Saisonfinale in Australien wird noch einmal spektakuläre Schotter-Action bieten, alle Teams werden voll auf Angriff fahren, Favoriten gibt es keinen.

Nachdem die Titel in der Fahrer- und Marken-Weltmeisterschaft bereits vergeben sind, reisen die Teams ebenso entspannt wie optimistisch zur Rallye Australien. Ein Sieg auf dem Schotter des fünften Kontinents ist für jeden Fahrer etwas besonderes, die Rallye zählt auch zu den beliebtesten der ganzen Saison. Gleich ob Citroën, Ford, Peugeot oder Subaru - alle vier konnten im bisherigen Saisonverlauf mindestens einmal einen WM-Lauf auf Schotter für sich entscheiden.

Angesprochen auf die markanteste Eigenschaft des WM-Laufs in Australien nennen die Protagonisten der Rallye-Weltmeisterschaft nahezu ausnahmslos die einzigartigen Streckenbedingungen auf dem fünften Kontinent. „Du kannst diesen Event mit keiner anderen Veranstaltung vergleichen“, bestätigt zum Beispiel Peugeot-Pilot Marcus Grönholm. „Der Streckenbelag besteht aus kleinen, runden Kügelchen, die nur wenig Haftung bieten.“

In der Tat fungieren die Schottersteine als eine Art Kugellager, das Reibung - und damit Haftung - zwischen Reifen und Untergrund in weiten Teilen verhindert. Besonders benachteiligt davon werden diejenigen Fahrer, die zuerst auf die Strecke müssen: Quasi als Besenwagen fegen sie die lose oberste Kiesel-Schicht von der Straße, so dass die nachfolgenden Piloten deutlich besseren Grip vorfinden.

In anderer Beziehung ähnelt der WM-Lauf in Australien auch der „1000-Seen“-Rallye in Finnland: Zahlreiche Wertungsprüfungen führen durch dichtes Waldgebiet. „Da darfst du dir keine Fehler erlauben, denn die Bäume stehen sehr nah an der Strecke“, so Grönholm weiter, der die Veranstaltung „Down Under“ zwischen 2000 und 2002 dreimal für sich entscheiden konnte. Dieser Hinweis erweist sich als umso wichtiger, da – wie bei der skandinavischen Veranstaltung auch – einige Sprungkuppen den Weg säumen.

Auf den rutschigen Strecken der Rallye Australien kommt es besonders auf den Grip an – das bedeutet Schwerstarbeit für die Reifen. Haftung erzielen die Pneus dadurch, dass sie sich mit ihrem Profil förmlich durch die obere lockere Schicht schneiden, um auf dem festeren Untergrund den nötigen Halt zu finden.

Michelin stellt seinen Partnerteams für diese Aufgabe beispielsweise einen Reifen zur Verfügung, der sich auf aggressivem Geläuf besonders wohl fühlt. Sein offenes Profildesign mit den harten Profilblöcken reduziert den „Wheel Spin“, also das Durchdrehen der Räder. Gleichzeitig hilft es, die an winzige Murmeln erinnernden Kiesel aus dem Weg zu transportieren – vergleichbar der Drainage bei Regenreifen, die das Wasser auf nassen Straßen verdrängt.

Die Rallye beginnt für die Teams und ihre Einsatzfahrzeuge ausnahmsweise schon am Mittwoch, dann können die Fahrer zum ersten Mal die SuperSpecial in Perth befahren. Diesem separaten Shakedown folgt der eigentliche Test am Donnerstag, ca. 40 Kilometer vom Rallyezentrum in Perth entfernt, dort wird auch (zum ersten Mal) der zentrale Serviceplatz errichtet werden. Insgesamt müssen die Teams 1.426,56 Kilometer zurücklegen, davon werden 25 Sonderprüfungen mit 388,25 Kilometer Gesamtlänge gefahren.

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