RALLYE

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Loeb holt sich den Sieg und baut seine WM-Führung aus!

Citroen-Pilot Loeb holt sich den Sieg, Marcus Grönholm (Peugeot) wird Zweiter, kann sich Petter Solberg (Subaru) knapp vom Leib halten.

Der letzte Tag der Türkei-Rallye begann eigentlich optimal für Peugeot-Star Marcus Grönholm. Er gewann die 33,3 Kilometer lange SP „Olympos 1“ und verringerte den Vorsprung von Sebastien Loeb um 5,9 Sekunden.

Doch schon vor dem Start zur ersten SP der letzten Etappe erhielt die Sieges-Hoffnung von Grönholm einen Dämpfer: Die Sportkommissäre gaben dem Einspruch des Citroen-Teams statt und hoben die 10 Strafsekunden für einen angeblichen Frühstart von Sebastien Loeb am zweiten Tag der Rallye auf. Die Kommissäre befanden nach einem Video-Studium, dass der französische Xsara-Pilot keinen Frühstart begangen, sondern lediglich seinen Motor abgewürgt hatte.

Und auch die verbleibenden drei Sonderprüfungen waren nicht mehr sonderlich lange, viel Zeit blieb Grönholm nicht, um Loeb noch einzuholen. Auch Subaru-Hoffnung Petter Solberg war auf der ersten SP schneller als Loeb, fast so schnell wie Grönholm (nur 0,4 Sekunden zurück), doch seine Chancen auf den Sieg waren eigentlich nicht mehr vorhanden, fehlten doch über 50 Sekunden auf den Citroen-Piloten Loeb.

Die ultra-kurze SP „Aspendos 1“, mit nur 5,6 Kilometer Länge, brachte dann auch keine Veränderung: Solberg und Loeb gewannen die SP ex-aequo, Grönholm wurde vier Zehntelsekunden zurück Dritter.

Die zweite Durchfahrt der 33,3 Kilometer langen SP „Olympos“ sollte die Entscheidung bringen. Petter Solberg, der unbedingt noch auf Rang zwei vorkommen wollte, fuhr die Bestzeit, Sebastien Loeb konnte ihm mit nur 5,3 Sekunden Rückstand als SP-Zweiter folgen.

Grönholm verlor 16,1 Sekunde, wurde aber offensichtlich von kleineren technischen Schwierigkeiten gebremst. Damit war die Chance auf den Gesamtsieg für den Finnen zwar dahin, andererseits war sein Vorsprung auf Solberg für die letzten 5,6 SP-Kilometer groß genug und der zweite Platz abgesichert.

Weit dramatischer war diese vorletzte SP für den Bruder von Petter Solberg, Henning. Der hätte mit dem Bozian-Peugeot 206 WRC eigentlich WM-Punkte einfahren können, musste aber mit einem Problem an der Kraftübertragung aufgeben.

Petter Solberg setzte in der letzten SP „Aspendos 2“ noch einmal alles auf eine Karte, fuhr Bestzeit vor Sainz (Citroen) und Duval (Ford). Doch es sollte nicht für den zweiten Platz reichen.

Grönholm hatte genug Vorsprung, der sechste SP-Rang und 7,9 Sekunden Rückstand reichten für Gesamtrang zwei vor Petter Solberg. Sebastien Loeb fuhr klarerweise eine Sicherheits-SP, riskierte nichts mehr und sicherte sich, trotz Zeitverlust von 12,9 Sekunden auf Solberg, den Sieg bei dieser Türkei-Rallye.

Doch so einfach, wie es sich liest, war der Sieg am Ende nicht: Ein festgefressenes Radlager bringt das Duo Loeb/Elena noch einmal in größte Gefahr: Das Öl im Radlager entzündet sich, das Feuer greift aber gottlob nicht auf das Auto über.

Das Team muss danach ohne rechtes Hinterrad in die letzte Zeitkontrolle und ins Service fahren - dramatischer Schlusspunkt einer sonst an sich ruhigen Rallye, letztendlich geht aber alles gut.

Carlos Sainz sieht endlich wieder einmal auf einem guten Punkterang das Ziel, der „El Matador“ wird Vierter und holt damit nicht nur wichtige Punkteränge für sich, sondern auch das optimale Ergebnis für Citroen, was die Herstellerwertung betrifft. Eine großartige Leistung von Sainz, der schon während der zweiten Etappe unter der enormen Hitze besonders gelitten hatte und mehrmals medizinsiech versorgt werden musste.

Francois Duval rettet die Ehre von Ford mit einem fünften Platz, der junge Belgier hat einmal mehr eine gute Rallye gezeigt, war aber nicht gerade vom Glück begünstigt und musste den Kampf um eine besser Position nach Technik-Troubles aufgeben. Teamkollege Markko Märtin hielt nach seinem Rückfall durch und holt, in der Gesamtwertung weit zurück, noch einen Konstrukteurs-WM-Punkt.

Mikko Hirvonen kann einmal mehr die guten Leistungen seines Teamkollegen Solberg nicht auch nur annähernd erreichen, er wird Sechster. Hinter ihm holt sich Janne Tuohino auf einem semi-privaten Focus WRC zwei WM-Punkte, den letzten Zähler sichert sich der junge Deutsche Anthony Warmbold, ebenfalls auf einem Focus WRC unterwegs.

Mit seinem Sieg hat Sebastien Loeb jetzt in der Fahrer-WM-Wertung einen ordentlichen Punkte-Polster auf den Zweitplatzierten Petter Solberg, ganze neun Punkte trennen die beiden. Weitere 10 Punkte hinter Solberg liegt Markko Märtin, Marcus Grönholm hat 12 Punkte Rückstand auf den Norweger. Für die WM-Anwärter von Ford und Peugeot wird es damit schon ganz schön schwer werden, mit Loeb und Solberg mitzuhalten.

In der Konstrukteuers-WM führt Citroen mit 80 Zählern überlegen vor Ford (65), Subaru liegt mehr oder weniger dicht dahinter und hält bei 59 Punkten. Peugeot hat 47 Zähler auf dem Konto, Mitsubishi (11) ist abgeschlagen an fünfter und letzter Stelle.

Endstand nach 17 Sonderprüfungen (inoffiziell):

1. LOEB-ELENA, CITROEN 4h48'26"800 (79.8 km/h Schnitt)
2. GRONHOLM-RAUTIAINEN, PEUGEOT 307 + 00'26"20
3. SOLBERG-MILLS, SUBARU + 00'36"70
4. SAINZ-MARTI, CITROEN + 02'49"30
5. DUVAL-PREVOT, FORD + 04'26"80
6. HIRVONEN-LEHTINEN, SUBARU + 06'01"10
7. TUOHINO-AHO, FORD + 11'44"90
8. WARMBOLD-PRICE, FORD + 21'15"30
9. YAZICI-OKAN, FORD + 21'40"80
10. GALLI-D AMORE, MITSUBISHI + 32'08"90

Fahrer-WM:

1. Sebastien Loeb 53 Punkte
2. Petter Solberg 44
3. Markko Märtin 34
4. Marcus Grönholm 32
5. Carlos Sainz 24
6. Francois Duval 23
7. Mikko Hirvonen 13
8. Janne Tuohino 12
9. Harri Rovanperä 10
10. Daniel Carlsson 6

Konstrukteurs-WM:

1. Citroen 80 Punkte
2. Ford 65
3. Subaru 59
4. Peugeot 47
5. Mitsubishi 11

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