RALLYE

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Über Malt-Whisky und sehr viel Butter

Trawniczek an Wiesmayr: "Was fällt Ihnen zur Australien-Rallye ein?" - die Anekdote zur aktuellen WM-Rallye. Lesen Sie: Über Malt-Whisky und sehr viel Butter.

Die erste Herausforderung der Australien-Rallye stellt der lange Flug dar. 19 Stunden in der engen "Pyjama-Klasse", wo es ohnehin recht eng ist, mit nur einer Zwischenlandung. Die rauchenden Kollegen stürmen in Dubai aus dem Flugzeug und verheizen in den rund eineinhalb Stunden Aufenthalt ganze Zigarettenpackungen, damit sie die nächsten 13 Stunden aushalten können.

Perth ist die einzige Großstadt, die es im Westen Australiens gibt, an der Mündung des Swan Rivers. Dort, wo der Swan River in den Ozean mündet, gibt es die Hafenstadt Treenetal - das ist das australisch-amerikanische Kapstadt, das ist Klein-New Orleans, nur dass aus den Lokalen kein Dixieland, sondern die modernen Hitparadenstücke dringen, mit Lautstärke 17 von 20. Dort hocken die Menschen und trinken ihre Biere. Und die erhältst du dort wie in England, ohne Schaum.

Die Superstage wird heute auf der Pferderennbahn abgehalten - früher fand sie im Flanders Park statt. Dort haben die Teams ihre Hospitalitys aufgebaut, die haben da einen großen Aufwand betrieben, die Fahrer kamen auch, es war sehr journalistenfreundlich.

Die Rallye selbst findet zum Teil in Naturschutzgebieten statt, da werden die Autos zunächst einmal desinfiziert. Das ist eine Art Seuchenteppich, über den die Autos fahren. Pausenlos erhältst du Kleber auf das Auto, Warnungen hinsichtlich Ungeziefer und Giftschlangen. In Australien gibt es die gefährlichsten Schlangen der Welt - aber die Fans bewegen sich dort trotzdem locker, laufen unbedarft durch den Wald. Es werden von den Sponsoren auch Menschen aus Europa eingeladen, für die ist das natürlich schön. Sie werden in Firmenbussen an die Zuschauerpunkte gekarrt - und wenn sie dann ein Känguruh sehen, sind sie natürlich außer Rand und Band.

Das Nachtleben ist in Perth extrem. Nach der Rallye kehrst du ein in eines der Lokale ein. Als wir an einem Abend in eine solche Spelunke einfielen, hat uns die Stimmung dort sofort gepackt, wir haben Whisky getrunken, nach einer Weile wollten wir aber Malt Whisky. Das war um zirka 0.30 Uhr. Der Wirt hatte keinen, aber er ist sofort losgefahren und hat einen Malt Whisky gekauft, woraufhin wir aufgrund dieser Gastfreundschaft die Flasche sofort geleert haben.

Und da sitzen dann die Einheimischen, eher typische Holzfällertypen, an der Bar und schütten sich mit Bier zu. Da saßen drei an der Bar, sie haben nicht sehr viel miteinander gesprochen. Auf einmal macht es einen Kracher, ist der Mittlere vom Barhocker gefallen - die anderen zwei hat das aber wenig tangiert, sie sahen nur kurz hinunter und widmeten sich wieder ihrem Bier. Nach einer Viertelstunde ist am Rand der Theke der Kopf des Mannes wieder aufgetaucht, er hat sich hingesetzt und weiter getrunken.

Wir haben im Sheraton gewohnt. Einer von uns kam immer so spät zum Frühstück, sodass die gesamte Butter weg war. Deshalb hat er immer wieder von den Hotelangestellten Butter nachbestellt. Jetzt hat es sich an einem Nachmittag, an dem wir gerade am Swimmingpool gesessen sind, so ergeben, dass in dem Kiosk, in dem du alle möglichen Dinge kaufen konntest, eine sehr nette Malaiin gestanden ist, mit der wir angeregt geplaudert haben - und im dem Kiosk haben wir dann auch eine große Packung Butter entdeckt. Jetzt hat einer unserer Kollegen natürlich sofort reagiert und 2,5 Kilogramm Butter auf das Zimmer des erwähnten Kollegen bringen lassen. Die Malaiin wollte wissen, warum der Kollege so viel Butter benötigen würde - was ihr der Kollege geantwortet hat, erzähle ich hier lieber nicht.

Fritz Wiesmayr hat als langjähriger OÖN-Reporter seit einigen Jahrzehnten von den WM-Rallyes berichtet und ist zum Teil auch heute noch im Einsatz.

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