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Nur noch einmal in Down Under

Auch beim letzten WRC-Auftritt in Down Under heißt der Topfavorit Marcus Grönholm. Sébastien Loeb muss weiter aussetzen. Manfred Stohl wurde 2005 Dritter.

Michael Noir Trawniczek

Seit 1988 steht die Australien-Rallye als Fixstern im Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft - doch die 19. Ausgabe, die am kommenden Wochenende auf dem Programm steht, wird vorerst die letzte sein. Dabei zählt der Schotter-Event auf den "Straßen der roten Erde", rund um das westaustralische Perth, zu den Lieblings-Rallyes einiger Piloten.

Der Belag stellt dabei eine ganz besondere Herausforderung dar. Auf dem an sich recht harten Untergrund befinden sich unzählige kleinere Kieselsteine, die den Lenkradakrobaten das Gefühl vermitteln, sie würden auf rollenden Murmeln ihr Fahrzeug bewegen. Das trifft vor allem auf jene Fahrer zu, die als erste auf die Prüfungen geschickt werden - denn mit der Zeit werden die Steinchen an den Streckenrand befördert, das Gripniveau steigt.

Insgesamt werden in Down Under 1334 Kilometer zurückgelegt - davon werden, aufgeteilt auf 26 Sonderprüfungen, 349 Wertungskilometer absolviert. Die längste Wertungsprüfung beträgt runde 30 Kilometer, die kürzeste SP ist exakt zwei Kilometer lang - es handelt sich um die Superstage in Perth City, die sowohl am Donnerstagabend, am Freitagabend als auch am Samstagabend befahren wird.

Grönholm Topfavorit

Weil sich der regierende Weltmeister und WM-Leader Sébastien Loeb nach seinem Mountainbikeunfall noch immer in der Rehabilitation befindet, gibt es am kommenden Wochenende im Grunde nur einen Topfavoriten - und der heißt natürlich Marcus Grönholm. Mit seinem Sieg bei der "Schlammschlacht" in der Türkei konnte der Finne seinen Rückstand in der Fahrerwertung verringern, er liegt aber immer noch 25 Zähler hinter Loeb auf Rang zwei. Sollte er am Wochenende den nächsten Sieg einfahren, würde er vor den letzten beiden Rallyes in Neuseeland und Großbritannien "nur noch" 15 Punkte zurückliegen. In der Marken-WM konnten Grönholm und sein junger Landsmann Mikko Hirvonen mit dem in der Türkei eingeholten Doppelsieg das Ford-Werksteam an die Tabellenspitze hieven.

Mit einer Mischung aus Staunen und Ehrfurcht sprach Manfred Stohl im Rahmen der Vorbereitungen auf die ebenfalls am Wochenende stattfindende Waldviertel-Rallye über die Fahrkünste des Marcus Grönholm. In der Türkei hat der 38-jährige sowohl bei seinen Konkurrenten als auch bei den Rallyefans für Kopfschütteln gesorgt - Stohl erklärte mit leuchtenden Augen: "Auf der ersten Prüfung hat er dem Zweitschnellsten satte 24 Sekunden abgeknöpft, doch diese Prüfung war nur 9,9 Kilometer lang - ein Wahnsinn! Grönholm und Loeb fahren in einer anderen Liga." Natürlich würde auch der zuletzt so starke Ford Focus eine Rolle spielen, natürlich würde es immer auch um das optimale Setup gehen - doch diese immense Kluft könne man nur mit einem "außerirdischen Fahrkönnen" erklären, verneigte sich der Wiener vor Grönholm, der in Down Under bereits dreimal den Sieg erobern konnte, wenngleich sein letzter Australien-Sieg bereits vier Jahre zurück liegt.

Außenseiterchancen für Petter Solberg

Am ehesten konnte auf den Schlammstraßen rund um Antalya der erstarkte Subaru-Werkspilot Petter Solberg dem Finnen "gefährlich" werden, bevor er einen Stein traf und somit einen relativ sicheren Podestrang verlor. Auch dessen Bruder Henning Solberg, der in der Türkei seinen ersten Podestrang bejubelte, wird am kommenden Wochenende wieder den zweiten Peugeot von Bozian Racing pilotieren. Das Team feiert den 100. und 101. WRC-Einsatz.

Ex-Weltmeister Colin McRae wurde von Kronos-Teamchef Marc van Dalen im Lineup für Australien nicht mehr berücksichtigt, der Schotte hätte im Auto von Loeb maximale Punkte an Land ziehen sollen und versagte diesbezüglich vollends. Das Team reagierte auf den starken vierten Platz von Xavier Pons, der somit neben Dani Sordo wieder einen aktuellen Citroen Xsara pilotieren wird - die Boliden der beiden werden übrigens nicht mehr im blauen Gewand auftreten, sondern im roten Citroen-Outfit auf Punktejagd gehen.

Nicht an den Start gehen wird Francois Duval, der im Vorjahr als Citroen-Werkspilot die Australien-Rallye gewinnen konnte. Ebenso abwesend wird der Zweite aus dem Vorjahr sein, Harri Rovanperä - Red Bull Skoda hat in Down Under bekanntlich nicht genannt. Womit Manfred Stohl und seine Co-Pilotin Ilka Minor die einzigen Österreicher sein werden, die im Land der Känguruhs um WM-Punkte oder sogar einen Podestplatz kämpfen werden.

"Stohlito" wieder auf dem Podium?

Einen solchen eroberte das OMV-Duo nämlich im Vorjahr, wo Stohl und Minor einen sensationellen dritten Platz befeiern durften. "In Australien sollte es wieder trocken sein. Das spricht für uns. Außerdem liegt mir diese Rallye und sie zählt zu meinen absoluten Lieblingsläufen", gibt sich Stohl zuversichtlich, gibt aber auch zu bedenken: "Auch wenn nur zehn World Rallye Cars am Start sind, darf man sich nicht täuschen lassen. Acht davon haben eine Chance, unter die ersten drei zu kommen. Das wird ein Kampf um jede Sekunde."

Nach dem üblichen Shakedown wird am Donnerstagabend um 19.12 Uhr Ortszeit die erste von zwei Superstages absolviert, am Freitag wird um 9.23 Uhr Ortszeit die erste "echte", rund 16 Kilometer lange SP 3 in Angriff genommen.

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