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IRC: Barum-Rallye

Die IRC zu Gast im Rallye-Mekka

Die tschechische Rallye-Elite ist beim IRC-Gastspiel rund um Zlin kräftig vertreten. Bei 25 Super 2000-Boliden bleibt Wittmann nur das Streckenlernen…

Michael Noir Trawniczek

Vorjahrssieger Freddy Loix.
Roman Kresta, zuletzt 2006 bei der Barum siegreich.

Drei Piloten konnten den tschechischen Kult-Event namens Barum-Rallye jeweils drei Mal für sich entscheiden: der legendäre norwegische Skoda-Pilot John Haugland, der tschechische Lenkradakrobat der 1970er-Jahre, Vladimir Hubacek und Roman Kresta.

Der frühere WRC-Pilot (zuletzt 2005 in Australien auf der WM-Bühne zu sehen) könnte, rein theoretisch, am kommenden Wochenende seinen vierten Sieg bei der Barum-Rallye feiern. Der 33-jährige, der in und um Zlin in den Jahren 2000, 2001 und 2006 den Sieg erringen konnte, wird gemeinsam mit Co-Pilot Petr Gross einen Peugeot 207 Super 2000-Boliden steuern, der vom Tescoma Rally Team eingesetzt wird.

Bis zu 200.000 Fans

Bei der 39. Ausgabe der legendären Asphalt-Rallye werden, dank der großen Beliebtheit des Rallyesports in Tschechien, bis zu 200.000 Zuschauer erwartet, seit 1983 zählt die Veranstaltung zur Rallye-Europameisterschaft.

Zahlreiche tschechische Kaliber wollen beim Highlight in ihrer Heimat brillieren. Neben dem erwähnten Roman Kresta werden auch Vaclav Pech (im herkömmlichen Mitsubishi Lancer Evo IX), Pavel Valousek auf einem privaten Skoda Fabia S2000, Josef Petak auf einem Peugeot 207 S2000 sowie Jaromir Tarabus auf einem Abarth Grande Punto S2000 antreten, dazu kommen weitere lokale Helden und natürlich Jan Kopecky im Werks-Skoda Fabia S2000. Kopecky wird wieder von seinem Teamkollegen Juho Hänninen unterstützt, der mit der Startnummer 1 ins Rennen gehen wird.

Prokop und Novikov

Ein Novum ist der IRC-Einsatz von WRC-Citroen Junior Evgeny Novikov, der junge Russe pilotiert einen weiteren Skoda Fabia S2000, der als privater Einsatz deklariert wurde. Ein weiterer tschechischer Lokalmatador weist Siegchancen auf: Martin Prokop, der aktuelle Tabellenleader der JWRC, wird jenen BF Goodrich-Peugeot 207 S2000 steuern, mit dem bereits Sébastien Ogier bei seinem Gasteinsatz in Monte Carlo erfolgreich war.

Dazu gesellen sich die IRC-Granden wie Tabellenleader Kris Meeke (Peugeot 207 S2000), Giandomenico Basso (Abarth Grande Punto S2000), der sich zuletzt auf Madeira ins IRC-Titelrennen zurück katapultieren konnte, Barum-Vorjahrssieger Freddy Loix und Nicolas Vouilloz, beide jeweils auf einem Peugeot 207 S2000, sowie Luca Rossetti im zweiten Abarth Grande Punto S2000-Boliden.

Bereichert wird die illustre Nennliste vom vorjährigen WRC-Jungpiloten Andreas Mikkelsen auf einem Opel Corsa OPC Super 2000, zudem setzt Proton gleich zwei Satria Neo S2000 mit Guy Wilks und dem Franzosen Bryan Bouffier ein. Nicht vergessen sollte man auch den Mitsubishi Lancer Evo X von Jasper van der Heuvel, der bereits in Russland schnell unterwegs war.

25 Super 2000-Boliden stehen bei der Barum-Rallye am Start, die meisten wie erwähnt bestens besetzt. Und auch bei den 30 Mitsubishi-Teams sitzen einige sehr schnelle Piloten in den Autos.

Wittmann: „Erfahrung sammeln“

Somit konzentriert sich Österreichs IRC-Aushängeschild Franz Wittmann auf jenen Zweck, der von Beginn an für die Saison 2009 im Vordergrund stand: nämlich die Strecke zu lernen. Wittmann erklärt: „Auf Grund der großen Konkurrenz können wir hier mit unserem Mitsubishi Evo IX nur Erfahrung sammeln. Wir sind das einzige Top-Team, das bei der ,Barum’ noch nie am Start war. Daher werden wir in diesem Jahr den Grundstein für die nächstjährige Rallye legen, damit wir dann mit mehr Erfahrung um einen Spitzenplatz kämpfen können.“

Wittmann und sein Co-Pilot Bernhard Ettel konnten mit dem unterlegenen Mitsubishi heuer bereits mitten in die Super 2000-Phalanx vor stechen und bereits zwei Mal IRC-Punkte an Land ziehen.

Angesichts der 25 Super 2000-Boliden wird das jedoch am kommenden Wochenende aus eigener Kraft heraus so gut wie unmöglich sein, zumal die Rallye auf Asphalt ausgetragen wird – es verlangt auch niemand.

Viel wichtiger wird sein, die Rallye zu Ende zu fahren, und selbst das wird kein Kindergeburtstag: „Die Strecke ist wunderschön, jedoch sehr selektiv, schnell und wellig. Da landest du schneller im Straßengraben, als du denken kannst.“

Weitere Infos zu Franz Wittmanns IRC-Einsatz finden Sie in der Navigation oben rechts unter „Vorschau Wittmann“.

Noch mehr Österreicher am Start

Neben Wittmann und Ettel werden noch weitere Österreicher die 15 Sonderprüfungen der tschechischen Kult-Rallye in Angriff nehmen, wenngleich sie nicht um IRC-Punkte kämpfen. Reinhard Pasteiner und Eugen Friedl pilotieren einen Mitsubishi Lancer Evo IX respektive das Modell Evo VI. David Doppelreiter nimmt die Rallye im Ford Fiesta ST unter die Räder, während Michael Hofer in einem Suzuki Swift Sport sein Glück versucht.

Gestartet wird die Rallye am Freitagabend um 21 Uhr, mit einer 9,36 km langen Superspecial-Prüfung in Zlin, wo jeweils drei 3,1 km-Runden absolviert werden. Jenes Zlin übrigens, in dem auch der Servicepark residiert. Richtig los geht es dann am Samstagmorgen um 8.53 Uhr, mit der 19,13 km langen SP 2 „Pindula“.

Insgesamt werden bis am Sonntagnachmittag 15 Sonderprüfungen zu 255 Kilometer absolviert, gesamt werden 652,1 Kilometer zurückgelegt.

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