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Rallye-WM: Spanien

Perfekter erster Tag für Loeb und Citroen

Dani Sordo führt knapp vor Sébastien Loeb – Mikko Hirvonen liegt als Dritter bereits mehr als eine halbe Minute hinter dem Citroen-Duo zurück.

Michael Noir Trawniczek

Am Nachmittag wurden bei der RAAC Spanien Rallye die Prüfungen „La Mussara“, „Querol“ und „El Montmell“ ein zweites Mal befahren. Für Diskussionen sorgt das heuer geltende Verbot von „Schottercrews“, welche vor der Prüfung diese befahren, um ihren Piloten Informationen über die Streckenbeschaffenheit mitzuteilen. Denn beim zweiten Durchlauf konnten diese den Piloten mitteilen, in welchen Kurven besonders viel Schotter liegt, der wiederum beim Schneiden der Kurven von den Autos auf die Asphaltstraßen geschaufelt wird.

Viele Experten betrachten das Einsparen der Schotterspione als Sicherheitsrisiko – gerade auf Highspeed-Prüfungen wie in Spanien kann der rollsplitartige Schotter eine unliebsame Überraschung darstellen. Mikko Hirvonen erklärte dazu: „Wir können immerhin die Notizen aus dem Vorjahr verwenden, als die Schottercrews noch erlaubt waren.“

Dani Sordo, der am Vormittag sämtliche Bestzeiten markieren konnte, war auf SP 4 abermals am schnellsten unterwegs – obwohl seine Fahrt nicht problemlos verlief: „Wir haben in der Mitte der Prüfung die Bremsen verloren, doch gegen Ende haben sie wieder funktioniert.“

Sébastien Loeb war nur um die Winzigkeit von einer Zehntelsekunde langsamer als Sordo, Loeb war mit dem Handling seines Citroen C4 sichtlich zufrieden: „Es ist viel besser als es am Vormittag war. Wir haben das Setup verändert und ich habe jetzt viel weniger Untersteuern, mein Vertrauen ist auch viel größer als am Vormittag.“ Mit dem verbesserten Vertrauen konnte Loeb auf der fünften und auch auf der sechsten Prüfung die Bestzeit markieren und so seinen Rückstand im Gesamtklassement reduzieren.

Loeb fehlen nur noch 1,6 Sekunden

Am Ende des ersten Tages fehlen Loeb nur noch 1,6 Sekunden auf seinen spanischen Teamkollegen, der sich zufrieden zeigte: „Es lief gut, ich bin zufrieden. Für die Reifen war es schwierig, weil sie sehr heiß wurden, was zu Untersteuern führt - aber das ist für alle Piloten gleich.“

Loeb zog eine positive Zwischenbilanz: „Ich bin zufrieden, es ist okay. Für uns war es ein perfekter Tag – ich hoffe, wir können diese Positionen behalten.“ Freilich würden Sordo und Loeb die Plätze tauschen – schließlich liegt Loeb in der WM fünf Zähler hinter Hirvonen zurück…

Hirvonen: „Es ist frustrierend…“

Der Ford-Werkspilot, der im Mittagsservice als Gesamt-Dritter 19,2 Sekunden Rückstand aufwies, belegte am Nachmittag in allen Prüfungen hinter den beiden Citroen-Werkspiloten den dritten Platz, sein Rückstand vergrößerte sich auf 34,2 Sekunden. „Ich habe wirklich alles probiert, um die Citroen einzuholen. Es ist frustrierend, aber ich muss einfach weitermachen“, erklärte Hirvonen nach der sechsten und letzten Prüfung des ersten Tages. Der Ford-Werksfahrer weiß: „ Für mich wäre es wichtig, den zweiten Platz zu erringen – aber die Jungs sind einfach sehr schnell unterwegs.“

Kann Solberg noch auf Platz 3 stürmen?

Zudem lauert auf Platz vier der zurzeit wohl schnellste Privatfahrer, Petter Solberg, der in Spanien zum ersten Mal einen C4 pilotiert und mit seinem neuen Arbeitsgerät immer besser zurechtkommt. Solberg liegt 25,2 Sekunden hinter Hirvonen, gesamt weist er einen Rückstand von 59,7 Sekunden auf.

Der Norweger zog ebenfalls eine positive Zwischenbilanz: „Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Tag – es war eine Lernkurve, denn am Vormittag haben wir einiges an Zeit verloren. Aber auf den letzten Prüfungen lagen wir nur noch knapp hinter Hirvonen und ich hoffe, dass es morgen noch besser läuft. Mein Vertrauen wird immer größer.“

Mit 1:22.9 Minuten Rückstand belegt Citroen Junior Sébastien Ogier den fünften Gesamtrang – nachdem seine Bremsprobleme im Mittagsservice von den Mechanikern beseitigt werden konnten, war auch der Franzose zufrieden: „Jetzt ist es okay.“

Erfolgserlebnis für Latvala

Jari Matti Latvala belegt den sechsten Gesamtrang, auf SP 5 hatte er ein Erfolgserlebnis, als er nur 12,8 Sekunden Rückstand aufwies – womit er eine seiner besten Asphalt-Prüfungen liefern konnte. „Ich glaube, dass ich in Katalonien bislang noch auf keiner Prüfung so gut gefahren bin, wie es heute auf der fünften Prüfung der Fall war“, freute sich der zweite Ford-Werkspilot. Der dritte im Bunde, Abu Dhabi-Zugeständnis Khalid Al-Quassimi, musste auf der Verbindungsetappe zwischen SP 4 und SP 5 mit einem Ölleck aufgeben.

Mit bereits mehr als drei Minuten Rückstand belegt Citroen Junior Evgeny Novikov Rang sieben, dahinter liegt Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson auf Platz acht. Es folgen Munchi’s Ford-Pilot Federico Villagra und Henning Solberg im zweiten Stobart Ford Focus auf den Plätzen neun und zehn.

Oldie but Goldie

Eine beeindruckende Performance liefert der bereits 63-jährige Franzose Dany Snobeck, der auf einem nach Gruppe A-Reglement antretenden Peugeot 307 CC WRC den ausgezeichneten elften Gesamtrang belegt.

Bei den Youngsters der JWRC konnte der bereits als Weltmeister feststehende Pole Martin Prokop im Citroen C2 Super 1600 die Führung übernehmen, Markenkollege Hans Weijs liegt nun zwölf Sekunden zurück auf Rang zwei. Abgeschlagen dahinter liegen Jordi Marti im Renault Clio R3 sowie Aaron Burkart im Suzuki Swift S1600 auf den Plätzen drei und vier.

Der zweite Tag der Spanien-Rallye wird am Samstagmorgen um 9.14 Uhr mit der 38,27 km langen SP „El Priorat“ begonnen, es folgen die 8,6 km lange SP „Les Garrigues“ sowie die 17,12 km lange SP „La llena“, bevor es ins Mittagsservice geht.



Stand nach Tag 1 (SP 6)

 1.  Dani Sordo           Citroen    1:10:45.3
 2.  Sébastien Loeb       Citroen        + 1.6
 3.  Mikko Hirvonen       Ford          + 34.2
 4.  Petter Solberg       Citroen       + 59.7
 5.  Sébastien Ogier      Citroen     + 1:22.9
 6.  Jari-Matti Latvala   Ford        + 1:36.7
 7.  Evgeny Novikov       Citroen     + 3:11.0
 8.  Matthew Wilson       Ford        + 3:28.8
 9.  Federico Villagra    Ford        + 3:51.9
10.  Henning Solberg      Ford        + 3:58.7

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