RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Wales

Loeb führt 25 Sekunden vor Hirvonen

Bestzeit auf SP 1, doch danach zwei Loeb-Bestzeiten, Hirvonen bereits 25 Sekunden zurück. Möglicherweise Probleme mit der Antriebswelle…

Michael Noir Trawniczek

Regen und Nebel gab es an diesem Samstagmorgen, am zweiten Tag der Rallye Wales GB – die Nacht zuvor gab es viel Arbeit für das Ford-Werksteam. Nachdem es an den Ford Focus World Rally Cars von Jari Matti Latvala und auch Khalid Al-Quassimi Probleme mit den vorderen Antriebswellen gab, läuteten bei Ford die Alarmglocken. Die Mechaniker nahmen über Nacht „leichte Modifikationen“ an den Wellen vor, wie Teamchef Malcolm Wilson erklärte – im 15-minütigen Morgenservice wurden dem Focus von Titelaspirant Mikko Hirvonen zwei neue Aufhängungs- und Bremseinheiten mit den verstärkten Antriebswellen eingepflanzt.

Auf der ersten Prüfung des Tages, der 35,72 Kilometer langen SP 7 „Rhondda“ gab es dann auch keinerlei Probleme am Wagen von Hirvonen – ganz im Gegenteil: Der Finne flog förmlich über die Prüfung, mit seiner Bestzeit konnte er den Vorsprung von Sébastien Loeb auf nur mehr 2,9 Sekunden reduzieren, der Weltmeister war um 2,4 Sekunden langsamer als Hirvonen.

„Das war ein guter Anfang, es war sehr rutschig, aber ich bin jetzt in meinem Rhythmus“, freute sich Hirvonen im Zielraum der ersten Prüfung. Loeb berichtete: „Wir haben einen tollen Kampf, aber es war sehr schwierig auf dieser SP. Der Regen war sehr stark und nach fünf Kilometern verfing sich ein Zweig in meinem Scheibenwischer – den Rest der Prüfung wollte ich nur noch ins Ziel kommen, ich bin nicht wirklich gut gefahren.“

Loeb kontert – mögliche Probleme bei Hirvonen

Das änderte sich auf der nächsten Prüfung, der 14,99 Kilometer langen SP „Crychan“. Loeb fuhr die absolut schnellste Zeit, während Hirvonen lediglich die drittschnellste Zeit markieren konnte, mit einem Rückstand von satten 10,2 Sekunden. Loeb jubelte: „Ich bin hier sehr schnell gefahren – nachdem ich es zuvor etwas zu vorsichtig angegangen bin, habe ich auf dieser SP wirklich Vollgas gegeben. Ich fühle mich gut und das Auto ist perfekt.“ Hirvonen wollte im Zielraum der SP 8 keinen Kommentar abgeben – die Experten rätselten, ob es am Focus des Finnen technische Probleme geben würde…

Auf der letzten Prüfung des Samstagvormittags, der 18,37 Kilometer langen SP „Halfway“ konnte Loeb erneut die Bestzeit markieren, Hirvonen schaffte abermals nur Platz drei und verlor weitere 11,9 Sekunden auf den fünffachen Weltmeister.

Loeb, der als Erster auf die Strecke fuhr, erhielt die Splitzeiten von Hirvonen und wusste um dessen Rückstand Bescheid: „Ich weiß nicht, ob Mikko einen Fehler drin hatte, aber ich fahre absolut Vollgas!“

Ein enttäuschter Mikko Hirvonen schüttelte den Kopf: „Irgendetwas läuft falsch mit dem Auto, es könnte die Antriebswelle sein – ich weiß es nicht. Wir müssen uns das jetzt im Service anschauen.“

Loeb führt nun exakt 25 Sekunden vor dem WM-Leader und ist damit zurzeit auf Titelkurs unterwegs…

Wischerprobleme bei Solberg

Auch der Kampf um den dritten Platz scheint von Technikproblemen beeinflusst zu werden. Petter Solberg konnte auf SP 7 nur die fünftschnellste Zeit markieren und büßte dabei 24 Sekunden ein. Der norwegische Privatpilot, im C4 für das Citroen Junior Team unterwegs, klärte auf: „Vor der Startlinie stoppten die Scheibenwischer, sie ließen sich hernach nur im langsamen Modus betreiben.“

Auch nach der achten SP, auf der als Viertschnellster immerhin nur rund zehn Sekunden einbüßte, gab Solberg zu Protokoll: „Ich kann die Wischer nur im langsamen Modus betreiben, im schnelleren blockieren sie – das ist gar nicht leicht, aber davon abgesehen läuft es gut.“ Nach der neunten Prüfung erklärte Solberg: „Die beiden letzten Prüfungen waren nicht so übel, aber ich möchte auf das Podium, das ist das Wichtigste.“

Doch auf den ersehnten Podestplatz fehlen Solberg derzeit 23,6 Sekunden – Platz drei belegt der Spanier Dani Sordo im zweiten Werks-Citroen, der bereits mehr als eine Minute hinter seinem Teamkollegen zurückliegt.

Mit einem Gesamtrückstand von 3:44 Minuten belegt Citroen Junior Sébastien Ogier Rang fünf, dahinter liegen Henning Solberg, Matthew Wilson und Latvala in den Top 8-Rängen.

PWRC: Probleme bei Sandell

In der PWRC führt weiterhin Eyvind Brynildsen im Skoda Fabia Super 2000. Mit 1:46 Minuten Rückstand belegt JWRC-Champion Martin Prokop den zweiten Platz – womit er den Vizemeistertitel erobern würde. Red Bull Rallye Team-Pilot Patrik Sandell, der gestern auf Platz zwei auf Vizemeisterkurs unterwegs war, hatte auf der dritten Prüfung offenbar erhebliche Probleme, stoppte, fuhr dann doch wieder weiter, bislang erreichte er das Ziel nicht. Ein Update erfolgt.

Am Nachmittag werden die Prüfungen ein zweites Mal befahren.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Wales

- special features -

Weitere Artikel:

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

ET König Rallye: Bericht TEC7 HRM & ORC

Wagner siegt - Karlhofer mit Sensations-Comeback

Karl Wagner und Gerda Zauner gewinnen eine turbulent-großartige ET König Judenburg-Rallye - für Aufsehen sorgte Lancia-Spezialist Martin Karlhofer, der erstmals seit 2004 wieder bei einer Rallye an den Start ging und prompt mit einigen Bestzeiten aufhorchen ließ. Bei den Österreichischen Rallye Classics gewannen Alex Strobl und Cathy Schmidt.

ORM, ET König Rallye: Nach Tag 1 (SP5)

Hermann Neubauer ließ heute nichts anbrennen

Der Salzburger Ex-Staatsmeister liegt nach dem ersten Tag der ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau im Raum Judenburg in Führung / Morgen warten jedoch noch zehn harte Prüfungen auf ihn und seine Verfolger

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

ORF-Legende und motorline.cc-Kolumnist Peter Klein erinnert sich an die Akropolis Rallye 1976 und stellt Rudi Stohl die Frage: „1976 oder 2026?“

Die 40. Auflage der Jännerrallye findet erst vom Donnerstag, 6. 1. 2028, bis Samstag, 8. 1. 2028, in Freistadt statt. Die Gründe dafür sind terminliche, organisatorische und menschliche