RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Zypern

Wie gefährlich wird das Abenteuer am Freitag?

Sébastien Loeb hinterfragt den Sinn, Dani Sordo befürchtet Reifenabbau, Raimund Baumschlager warnt nach einem Test vor der möglichen Gefahr…

Michael Noir Trawniczek

Die Rallye-WM kehrt auf die Insel Zypern zurück – mit einer Mischrallye der besonderen Art! Am Freitag werden Asphalt-Prüfungen absolviert, allerdings mit der harten Schotter-Komponente von Alleinausrüster Pirelli. Die beiden Werksteams von Citroen und Ford haben bereits ausgiebige Tests mit Schotterreifen auf verschiedenen Asphalt-Oberflächen absolviert – dabei sind zwar keine besorgniserregenden Zwischenfälle passiert, dennoch zeigten sich die Citroen-Piloten besorgt. Aber auch Raimund Baumschlager hat die ungewöhnliche Konfiguration ausprobiert und auch er reagiert mit einem Kopfschütteln…

Baumschlager: „Das ist gefährlich!“

Das Red Bull Rallye Team wird mit Patrick Sandell und dem Skoda Fabia Super 2000-Boliden wieder in der PWRC antreten – Teamchef Raimund Baumschlager hat im Vorfeld der Rallye die Schotter-Pneus auf Asphalt ausprobiert und ist vom Fahrverhalten gar nicht begeistert…

Gegenüber motorline.cc erklärte der siebenfache Staatsmeister: „Der Wagen beginnt zu schwimmen, es werden auf den Prüfungen am Freitag auch erhebliche Geschwindigkeiten gefahren. Für die Piloten ist das gar nicht lustig, ich halte das für gefährlich.“ Süffisant legte Baumschlager nach: „Es ist ja gut und schön, dass man etwas für die Show tun möchte – ich bin gespannt, bald wird man wohl mit Slicks auf Schnee fahren…“

Loeb wenig begeistert – Sordo fürchtet Reifenabbau

Wenig begeistert zeigte sich auch Weltmeister Sébastien Loeb – nach einem Test mit Schotterreifen auf Asphalt erklärte der Franzose: „Mit den Schotterreifen auf Asphalt zu fahren macht für mich keinen Sinn. Warum können wir nicht einfach mit den richtigen Reifen fahren?“

Teamkollege Dani Sordo hat wie Loeb bereits mit den Schotter-Pneus auf Asphalt getestet – der Spanier warnt: „Es ist gut möglich, dass unsere Reifen schon nach der ersten Prüfung völlig hinüber sind. Die erste Prüfung ist 30 Kilometer lang und in Zypern kann es um diese Jahreszeit schon recht heiß sein.“

Sordo kann sich zumindest vorstellen, dass der Asphalt-Trip mit den Schotter-Pneus nicht nur für die Zuschauer sehenswert sein könnte, sondern auch die Fahrer ihren Spaß haben könnten: „Die Autos werden die ganze Zeit driften und das kann auch den Fahrern Spaß machen. Aber mehr auch nicht. Vielleicht ist es ein bisschen dumm, dort mit den falschen Reifen zu fahren.“

Pirelli ist zuversichtlich

Pirelli-Manager Mario Isola erklärte: „Es ist natürlich nicht die beste Situation für uns, da wir Reifen für spezifische Oberflächen entwickeln. Aber es ist ein Kompromiss, damit Teams und Hersteller nicht so viele Ersatzteile mitnehmen müssen.“ Mit den Langstreckentests, die man im Vorfeld sowohl mit dem Ford- als auch dem Citroen-Team absolviert habe, sei man zufrieden, fügte Isola hinzu. „Es sind auch keine Blasen entstanden, wie wir befürchtet hatten“, sagte Isola.

Aus Sicherheitsgründen wurde zudem eine weitere Erleichterung für die Teams beschlossen: „Wir sind mit der FIA übereingekommen, dass wir den Teams für den ersten Tag vier zusätzliche Reifen mitbringen. Jedes Auto bekommt zwei Extra-Reifen. Wenn sie wollen, können sie uns ihre gebrauchten Reifen geben und sie bekommen von uns zwei neue. Auf diese Art und Weise können sie in die zweite Prüfung mit vier neuen Reifen starten, wenn sie zwei Ersatzreifen dabei haben.“

Offiziell wird diese ungewöhnliche Maßnahme übrigens als Maßnahme zur Kostensenkung begründet – hinter den Kulissen dürfte aber der Showfaktor ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Zypern

- special features -

Weitere Artikel:

1. Rallye Drift Golf San Rocco Cup 2026

Duell der Rallye-Giganten - auf dem Grün

Zwei Jännerrallye-Sieger, zwei Golfprofis und jede Menge Prominenz: Am Golfplatz in Feldkirchen an der Donau trafen Motor- und Golfsport bei einer außergewöhnlichen Challenge aufeinander…

TEC7 ORM Podcast: Kris Rosenberger

Der Rose Racer* im persönlichen Gespräch

Kris Rosenberger ist Gast der achten Ausgabe des TEC7 ORM Rallye BackStage Podcast - der Staatsmeister 1997 spricht offen über sein abwechslungsreiches, vielseitiges Leben und zeigt sich als eloquenter Mann von Welt…

ARC, Herbstrallye 2026: Nennliste

Sensationelle Nennliste! 119 Teams!

Sensationelles Nennergebnis für die Herbstrallye 2026 (23. & 24. Oktober): Satte 119 Teams haben ihr Kommen angekündigt. Die Veranstalter sind ob des hohen Zuspruchs überwältigt…

ARC, Herbstrallye: Vor dem Start

Die Herbstrallye 2026 startet durch!

Die Vorfreude ist überall zu spüren - im Raum Waidhofen an der Thaya und Dobersberg steigt an diesem Wochenende (23. & 24. Oktober) der große Rallye-Saisonabschluss mit dem Grande Finale der Austrian Rallye Challenge.

Roman Mühlberger im Exklusiv-Interview

Herbstrallye 2027 ORM? „Könnte möglich sein…“

Herbstrallye-Veranstalter Roman Mühlberger spricht über den großen Nennerfolg seiner Rallye und lässt aufhorchen: Ein Lauf zur TEC7 ORM 2027 wird nicht (mehr) ausgeschlossen…

ARC, Herbstrallye: Vorschau Wanko

Bekanntes und Neues

Nach einer etwas längeren, privat bedingten Pause will es Mario Wanko wieder wissen, und diesmal auch mit einem für ihn neuen Fahrzeug: Ein VW Golf IV mit einer interessanten sportlichen Vergangenheit.