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IRC: Zypern

Auch die “Goldene Prüfung” brachte Wittmann kein Glück

Andreas Mikkselsen angelt sich 40.000 Euro Preisgeld, siegt vor Al-Attiyah und Bouffier. Franz Wittmann wird das Pech nicht los: Reifenschaden nach 5 km.

Michael Noir Trawniczek

„Pech im Unglück“, hat es Franz Wittmann genannt – der Niederösterreicher konnte an diesem für ihn schwierigen Rallyewochenende immerhin seinen Humor bewahren, auch wenn dieser ein bisschen dunkler, man könnte auch sagen schwärzer wurde…

Was ist passiert? Nachdem Wittmann und seine Co-Pilotin Josefine Beinke bereits bei der regulären Zypern-Rallye vom Pech verfolgt wurden (Schaden nach dem Sprung auf der Superspecial, Zeitstrafe wegen Zeitüberschreitung im Service, Radaufhängungsdefekt auf SP 5) und sie am zweiten Tag auf die Fortsetzung unter „Superally“ verzichtet hatten, um den Interwetten Peugeot 207 S2000 für die „Golden Stage“ zu schonen, ging es auch am Sonntag in dieser Tonart weiter.

Wittmann erzählt: „Wir hatten auf der ersten Durchfahrt der ‚Golden Tage’-Prüfung schon nach fünf Kilometern einen Reifenschaden. Wir sind zur Seite gefahren und haben das Rad gewechselt, doch dann habe ich bemerkt, dass irgendetwas mit der Spur nicht gestimmt hat, ich bin dann auch noch zur Seite gefahren, um den Andreas Mikkselsen nicht aufzuhalten.“

„Wir haben dann überlegt, auf der zweiten Durchfahrt wieder anzutreten – doch auf eine Platzierung gab es keine Chance mehr, zudem wären wir von der Startreihenfolge auch nicht im Live-TV gewesen, sodass wir schweren Herzens beschlossen haben, den Peugeot abzustellen, um die Kosten zu minimieren.“

Ein Kompliment spricht Wittmann dem Franzosen Bryan Bouffier aus, der auf Zypern einen zweiten Interwetten Peugeot 207 S2000 pilotiert hat. Zwar war Bouffier auf der regulären Zypern-Rallye ebenfalls vom Pech gehandicapt, als er sich gleich auf der zweiten SP wegen eines Radaufhängungsdefekts einen großen Rückstand einhandelte, danach jedoch glänzte der Peugeot-Testpilot mit SP-Bestzeiten.

Auch auf der „Golden Stage“ gehörte Bouffier zu den schnellsten Piloten, am Ende stand er als Dritter auf dem Podium. Wittmann applaudiert: „Bryan war an diesem Rallye-Wochenende einer der schnellsten Piloten. Diesen dritten Platz hat er schwer verdient.“

Preisgeld für die Einzahler

Den Sieg und damit insgesamt 40.000 Euro Preisgeld angelte sich Andreas Mikkselsen im Ford Fiesta S2000. Markenkollege Nasser Al-Attiyah, der Sieger der regulären Zypern-Rallye, musste sich mit Platz zwei zufrieden geben, wofür es immerhin noch 28.000 Euro Preisgeld gab.

Martin Prokop belegte im Ford Fiesta S2000 Platz vier und erhielt 10.000 Euro, Lokalmatador Nicolas Thomas wurde im Peugeot 207 S2000 Fünfter und erhielt immerhin noch 6.000 Euro ausgezahlt. Insgesamt wurden an die Top 5 der Gesamtwertung sowie die Top 3 der drei Klassenwertungen S2000, Gruppe N und 2WD satte 100.000 Euro gezahlt. Geld fürs Rallyefahren, Geld für den Erfolg - heute eine Seltenheit, denn die Mehrheit der Protagonisten und Hauptdarsteller dieses Sports muss einzahlen…

Von den 36 Teams sahen nur 25 die Zielflagge – unter den Ausfällen zu finden sind neben Franz Wittmann auch Stohl Racing-Pilot Daniel Oliveira und die türkische Pilotin und TV-Entertainerin Burcu Cetinkaya.

Apropos TV: Die beiden Prüfungen wurden live im Fernsehen übertragen, die IRC-Saison fand mit diesem speziellen Event einen gebührenden Abschluss. Man hat noch einmal vorgezeigt, wie man eine internationale Rallyeserie vermarkten kann, die Macher der Weltmeisterschaft dürfen in Neid erstarren…

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