RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Akropolis-Rallye 2013

Chaotischer Auftakt auf der Mammutprüfung

Auf der knüppelharten Mammut-SP 1 überschlugen sich die Ereignisse: Ogier out, Hirvonen und Östberg in Problemen. Klare Führung für Novikov/Minor!

Michael Noir Trawniczek

Die Akropolis-Rallye wurde am Freitagabend bei trockenen Wetterbedingungen mit einem Paukenschlag eröffnet – auf der 47 Kilometer langen und offenbar knüppelharten Mammut-Sonderprüfung SP 1 „Kineta – Pissia“ hatten zahlreiche Piloten Probleme.

Darunter auch WM-Leader Sebastien Ogier, der Volkswagen-Werkspilot zog sich schnell einen Reifenschaden zu, musste später jedoch erneut stoppen. Letztendlich musste der Franzose mit einem technischen Problem aufgeben, er wird die Rallye am Samstag unter „Rally2“ fortsetzen.

Aber auch Citroen-Pilot Mikko Hirvonen musste schon bald einen Stopp einlegen, da es an seinem DS3 WRC rätselhafte Lenkprobleme gab. Nur mit Mühe und Not konnte sich der Finne über die Prüfung schleppen, verlor dabei aber beinahe sechs Minuten. Im Ziel der SP 1 erklärte er: „Da ist irgendwie keine Verbindung zwischen dem Lenkrad und der Wagenfront – da ist irgendetwas komplett beschädigt an der Lenkung…“

Aber auch M-Sport wurde nicht verschont. Mads Östberg musste ebenfalls zur Seite fahren. Der Norweger erklärte schmallippig: „Das Rad fiel ab.“ Bis er das Ersatzrad montieren konnte, vergingen etwas mehr als drei Minuten…

Novikov/Minor souverän mit Bombenzeit

Während nahezu jedes Team mit Problemen zu kämpfen hatte, gab es bei Evgeny Novikov und seiner österreichischen Co-Pilotin Ilka Minor offenbar keinerlei Schwierigkeiten, der junge Russe konnte eine überlegene Bestzeit in den Schotter brennen und war entsprechend erfreut: „Yeah, das ist beeindruckend!“ Zugleich räumte Novikov ein: „Das war erst die erste Sonderprüfung…“

Doch was für eine! Novikov war um 20,6 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Dani Sordo im zweiten Werks-Citroen, der Spanier erklärte: „Als ich von den Problemen der anderen erfahren habe, wollte ich nichts mehr riskieren.“

Der zweite Volkswagen-Pilot Jari-Matti Latvala konnte mit 36,6 Sekunden Rückstand die drittschnellste Zeit markieren, doch auch seine Fahrt verlief nicht problemlos: „Es war sehr rutschig und schwierig. Ich hatte ein Problem mit der Handbremse und habe einen Abzweig überschossen.“

Auf Platz vier, exakt zwei Sekunden langsamer als Latvala, landete Thierry Neuville, der ebenfalls zu klagen hatte: „Ich konnte in den Haarnadelkurven nicht ordentlich einlenken, ich muss da etwas am Differenzial-Setup ändern.“

Mit 54,4 Sekunden Rückstand belegte Andreas Mikkelsen im dritten Volkswagen den fünften Platz, auch er hatte etwas zu erzählen: „Ich hatte am Ende so viel Staub, dass ich fast nichts sehen konnte. Ich musste dreimal in einer Haarnadel stoppen, ich hatte Probleme mit der Handbremse.“

Auch der sechstplatzierte Nasser Al-Attiyah, wenige Sekunden langsamer als Mikkelsen, hatte keine problemlose Fahrt: „Wir sind hinter Mikko hängen geblieben, ich habe sein Auto auf der rechten Seite berührt. Man konnte sich nur schwer konzentrieren.“

Auf Platz sieben rangiert der Tscheche Martin Prokop mit rund 1,5 Minuten Rückstand, Khalid Al-Quassimi landete mit 2:13 Minuten Rückstand auf Platz acht.

In der WRC-2 führt Robert Kubica im Citroen DS3 RRC als Gesamt-Neunter, obwohl auch er Probleme hatte: „Ich habe im Staub hinter Nicolas Fuchs nichts sehen können und bin in einen Graben gefahren.“ Yury Protasov liegt als Gesamt-Zehnter und Zweiter der WRC-2 rund 20 Sekunden hinter Kubica zurück.

Noch ist die erste Etappe nicht zu Ende, um 21.26 Uhr Ortszeit (20.26 Uhr MESZ) wird die 26 Kilometer lange SP 2 „Kineta“ in Angriff genommen.

Nach SP 1

 1. Novikov/Minor       M-Sport        32:58.6
 2. Dani Sordo          Citroen         + 20.6
 3. Jari-Matti Latvala  Volkswagen      + 36.3
 4. Thierry Neuville    M-Sport         + 38.3
 5. Andreas Mikkelsen   Volkswagen      + 54.4
 6. Nasser Al-Attiyah   M-Sport         + 57.5
 7. Martin Prokop       Ford          + 1:34.3
 8. Khalid Al-Qassimi   Citroen       + 2:13.3
 9. Robert Kubica       Citroen RRC   + 2:51.6*
10. Yury Protasov       Ford RRC      + 3:12.1**
*=1. WRC-2
**=2.WRC-2

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Akropolis-Rallye 2013

- special features -

Weitere Artikel:

ORM/ARC/MRC, Lavanttal: Bericht

Simon Wagner lernt schon kärntnerisch!

Der Oberösterreicher gewann die LASERHERO Lavanttal-Rallye 2026 powered by Dohr – Wolfsberg / SG TOOLBOX in Wolfsberg seit dem Jahr 2022 zum vierten Mal und ist in der heurigen Rallye-Staatsmeisterschaft noch unbesiegt

ARC, Lavanttal Rallye: Bericht

Gerolf Schuller ist der neue ARC-Leader!

Bei der selektiven, turbulenten Lavanttal Rallye konnte der 53-jährige Quereinsteiger Gerolf Schuller die ARC-Führung übernehmen. Dahinter lauern Jungpilot Jan Dolzer und Christian Rosner im historischen Porsche.

TEC7 HRM, Lavanttal Rallye: Bericht

Nach Gaubinger-Ausfall folgte der Wagner-Durchmarsch

Kurioser, wechselhafter Freitagnachmittag im Lavanttal. Wie im Rebenland übernahm zunächst Patrik Gaubinger die Führung, nach dessen Ausfall zündete Karl Wagner ein Bestzeitenfeuerwerk. Bei den ORC war Federico Laurencich der einzige im Ziel.

TEC7 ORM2, Lavanttal Rallye: Bericht

Lokalmatador Lichtenegger holt ORM2-Sieg

Am Ende einer angesichts der wechselnden Witterungsbedingungen schwierigen Rallye gab’s den Premieresieg des jungen Kärntner Lokalmatadors Maximilian Lichtenegger, der gemeinsam mit seinem routinierten Copiloten Bernhard Ettel im Renault Clio Rally3 triumphierte.

TEC7 ORM3, Lavanttal Rallye: Bericht

Marcel Neulinger erneut das Maß der Dinge

Mit Marcels älterem Bruder Nico (Rang drei) standen gleich zwei Neulingers am Siegerpodest in Wolfsberg. Lukas Dirnberger hält sich mit Rang zwei im Titelrennen.

TEC7 ORM, Lavanttal: Fotos Tag 2

Die besten Bilder vom Samstag

motorline.cc-Fotograf präsentiert seine besten Bilder vom zweiten Tag der Lavanttal Rallye 2026.