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WRC: Australien-Rallye

Ogier krönt sich in Frankreich

21 Prüfungen lang war Ogier auf Titelkurs, doch dann rutschte Hirvonen ab auf Platz drei – so muss sich Ogier ein wenig gedulden…

Michael Noir Trawniczek

Vor der Australien-Rallye hatten ja viele vermutet, dass Sebastien Ogier seinen ersten WM-Titel lieber im Rahmen seiner Heimrallye Anfang Oktober feiern möchte und er sich „Down Under“ daher dezent in den Hintergrund stellen könnte – doch das hat der Volkswagen-Pilot energisch bestritten und auch mit Taten untermalt. 21 Sonderprüfungen lang sah alles danach aus, dass sich Ogier in Australien zum Weltmeister küren wird….

Doch auf der letzten Prüfung, der 30 Kilometer langen SP „Shipmans“, die auch als Powerstage ausgetragen wurde, ereilte Mikko Hirvonen ein Reifenschaden, sodass aus dem ewigen Zweiten ein Dritter wurde und Thierry Neuville auf Platz zwei aufrückte. Da brachten Ogier auch die drei Zusatzpunkte für die Powerstage nichts, er durfte den Sieg bejubeln, doch Weltmeister wird er dann wohl doch in seiner Heimat…

Auf der relativ ereignislosen und nicht mit Spannung gesegneten Australien-Rallye hatte Ogier wieder einmal keine ernstzunehmenden Gegner – sein Teamkollege Jari-Matti Latvala war am Freitag nicht in der Lage, die Pace des Franzosen mitzugehen. Erst ab dem zweiten Tag fand der seit vielen Jahren „lernende“ Finne das nötige Vertrauen und arbeitete sich prompt von Platz acht auf Platz vier vor.

Thierry Neuville, der zuletzt als einziger Fahrer eingeschätzt wurde, der Ogier bezwingen könnte, setzte sich von Beginn an hinter Hirvonen auf Platz drei fest – erst der Reifenschaden des ewigen „Pechvogels“ ermöglichte Platz zwei.

Hirvonen wiederum war von Anfang an nicht in der Lage, Ogier etwas entgegenzusetzen – er machte das Dilemma von Citroen deutlich: Mit einem Loeb hätte man wohl um den Sieg kämpfen können, Citroen hat kein Auto- sondern ein Fahrerproblem.

Wenig hilfreich war für Kris Meeke dessen früher Abflug, noch weniger hilfreich war aber auch seine Performance am letzten Tag, nachdem er unter „Rally2“ wieder eingestiegen ist: Meeke konnte den Zeiten des Mikko Hirvonen zu keinem Zeitpunkt folgen, der Brite erwies sich also nicht als die Lösung für die Zukunft…

Mads Östberg wirkte an diesem Wochenende ähnlich „zahnlos“ wie auch das russisch-österreichische Duo Evgeny Novikov und Ilka Minor. Östberg hatte ein Problem, das auch Novikov/Minor gut kennen: „Die Fahrt fühlte sich gut an, aber die Zeiten waren nicht entsprechend schnell.“ So kämpfte Östberg die gesamte Rallye über mit dem „dritten Mann“ von VW, Andreas Mikkelsen, um den fünften Platz, setzte sich schließlich auch durch.

Das Duo Novikov/Minor beendete die Rallye auf Platz sieben – nach einem frühen Reifenschaden und einem Verlust von zwei Minuten sicherte man diese Position, fuhr aber auch immer wieder recht ansprechende Zeiten. Auf der Powerstage konnte man mit Platz drei aufzeigen und einen zusätzlichen WM-Punkt einfahren.

Auf Platz acht landete Lokalmatador Nathan Quinn auf einem Mini WRC, was eine durchaus beachtliche Leistung sein könnte. Wenn man jedoch den Zeitensprung zwischen Novikov und Quinn (fast sieben Minuten) betrachtet, weiß man, woher der Wind weht…

Auf Platz neun, mit einer Viertelstunde Verspätung, landete das Abu Dhabi-Zugeständnis von Citroen, Khalid Al-Quassimi. Weitere zwei Minuten dahinter holte sich Abdulaziz Al-Kuwari als Sieger der schlecht besetzten WRC-2 den letzten WM-Punkt.

Das Ergebnis und den neuen WM-Stand finden Sie im Menü rechts oben unter "Ergebnis & WM-Stand".

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