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WRC: Argentinien-Rallye

„Manchmal verstehe ich es einfach nicht“

Strafe für die Dreirad-Einlage von Protasows und nicht verhängten Zeitgutschrift für Tanak - Malcolm Wilson hegt Groll gegen die Rennleitung.

Die Rennleitung der Rallye Argentinien hat M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson am Freitag auf die Palme gebracht. Eine aus seiner ungerechte Strafe gegen WRC2-Pilot Juri Protasow und eine verweigerte Zeitgutschrift für Elfyn Evans lassen Wilson mit dem Kopf schütteln. "Das hat mich ziemlich desillusioniert. Manchmal verstehe ich es einfach nicht", sagt Wilson. "Und ich dachte wir versuchen Leute zur Teilnahme an dieser Meisterschaft zu ermutigen."
Was hatte den Unmut des Teamchef ausgelöst? Bei der dritten Wertungsprüfung hatte Protasow bei einem Unfall das rechte Hinterrad seines Ford Fiesta RRC samt Stoßdämpfer abgerissen. Der Ukrainer war anschließend 500 Meter zurückgelaufen, hatte das Rad eingesammelt und war dann rund einen Kilometer mit seinem "Dreirad" gefahren, ehe er einen Platz fand, wo er und Beifahrer Pawel Tscherepyn sicher am Auto arbeiten konnten.

Die Regeln schreiben jedoch vor, dass ein Auto aus eigener Kraft nur mit allen vier Rädern fahren darf. Daher belegte die Rennleitung Protasow mit einer Zeitstrafe von 15 Minuten. "Ich akzeptiere die Regeln", sagt Wilson, der hier aber eine Notsituation und keine Gefahr für andere Teilnehmer sah. "Die Jungs sind weniger als 10 km/h schnell gefahren und haben nur nach einem Platz gesucht, an dem sich sicher am Auto arbeiten können."

An dieser Stelle gelang den beiden Ukrainern dann das fast Unmögliche: Nur mit dem Bordwerkzeug konnten sie das Rad samt Aufhängung wieder am Fahrzeug befestigen und die Fahrt Richtung Servicepark antreten. "Juris Einsatz ist die Geschichte dieser Rallye. Wie er das Auto repariert hat, war fantastisch", lobt Wilson seinen Piloten. "Und mit der Strafe für das zu späte Erreichen des Serviceparks ist er im meinen Augen schon gestraft genug." Protasow fuhr am Nachmittag drei Bestzeiten in der WRC2, ist aufgrund der Strafe aber im Kampf um den Klassensieg chancenlos.

Ungerecht behandelt sieht Wilson auch Evans. Dieser hing bei der zweiten Wertungsprüfung viele Kilometer hinter Thierry Neuville (Hyundai) fest, der nach einem Reifenschaden langsam unterwegs war. Während die Rennleitung in der Vergangenheit in solchen Fällen dem benachteiligten Fahrer eine Zeitgutschrift gab, hielten die Sportkommissare das im Fall von Evans nicht für notwendig.

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