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WRC: Portugal-Rallye

VW hadert mit der Abstimmung

Eine Frage des Setups: Die Volkswagen-Piloten sind am Freitag der Portugal-Rallye unglücklich mit der Abstimmung des Polo R WRC.

Rang zwei zur Halbzeit des ersten Tages der Portugal-Rallye, nur 11,5 Sekunden hinter Kris Meeke (Citroen) - damit war Sebastien Ogier (Volkswagen) gar nicht einmal unzufrieden. Denn Meeke fährt in der laufenden Saison nicht alle WM-Läufe, stellt also keine Gefahr für Ogiers Titelambitionen dar. "Wichtiger für mich ist, dass ich vor meinen direkten Konkurrenten platziert bin", sagt der Weltmeister bei der Einfahrt in den Mittagsservice am Freitag. "Ich hatte eigentlich sogar damit gerechnet, gegenüber Hayden Paddon, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen Zeit zu verlieren."

Ogiers Leistung war umso erstaunlicher, als der Franzose nach eigener Einschätzung bei der Fahrwerksabstimmung ziemlich daneben gegriffen hatte. "Die Strecke bietet viel mehr Grip als erwartet. Dafür ist mein Fahrwerk zu weich." Immerhin, die Entscheidung für ringsum weiche Reifen war goldrichtig. "Das hat wunderbar funktioniert", erzählt Ogier. "Heute Nachmittag, wenn es wärmer ist und die Strecken stark aufgebrochen sind, werde ich wohl anders wählen."

Auch Teamkollege Jari-Matti Latvala haderte mit der Fahrwerksabstimmung, stufte sie anders als Ogier allerdings als zu hart ein. "Die Schotterstraßen sind nach dem Winter neu begradigt worden", erklärt der Finne. "Dadurch wird die Oberfläche von einer fünf bis zehn Zentimeter dicken Sandschicht gebildet. Die bricht schnell auf, und dann fährst du in tiefen Spurrillen."

Das größere Problem war Latvala aber eine falsche Einstellung des hinteren Differenzials. "Das konnte ich unterwegs nicht ändern, das müssen die Mechaniker beim Service erledigen." Latvala ist nach vier Prüfungen Vierter mit 19,9 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Meeke.

Andreas Mikkelsen im dritten Polo R WRC diktierte seinem Renningenieur ebenfalls dringend nötige Änderungen an Federn und Stoßdämpfern in den Aufgabenzettel. Ein Treffer gegen einen mitten in der Fahrspur liegenden Felsbrocken (SP 4) blieb für den zwischenzeitlich Siebten - 24,2 Sekunden hinter Meeke - zum Glück ohne Folgen. "Trotzdem ich mein Auto für die Nachmittagsschleife höher legen lassen. Für die tiefen Spurrillen brauche ich mehr Bodenfreiheit."

Entsprechender Betrieb herrschte im Volkswagen-Service während der halbstündigen Mittagspause. Ob die Änderungen wirken, muss der zweite Durchgang über die drei Prüfungen des Vormittags zeigen. Am Abend steht dann noch die komplett asphaltierte beziehungsweise mit Kopfstein gepflasterte "Street Stage" im Stadtzentrum von Porto auf dem Programm.

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