RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Deutschland-Rallye

Tänak über seinen möglichen Hattrick

Ott Tänak spricht im Interview über seine beiden Rallyesiege in Deutschland und lobt die Herausforderungen des deutschen WM-Laufs.

Ott Tänak und die Deutschland-Rallye passen offensichtlich gut zusammen: 2017 feierte der Este dort den zweiten Rallye-WM-Sieg seiner Karriere, dem er 2018 einen weiteren hinzufügen konnte. Auch heuer zählt der 31jährige, der bisher in Schweden und Chile gewonnen hat, zu den Topfavoriten für den deutschen WM-Lauf von 22. bis 25. August. Im Interview mit dem Pressebüro der Rallye erläutert er, was er daran besonders schätzt.

Die Deutschland-Rallye ist bislang der einzige WM-Lauf, den Sie schon zwei Mal gewinnen konnten. Was macht Sie dort so stark?

"Ich war in Deutschland bisher stets mit einem guten Paket am Start, das mir viel Selbstvertrauen gegeben hat. Die Deutschland-Rallye ist sehr speziell – eine Veranstaltung mit vielen unterschiedlichen Charakteren und Belägen, sodass dein Auto wirklich überall gut funktionieren muss."

2017 haben Sie in Deutschland für M-Sport gewonnen, 2018 mit Toyota. Welche anderen Unterschiede gibt es, wenn Sie die beiden Erfolge miteinander vergleichen?

"Bei meinem ersten Deutschland-Sieg waren die äußeren Bedingungen sehr schwierig, da es am ersten Tag stark geregnet hat. Wir haben eine gute Reifenwahl getroffen, das hat am Ende den Unterschied ausgemacht. 2018 lief es etwas anders: Da gab es zunächst einen großen Zweikampf zwischen uns und Séb, bis er auf der zweiten Panzerplatte-SP Pech hatte und sich leider einen Plattfuß einhandelte."

Seitdem die Deutschland-Rallye zum WM-Kalender gehört, gab es erst fünf verschiedene Sieger. Welche Eigenschaften muss man haben, um diese Rallye zu gewinnen?

"Die wichtigste Fähigkeit ist wohl, sich schnell auf wechselnde Bedingungen und sehr unterschiedliche Sonderprüfungen einstellen zu können. In den Weinbergen braucht man viel Konzentration, auf den schnellen Forststraßen ist gutes Selbstvertrauen gefragt, und auf der Panzerplatte hast du am besten von beidem reichlich. Es ist einfach eine sehr vielseitige Veranstaltung."

Beschreiben Sie aus Sicht eines Piloten doch einmal die besonderen Herausforderungen der Deutschland-Rallye!

"Da die Sonderprüfungen so unterschiedlich sind, benötigt man ein sehr breites Setup-Fenster, damit das Auto überall gut funktioniert. Die Prüfungen selbst sind schön, vor allem zu Beginn, wenn alles noch schön sauber ist. Bei den zweiten Durchgängen befindet sich dann aber meist schon einiges an Dreck auf der Strecke, was die Sache zusätzlich erschwert. Ziemlich oft sorgt bei der Deutschland-Rallye auch das Wetter für Überraschungen und stellt plötzlich alles auf den Kopf."

Welche Sonderprüfungen sind eher nach Ihrem Geschmack: die in den Weinbergen oder die auf dem Truppenübungsplatz Baumholder – und warum?

"Alle Sonderprüfungen sind sehr herausfordernd, aber ehrlich gesagt haben mir die Weinberge in den vergangenen Jahren noch etwas besser gefallen. In Baumholder zu fahren, macht auch viel Spaß, aber es ist dort auch immer etwas schwierig, voll zu attackieren. Die Hinkelsteine machen das ziemlich riskant, und daher bin ich dort auch nicht besonders scharf darauf, bis ans Limit zu gehen. Trotzdem haben wir meistens keine andere Wahl."

Die Powerstage wird heuer in den Weinbergen stattfinden. Was bedeutet das Ihrer Meinung nach für die Spannung?

"In den Weinbergen passiert schnell mal ein Fehler. Es gibt viele verschiedene Abzweige, die sich alle sehr ähnlich sehen, es aber natürlich nicht sind. Erfahrungsgemäß sind auch die Zeitabstände in den Weinbergen sehr gering."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Deutschland-Rallye

Weitere Artikel:

Gottfried Kogler 1957-2026

In memoriam Gottfried Kogler

Nachruf auf einen Freund. Es sind persönliche Worte - ein Versuch, einem so vielschichtigen und zugleich geradlinigen Menschen irgendwie gerecht zu werden…

Jännerrallye: Bericht Knobloch

ORM2-Podium bei der "Jänner" für Knobloch

Das steirisch/oberösterreichische Duo Günther Knobloch und Erik Fürst erreichte im Clio Rally3 das im Vorfeld gesteckte Ziel – das ORM2-Podium bei Auftakt zur TEC7 ORM 2026 im Rahmen der „Jänner“.

Jännerrallye: Bericht Zellhofer

Viel Schnee war kein Vorteil

Christoph Zellhofer hatte mit dem SUZUKI Swift ZMX keine Chance - der PS-Vorteil wirkte gegen die leichteren Rally3-Autos nicht

Rallye Dakar 2026: 3. Etappe

Ford dominiert - Guthrie neuer Spitzenreiter

Mitch Guthrie gewinnt die dritte Dakar-Etappe - Al-Attiyah und Loeb verlieren einige Minuten - Ford in der Gesamtwertung auf den ersten fünf Plätzen

Jännerrallye: Bericht RRA

Race Rent Austria auf dem Klassenpodium

Von acht gestarteten Race Rent Austria Teams sahen bei einer schwierigen Jännerrallye vier die Zielrampe. Der bestplatzierte Gerald Bachler lag auf Platz zwei der Klasse 8, als er durch Fahrfehler ausfiel - so sprang Alexander Baumgartner in die Presche und belegte den dritten Klassenrang.