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ARC: Herbstrallye Dobersberg

RRA bei der Herbstrallye: Und wieder ein Rookie am Start...

Race Rent Austria-Boss Wolfgang Schmollngruber bringt bei der Herbstrallye Dobersberg abermals einen neuen Fahrer in den Rallyesport. Außerdem hofft „Schmolli“, dass sein Jungpilot Fabian Bartel-Huemer die JuniorARC gewinnt und dass Michael Denk mit seiner Charity-Aktion möglichst viel Spendengeld an Land ziehen kann. Sechs Boliden stehen beim ARC-Finale in der RRA-Hospitality.

Fotos: Harald Illmer, Race Rent Austria

Auch beim Grande Finale der Austrian Rallye Challenge (ARC) im Rahmen der Herbstrallye Dobersberg bringt Race Rent Austria einen neuen Fahrer in den Sport. Nach dem großartigen Debüt des 20jährigen Julian Martin bei der Niederösterreich-Rallye gibt am kommenden Samstag der mit 46 Jahren relativ späte Einsteiger Rudolf Leitner seine Rallyepremiere, er wird einen Mitsubishi Lancer Evo V pilotieren.

Race Rent Austria-Teamchef Wolfgang Schmollngruber hat Leitner bereits bei einem Test in Rappolz kennengelernt: „Er machte auf mich einen ruhigen, besonnenen Eindruck – er ist sicher kein Fahrer, der es gleich auf der ersten Prüfung beweisen muss. Ich denke, er wird sich langsam steigern und vor allem eine Zielankunft im Visier haben – es gibt ja auch keinerlei Erwartungsdruck.“

Keinen Druck, aber doch die Erwartung, in der JuniorARC den Jahressieg einzufahren, gibt es bei Fabian Bartel-Huemer. Wolfgang Schmollngruber sagt: „In Melk hätte er bereits den Sack zumachen können, doch da war er zu übermütig. Ich denke aber, dass er es am Samstag ruhig angeht und sich den Titel holen wird. Als Team würde es uns natürlich wahnsinnig freuen, wenn einer unserer Jungpiloten gleich in der ersten vollen Saison einen solchen Erfolg einfahren kann.“

Insgesamt setzt Race Rent Austria bei der Herbstrallye Dobersberg sechs Fahrzeuge ein: Michael Denk fährt in seinem Mitsubishi Lancer Evo VIII zum ersten Mal mit Christoph „DaCheese“ Wögerer. Fabian Bartel-Huemer (Copilot Andreas Bartel/Mitsubishi Lancer Evo VII) will den Sack in der JuniorARC zumachen. Matthias Lechner und Wolfgang Halbartschlager pilotieren ihren gelbroten Mitsubishi Lancer Evo III. Martin Attwenger und Angelika Letz hoffen darauf, dass ihnen das Getriebe des Honda Civic Type R keinen Streich spielt. Neben dem erwähnten „Rookie“ Rudolf Leitner und dessen Copilot Michael Kiesenhofer im Evo V (siehe auch ganz unten) sind auch Stefan Langthaler und Miriam Götzendorfer in einem VW Golf III Kitcar mit von der Partie...

Denk/Wögerer: Riesengaudi & Riesenscheck

Dass er mit Christoph Wögerer „irgendwann einmal eine Rallye fahren“ möchte, hat Michael Denk schon vor drei Jahren mit „DaCheese“ ausgemacht – am kommenden Samstag folgt die Umsetzung: „Ich löse hier ein Versprechen ein und freue mich schon sehr darauf – es wird sicher eine Riesengaudi, denn am kommenden Wochenende steht bei uns der Spaß im Vordergrund, die pure Freude am Fahren.“ Geplant habe man keine humoristischen Einlagen, doch Denk ist überzeugt: „Irgendein Blödsinn fällt uns sowieso immer ein.“

Alles andere als ein Blödsinn ist dagegen die von Michael Denk initiierte Charity-Aktion für die oberösterreichische Cystische Fibrose Hilfe. Es handelt sich um eine angeborene Stoffwechselerkrankung, an der pro Jahr leider 25 Kinder sterben. Die Mediziner arbeiten daran, aus der unheilbaren eine heilbare Krankheit zu machen und können bei ihrer Forschungsarbeit jeden Cent gebrauchen. Denk spendet heuer pro absolvierten Kilometer einen Euro, sein Sponsor ISTAC verdoppelt diesen Einsatz. Außerdem haben sich der „rasende Herbstrallye Dobersberg-Veranstalter“ Roman Mühlberger (erstmals im R5), Markus Kroneder, Bernhard Stitz und auch einige weitere Rallyeteams der Aktion angeschlossen, sodass Michael Denk bei der Übergabe des symbolischen Schecks im Rahmen der Siegerehrung „einen vierstelligen Betrag“ erwartet. Infos auf www.cystischefibrose.info.

Bartel-Huemer/Bartel: Keine „gmahte Wiesn“

Fabian Bartel-Huemer hätte sich bei der NÖ-Rallye wohl liebend gerne in den eigenen Hintern gebissen, wenn dies anatomisch möglich wäre – schließlich hätte er sich in Melk bereits zum Champion der JuniorARC krönen können. Doch auf der dritten Sonderprüfung hat es der 25Jährige ein wenig „zu gut gemeint“ respektive rutschte von der Strecke und ruinierte sich dabei den Kühler.

Sein beifahrender Vater Andreas Bartel erklärt: „Schon klar: Wenn Fabian im Auto sitzt und schmeckt, dass er gute Zeiten fahren kann, gibt er kräftig Gas – doch diesmal werde ich ihn ein Bisschen einbremsen müssen, denn ein Fehler wie in Melk darf uns nicht mehr passieren. Schließlich ist die JuniorARC keine ‚gmahte Wiesn‘ für uns.“ Der Hintergrund: Zwar hat sein schärfster Verfolger, Jungtalent Michael Lengauer (gab ebenfalls bei RRA sein eindrucksvolles Debüt) nicht für das Grande Finale der ARC genannt – doch das bedeutet keinesfalls, dass Fabian Bartel-Huemer bereits den Titel der JuniorARC in der Tasche hat. Geht das Bartel-Duo nämlich erneut leer aus, könnte sich Michael Franz oder auch Christian Hochstöger den Titel schnappen.

Doch Andreas Bartel ist zuversichtlich: „Ich bin grundsätzlich guter Dinge und denke, dass wir in puncto Tempo ein gerüttelt Maß finden und ins Ziel kommen werden. Unser Budget ist schon lange gar – jetzt hoffen wir, dass wir den Titel einfahren können und dass sich daraus dank neuer Sponsoren ein Budget für die Saison 2019 ergibt.“

Attwenger/Letz: No risk, no fun

Martin Attwenger hofft am kommenden Samstag inständig, dass sein Honda Civic Type R keine „Mätzchen“ macht: „Seit Melk macht das Getriebe Zicken, zum Beispiel geht der zweite Gang schlecht rein – doch ich hatte nicht die Zeit, um alles umzubauen, zudem war unklar, ob die Teile überhaupt rechtzeitig eintreffen würden. Ein wenig Bauchweh ist leider dabei - doch wie heißt es so schön: No risk, no fun!“

Zugleich räumt Attwenger ein: „Die Herbstrallye ist eine relativ schnelle Überlandpartie, es gibt nicht so viele Kehren oder steile Bergauf- und Berg-Passagen – das Getriebe wird also nicht ganz so stark belastet.“ Dass er das Risiko eingeht, hat einen Hintergrund: „Wir könnten in der Gesamtwertung der ARC noch Vierter oder Fünfter werden – daher hoffen wir, dass es so gut wie zuletzt weitergeht. Ein Klassensieg wäre da natürlich hilfreich.“

Der eingangs erwähnte Debütant Rudolf Leitner fiebert seiner Rallyepremiere entgegen. Den „Rallyevirus“ hat er sich schon vor vielen Jahren „eingefangen“, wie er lachend erzählt: „Ich war früher sicher 20mal bei der Waldviertel- und bei der Semperit-Rallye. Und da habe ich mir gedacht;: Das möchte ich auch einmal machen.“

Als er dann mit seiner Firma, einer Holzschlägerei, dem Fahrer Reinhold Neulinger als Sponsor unter die Arme greift, kommt es zu einer Mitfahrt. Auf dem „heißen Sitz“ kehrte der Wunsch, es einmal selbst zu versuchen, dann wieder zurück.

Richtig ernst wurde es jedoch im Dezember des Vorjahres: „Bei einer Feier des MSC Kefermarkt habe ich mit meinem Beifahrer Michael Kiesenhofer wieder darüber gesprochen, dass ich gerne einmal im Leben eine Rallye fahren möchte – da haben wir bereits etwas getrunken und ich sagte ganz einfach:‘Okay, das machen wir!‘ Und jetzt wird das zur Realität.“

Obwohl er selbst einen historischen Ford Escort in der Garage stehen hat und daran auch gerne arbeitet, war für Rudolf Leitner klar, dass er sich für die erste Rallye an ein professionelles Team wendet: „Da kannst du nicht selbst herumschrauben – ich wollte Profis am Werk haben und ich fühle mich bei Race Rent Austria und Wolfgang Schmollngruber ganz einfach bestens aufgehoben.“

Das einzige Ziel des 46Jährigen: „Ich möchte möglichst viele Erfahrungen sammeln und daher ist die Zielankunft die oberste Priorität. Sicher wäre es schön, wenn wir bei einer der Sonderprüfungen mit den anderen Evos mithalten könnten. Doch das ist sekundär – für mich ist ja alles neu an diesem Wochenende.“ Außerdem wird es ohnehin nicht die einzige Rallye im Leben des Rudolf Leitner bleiben: Der Start bei der Jännerrallye ist bereits fixiert.

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