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ERC: Czech Rally Zlín

Nach SP4: Jan Kopecky in Führung

Lokalmatador Kopecky im engen Duell mit Lukjanuk: Die Barum-Rallye in Tschechien ist ein Kampf um jede einzelne Sekunde – Wagner in ERC3 auf Rang drei.

Der tschechische Lokalheld Jan Kopecky versetzt seine heimischen Fans bei der aktuellen Rallye Zlin, der sechsten von acht Veranstaltungen der Rallye-Europameisterschaft (ERC) 2017, in Entzücken. Der Skoda-Pilot führt nach der drei Prüfungen umfassenden Schleife am Samstagvormittag in der Gesamtwertung knapp vor Aleksei Lukjanuk (Ford). Kopecky hat nach insgesamt vier Abschnitten einen Vorsprung von 1,9 Sekunden auf seinen Widersacher aus Russland.

Der Tscheche hatte sein Heimspiel mit einer Bestzeit bei der Zuschauerprüfung am späten Abend eröffnet. Am Samstagmorgen legte Kopecky sofort nach und hängte Lukjanuk auf den ersten 8,85 Kilometern des Tages um weitere 1,4 Sekunden ab. Doch der Ford-Pilot konterte. Auf der zweiten Prüfung des Tages über 11,55 Kilometer nahm er dem Lokalmatador 6,3 Sekunden ab und übernahm die Führung im Gesamtklassement - aber nur für kurze Zeit.

Auf der SP4, dem dritten Teilstück des Samstags, konnte Kopecky zurückschlagen und den Russen um 2,2 Sekunden abhängen. "Ich trete immer voll auf die Bremse, habe aber irgendwie nicht die richtige Verzögerung", klagt Lukjanuk über technische Probleme an seinem Ford Fiesta R5. "Ich muss deswegen sehr vorsichtig agieren, kann nicht so richtig Druck machen. Ich ziehe es einfach unserem Aufschrieb entsprechend durch. Die Prüfungen sind klasse. Es macht viel Spaß!"

Auch wenn es am Fahrzeug von Lukjanuk am Morgen einige Gebrechen gab, so wird das Team die Mittagspause für Reparaturen nutzen können und den russischen Piloten, der sich zuletzt in Polen wild überschlagen hatte, mit geschärften Waffen in den weiteren Kampf schicken. "Das Duell wird genau so intensiv weitergehen", meint Kopecky. "Die Fans dürfen sich auf weitere enge Prüfungen gefasst machen, weil Aleksei wirklich sehr stark unterwegs ist."

Im Schatten des bestimmenden Duos an der Spitze haben Vaclav Pech und Bryan Bouffier (beide Ford) auf den Rängen drei und vier bereits einen Rückstand von über 20 Sekunden. Hinter Ex-DTM-Pilot Tomas Kostka belegt der deutsche ERC-Junior Marijan Griebel den sechsten Platz. Der Skoda-Pilot, der bei der Rallye in Polen sensationell auf das Podium gefahren war, konnte sich nach etwas verhaltenem Beginn auf SP4 als Dritter bestens in Szene setzen. Griebel hat derzeit 35,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Im Duell um die Meisterschaft könnte Kajetan Kajetanowicz (Ford) seinen Vorteil vergrößern. Der Pole belegt nach SP4 den siebten Rang, während sein Widersacher Bruno Magalhaes (Skoda) nur auf Platz 14 geführt wird. "Mein Problem ist die mangelnde Streckenkenntnis", erklärt der Portugiese. "Alle anderen wissen genau, wo es lang geht. Aber ich bin zum ersten Mal hier am Start und muss mir die besten Linien noch suchen. Zudem muss ich noch am Set-up arbeiten."

Auch in der ERC3-Kategorie kündigt sich ein Sekundenkrimi an. Die beiden österreichischen Hoffnungen Simon und Julian Wagner kämpfen dabei ums Podest mit. Simon Wagner liegt im Moment nur 10,5 Sekunden hinter dem Spitzenreiter Aleks Zawada auf dem dritten Platz. Bruder Julian ist Vierter mit 52 Sekunden Rückstand.

Zwischenstand nach SP4 (Top 10):

01. Jan Kopecky (Skoda) - 30:41.1 Minuten
02. Aleksei Lukjanuk (Ford) + 1,9 Sekunden
03. Vaclav Pech (Ford) + 25,9
04. Bryan Bouffier (Ford) + 28,7
05. Tomas Kostka (Skoda) + 33,7
06. Marijan Griebel (Skoda) + 35,3
07. Kajetan Kajetanowicz (Ford) + 37,6
08. Jan Cerny (Skoda) + 40,8
09. Roman Kresta (Skoda) + 42,3
10. Martin Koci (Skoda) + 50,4

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