RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ÖRM: Weiz-Rallye

Ein Reifen zu wenig, einer zu viel

Das Peugeot-Team Tasch rund um Alois Handler und Alfred Leitner hatte mit Unwägbarkeiten zu kämpfen, war im Ziel dennoch zufrieden.

Fotos: Harald Illmer

In gewohnt professioneller Manier bereitete sich das Team auf die Weiz-Rallye vor, Besichtigung und Vorbereitung auf den Start verliefen mit der gewohnten Routine. Von dieser Routine sowie der freundschaftlichen Atmosphäre im Tasch-Team durfte sich erstmals auch Markus Zemanek überzeugen, der für diverse verhinderte Beifahrerinnen bei Alfred Leitner einsprang. Leitner kann sich dank rund 20jähriger Rallyeerfahrung rasch auf Veränderungen einstellen und fieberte gemeinsam mit dem neuen Beifahrer – ebenso wie das Stammduo Alois Handler/Andreas Scherz – dem Start entgegen.

Die erste Sonderprüfung wurde aufgrund eines Unfalls neutralisiert, weshalb man erst auf der zweiten Sonderprüfung mit einer Standortbestimmung begann. Alois Handler, Zweitplatzierter der 2WD-Staatsmeisterschaft, richtete sein Augenmerk darauf, möglichst wenig Terrain auf Enrico Windisch, den Führenden in dieser Zwischenwertung, zu verlieren. Windisch hatte für diese Rallye den Ford Fiesta R2T von Luca Waldherr angemietet und war dadurch natürlich nicht nur auf dem Papier technisch klar im Vorteil.

Trotz einer extremen Leistungsdichte, speziell bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen, hielten sich die beiden Peugeot-Fahrer mehr als beachtlich. Während Handler wie erwähnt darauf achtete, nicht mehr Punkte als notwendig gegenüber seinem Gegner um die Führung in der 2WD-Meisterschaft zu verlieren, musste die Besatzung des 206er-Peugeots schon etwas mehr Rechenspiele anstellen, ging es für sie ja auch um Punkte in der Austrian Rallye Challenge. Ohne irgendwelche nennenswerten Probleme beendete man zufrieden den ersten Tag der Rallye.

Am Morgen des zweiten Tages setzte man die guten Leistungen des Vortages nahtlos fort, auf der Auftaktsonderprüfung war man quasi zeitgleich unterwegs. Das Reifenschicksal schlug dann erstmals auf der neunten Sonderprüfung zu: Leitner erwischte mit dem rechten Vorderrad einen Stein und musste noch auf der Prüfung gemeinsam mit seinem Beifahrer das Rad wechseln, der zu verbuchende Zeitverlust betrug vier Minuten. Mit entsprechender Wut im Bauch schraubte man das Tempo auf den anschließenden SP hoch, was sich auch sofort auf dem Zeitenmonitor bemerkbar machte.

Eine Begegnung der besonderen Art gab es dann auf dem zweiten Rundkurs des Tages, auf dem Leitner seinen Freund und Teamchef Handler überholte. Das, was Leitner am Vormittag um einen Reifen zu wenig hatte, hatte Handler auf dieser Sonderprüfung zu viel: In der zweiten Runde kam Handler um eine Kurve, und plötzlich lag dort ein zur Streckenbegrenzung vorgesehener Reifen – vermutlich von einem Konkurrenten angefahren – auf der Ideallinie. Der 207er sprang darüber, die dadurch ausgelöste Erschütterung quittierte die Zündanlage mit teilweiser Arbeitsverweigerung.

So musste man sich auf drei Zylindern mit einem Zeitverlust von rund 40 Sekunden ins Ziel der Sonderprüfung retten. Bei der bereits erwähnten Leistungsdichte dieser Rallye bedeutete dies auch den Verlust einiger Plätze in Gesamt- und Klassenergebnis. Trotz dieser Vorkommnisse durften beide Teams mit ihren Leistungen und Platzierungen bei dieser anspruchsvollen Rallye sehr zufrieden sein. Beide Autos zogen nach der Rallye auf ihren Trailern ohne Kratzer wieder gen Wiener Neustadt, dem Sitz des Peugeot-Rallyeteams.

News aus anderen Motorline-Channels:

ÖRM: Weiz-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

WRC Safari-Rallye: Nach Tag 3 (SP16)

Katsuta erbt Spitze nach dreimal Toyota-Drama!

Oliver Solberg, Sebastien Ogier und Elfyn Evans stranden alle auf Samstagsetappe der "Safari" - Takamoto Katsuta vor erstem WRC-Sieg - Kritik am Veranstalter

Die interessante. spannende Rebenland Rallye hat einige Fragen zum sportlichen Geschehen aufgeworfen - wir haben bei unserem Kolumnisten Achim Mörtl nachgefragt…

EHRC Historic Rally Fafe: Vorschau Schindelegger

Schindeleggers beim Auftakt zur neuen Schotter-EM

Das Rallyeteam Schindelegger startet am 10. und 11. April bei der Historic Rally Fafe das große Abenteuer der Schotter - Europameisterschaft in Portugal.

Alpenfahrt Revival 2026: 1. Vorschau

Starterfeld nimmt langsam Formen an

Bis jetzt haben bereits 24 Mannschaften ihre Nennung abgegeben - Super-Star wird Rallye Ex-Weltmeister Stig Blomqvist mit Arne Hertz sein

ORM/ARC/MRC, Lavanttal Rallye: Vorschau

Hungrige Meute hetzt ein Favoriten-Trio durchs Lavanttal

Die österreichische TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft kennt auch im heurigen Frühjahr keine Pause. Besonders zwischen der Rebenland Rallye in der Südsteiermark und der Lavanttal-Rallye in Kärnten bleibt den Akteuren fast schon traditionell kaum Zeit, um richtig durchschnaufen zu können.