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WRC: Portugal-Rallye

Volkswagen zurück in Bestform

Argentinien ist Geschichte. VW ist zurück und erobert in Portugal überlegen das Podest. Maximale Punkteausbeute, auch in der Powerstage.

Volkswagen hat in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) einen triumphalen Dreifachsieg errungen und damit die erfolgreichste Rallye in der Geschichte des Polo R WRC gefeiert. Beim fünften Saisonlauf in Portugal siegten Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila vor ihren Teamkollegen Sebastien Ogier/Julien Ingrassia und Andreas Mikkelsen/Ola Flöne und sicherten dem Werksteam aus Wolfsburg mit einem Dreifacherfolg in der Powerstage obendrein die maximale Punktausbeute in allen drei WM-Wertungen.

Volkswagen ist damit seit der Einführung dieser besonderen Prüfung, in der Zusatzpunkte für die besten Drei vergeben werden, der erste Hersteller, dem das bisher gelang. Die insgesamt 122 WM-Punkte in Fahrer-, Beifahrer- und Herstellerwertungen setzten das Tüpfelchen auf das i einer extrem spannenden Rallye Portugal, in der alle vier Hersteller - neben Volkswagen die Teams von Citroen, Hyundai und M-Sport-Ford - um die Führung kämpften und ein Vierkampf um das Podium abertausende begeisterte Fans bis zum Schluss in Atem hielt.

Vorteil Latvala am Freitag, Aufholjagd Ogier am Samstag und Sonntag: Bis zur abschließenden Wertungsprüfung, dem legendären Klassiker "Fafe", hatte sich ein packendes Duell um den Sieg zugespitzt, das am Ende mit 8,2 Sekunden Vorsprung an Latvala ging. Zwischen Latvala und Ogier lagen vor der finalen Sonderprüfung 10,4 Sekunden. Nur weitere 16,4 Sekunden rangierte Mikkelsen auf Platz drei. Am Ende trennten die Top 3 lediglich 28,6 Sekunden - umgerechnet auf die Distanz machte das gerade einmal 0,2 Prozent der zurückgelegten WP-Kilometer aus. Zwischen Latvala und Ogier sogar nur 0,065 von 100.

Schwierige Bedingungen in Portugal

Die Bedingungen in Portugal erwiesen sich als schwierig für Fahrer, Beifahrer und World Rally Cars. Erstmals seit 2001 wurde die Rallye Portugal wieder im Norden des Landes ausgetragen und erwies sich damit als Neuland für die meisten Teilnehmer. Die Wertungsprüfungen verfügten über eine dicke Schicht losen Schotters, die mit jedem Auto, das die Strecke passierte, mehr Haftung produzierte. In Sachen Reifenwahl sorgte das für eine Herausforderung. Die schnellste Option bot die weiche Mischung der Michelin-Wettbewerbsreifen. Mit der zur Verfügung stehenden Menge der weichen und harten Mischung galt es zudem über die Distanz der vier Rallye-Tage clever hauszuhalten.

Das Duell Latvala gegen Ogier markierte in Portugal zudem das Duell um die Führung im Nationenduell in der ewigen Bestenliste der Rallye-WM. Vor dem fünften Saisonlauf lagen die beiden erfolgreichsten Länder der WM-Geschichte gleichauf. Latvala sorgte mit seinem Sieg dafür, dass Finnland die Oberhand behält. Die Volkswagen-Fahrer Latvala und Ogier sind die einzigen permanent eingeschriebenen Starter ihrer Länder in der Top-Kategorie WRC und machen diesen prestigeträchtigen Zweikampf mit identischem Material unter sich aus. Vor den kommenden WM-Läufen liegt Finnland nun mit 173 Erfolgen knapp vorn, Frankreich hat 172 auf dem Konto.

Auch für Portugal war es eine erfolgreiche Rallye. Mit Latvala gewannen sein langjährige Chefmechaniker Jose Azevedo da Silva und sein Mechaniker Rui Cabeda ihre Heimrallye. Auch das sehr zur Freude der abertausenden Fans entlang der Rallye-Routen und im Servicepark, die sich trotz aller Leidenschaft für den Sport in den streng vorgegebenen Sicherheitszonen bewegten und damit eine gelungene Rallye Portugal möglich machten.

Latvala: "Ein wichtiger Sieg!"

"Das war ein ganz wichtiger Sieg! Nicht nur für mich, auch für das gesamte Team", betont Latvala. "Nach dem schwachen Ergebnis in Argentinien war das die richtige Antwort. Für mich persönlich war es wichtig, nach meiner langen Durststrecke endlich wieder Punkte einzufahren - und das mit einem Sieg zu tun, ist grandios. Es war ein spannendes Duell mit Sebastien, der richtig Druck gemacht hat. Aber ich habe im entscheidenden Moment dagegengehalten. Danke an mein Team für die Arbeit und Unterstützung, als es zuletzt nicht perfekt lief. Ich freue mich schon auf die nächsten Rallyes."

Volkswagen sicherte sich bei der Rallye Portugal elf der 15 möglichen Prüfungsbestzeiten - und erreichte auch in dieser Hinsicht den Bestwert der Saison (73,33 Prozent). Angesichts der für 2015 geänderten Regeln der Startreihenfolge lag der bisherige Saisonrekord bei 66,66 von 100 - erzielt in Schweden und Argentinien. Insgesamt schlagen für Volkswagen 392 von 569 möglichen Bestzeiten seit Januar 2013 zu Buche (69 Prozent).

"Wir können stolz sein auf unsere Leistung an diesem Wochenende. Julien und ich hatten hier in Portugal wirklich keine leichten Bedingungen, dennoch haben wir das Beste für uns herausgeholt", sagt Ogier. "Fahrerisch war das vielleicht eine meiner stärksten Rallyes bisher. Und mit dem zweiten Platz haben wir die Führung in der WM weiter ausgebaut, das zählt. Glückwunsch an Jari-Matti, der vor allem auf der entscheidenden vorletzten Prüfung stark war."

"Natürlich hätte ich lieber meinen fünften Sieg geholt und mit Markku Alen gleichgezogen, aber am Ende war es wichtig, nicht alles zu riskieren. Die Weltmeisterschaft bleibt unser oberstes Ziel. Ein großes Dankeschön an die Fans, die mit ihrer Begeisterung diese Rallye einzigartig machen." Zum 23. Mal in 30 Powerstages sicherte sich zudem eines der Volkswagen-Duos die drei Extra-Zähler für die Bestzeit - Ogier/Ingrassia. Von den 87 Möglichkeiten auf Zusatzpunkte nutzten seit der Rallye Monte Carlo 2013 die Fahrer aus Wolfsburg 52 Mal ihre Chance.

Mikkelsen zurück auf dem Podest

Mikkelsen verbesserte sich mit seinem dritten Platz auf WM-Rang zwei. "Ich bin richtig glücklich und freue mich über meine eigene Leistung. Noch mehr freue ich mich aber über den neuen Polo R WRC, den ich hier erstmals gefahren bin. Was für eine unglaubliche Maschine, die Volkswagen da gebaut hat! Das Auto verhält sich in allen Lebenslagen so, wie ich mir das wünsche und ist einfach klasse zu fahren", lobt der Norweger den Polo.

"Wir haben uns an diesem Wochenende stets innerhalb unserer Limits bewegt, keine großen Fehler gemacht und auch bei der Reifenwahl am Ende richtig gelegen. Platz drei und einen Punkt aus der Powerstage ist ein tolles Ergebnis und ich freue mich insbesondere für das Team über den Dreifachsieg. Besser konnten wir es alle gemeinsam nicht machen. Dabei gewesen zu sein und dazu beigetragen zu haben ist ein schönes Gefühl."

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