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WRC: Finnland-Rallye

Spannender Zweikampf um die Spitze

Mads Østberg und Ott Tänak lieferten sich am ersten Tag ein packendes Duell um die Führung, bei dem zunächst der Este vorne blieb.

Toyota-Pilot Ott Tänak und Mads Østberg (Citroën) haben dem ersten Tag der Finnland-Rallye ihren Stempel aufgedrückt und sich einen spannenden Zweikampf um die Spitze geliefert. Nach elf von 23 Sonderprüfungen liegt Tänak um 5,8 Sekunden knapp vorne.

Rang drei belegt aktuell Lokalmatador Jari-Matti Latvala (Toyota), der allerdings 23,1 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen hat. Auf den weiteren Positionen folgen Hayden Paddon (Hyundai) und Teemu Suninen (M-Sport). Vorjahressieger Esapekka Lappi (Toyota) ist mit rund einer Minute Rückstand nur Achter. Im Zweikampf der beiden Titelanwärter Thierry Neuville (Hyundai) und Sébastien Ogier (M-Sport) liegt aktuell der Franzose in Front, der jedoch auch nur auf Rang sechs rangiert, während sein Rivale nach einem Fahrfehler am Vormittag gar nur auf Position zehn platziert ist.

Während Neuville und Ogier, die am Freitag als erste Fahrer auf die Schotterstraßen gehen mussten, also erwartungsgemäß keine schnellen Zeiten fahren konnten, mischte der als Dritter gestartete Tänak munter im Kampf um die Führung mit. Diese wechselte im Verlauf des Freitags vier Mal zwischen ihm und Østberg hin und her. Seinen Höhepunkt erreichte das Duell der beiden auf der siebenten SP, die Østberg und Tänak, die zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtwertung durch den kleinstmöglichen Abstand von 0,1 Sekunden getrennt waren, zeitgleich gewannen.

Bei den letzten Sonderprüfungen des Tages machte Tänak dann wieder Boden gut und geht nun mit einem kleinen Vorsprung in den Samstag. "Ich habe getan, was ich konnte. Wir wussten, dass das Auto stark sein würde, aber die Startposition hat uns nicht geholfen. Daher mussten wir im Grunde immer am Limit fahren", sagte er Este. Østberg hingegen haderte ein wenig mit seiner Leistung am Nachmittag: "Das war nicht so gut. Die ersten beiden Prüfungen waren ganz schön, aber danach war der Reifenverschleiß sehr hoch. Wir haben nicht viel Zeit verloren, aber am Ende ging es am Nachmittag für uns nur darum, irgendwie durchzukommen."

Im Duell der beiden WM-Rivalen hatte Ogier von Beginn an die Nase vor Neuville, wobei er von einem Fahrfehler des Belgiers sowie von Schützenhilfe seines Teamkollegen Elfyn Evans profitierte. Kurz vor dem Ziel der zehnten SP, nach der die Startreihenfolge für den Samstag eingefroren wurde, ging der Waliser absichtlich vom Gas und fiel so in der Gesamtwertung um 2,2 Sekunden hinter Ogier zurück. Damit wird der Franzose am Samstag nach und nicht vor Evans in die SP gehen.

Neuville hatte sich auf der fünften SP eine beinahe folgenschwere Unaufmerksamkeit geleistet. "Eine Kurve im Aufschrieb war zu optimistisch. Ich habe darüber nachgedacht, sie zu korrigieren und habe dann die nächste Ansage verpasst", berichtete er, der eine Abzweigung verpasste und mit dem Heck leicht an einen Baum anschlug. Alleine bei dieser Aktion verlor der Belgier fast 30 Sekunden auf Ogier und hat nun am Samstag eine deutliche schlechtere Startposition als sein Titelrivale.

Heikle Momente mussten am Freitag auch Suninen, dessen wilder Ritt durch einen Straßengraben ohne nennenswerte Folgen blieben, und Andreas Mikkelsen (Hyundai) überstehen. Der Norweger ist auf der vierten SP wegen einer falsch verstandenen Ansage seines Beifahrers Anders Jæger von der Straße abgekommen und hat dabei mehr als drei Minuten verloren. Auf der Zuschauerprüfung Harju zum Abschluss der Etappe leistete sich Mikkelsen einen weiteren Fehler, als er in einer Schikane einen Reifenstapel traf und ein Verkehrsschild umfuhr.

Auf dieser letzten SP kam es zu kuriosen Bildern: Wegen eines defekten Benzinventils blieb Khalid Al-Qassimi (Citroën) zwei Mal stehen und konnte erst weiterfahren, als Co-Pilot Chris Patterson am Tank gearbeitet hatte. Kurz darauf trat am C3 WRC von Craig Breen das gleiche Problem auf – auch der Ire rollte aus, konnte den Defekt aber vom Cockpit aus beheben. Später fielen am Auto von Suninen die Bremsen aus, woraufhin der junge Finne seinen Ford Fiesta WRC mit wilden Lenkbewegungen verlangsamen musste.

Am Samstag erwartet die Teilnehmer die größte Tagesdistanz bei der Finnland-Rallye 2018: Acht Sonderprüfungen über insgesamt 142,86 Kilometer stehen auf dem Programm.

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