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WRC: Deutschland-Rallye

Dritter Sieg in Folge für Ott Tänak

Tänak gewinnt die Rallye Deutschland zum dritten Mal in Folge und führt dabei einen Toyota-Dreifachsieg an: WM-Rivalen Ogier und Neuville lassen Federn.

Totaler Toyota-Triumph bei der Rallye Deutschland, zehnter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2019. Ott Tänak hatte am Sonntag im Ziel nach 19 Sonderprüfungen über 344,04 Kilometer 20,8 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Kris Meeke. Dritter wurde mit 36,0 Sekunden Rückstand Jari-Matti Latvala im dritten Toyota.

Für Tänak war es der dritte Deutschland-Sieg in Folge, sein fünfter in dieser Saison und insgesamt beim 102 WRC-Start der elfte Triumph. Mit diesem machte der Este auch einen großen Schritt in Richtung Fahrer-Weltmeisterschaft 2019.

Da seine Titelrivalen Thierry Neuville (Hyundai) und Sebastien Ogier (Citroen) nach Problemen nicht über die Plätze fünf und acht hinaus kamen, hat Tänak vier Rallyes vor dem Saisonende mit 205 Zählern 35 Punkte Vorsprung auf Neuville und 42 Punkte Vorsprung auf Ogier. In der Herstellerwertung rückte Toyota nach der Maximalpunktzahl von 43 auf acht Zähler (289:281) an Hyundai heran.

"Panzerplatte" sorgt für die Vorentscheidung

Bei perfekten, weil sommerlich warmen und trockenen Wetterbedingungen an allen Tagen hatten die Zuschauer bis zum Samstagnachmittag ein spannendes Duell zwischen Tänak und Neuville gesehen. Beide fuhren im Vergleich zu allen anderen Fahrern in einer eigenen Liga, wechselten sich mit SP-Siegen ab und waren nur durch wenige Sekunden voneinander getrennt.

Doch dann wurde wie schon so oft bei der Rallye Deutschland die SP "Panzerplatte" auf dem Truppenübungsplatz Baumholder zum Schauplatz einer Vorentscheidung. Beim ersten Durchgang am Samstagnachmittag fing sich Neuville dort einen Reifenschaden ein. Der notwendige Radwechsel kostete ihn gut eineinhalb Minuten und brachte ihn um die Chance auf den Sieg.

Tänak musste seine Führung fortan nur noch verwalten. Das seine Teamkollegen in der Gesamtwertung hinter ihm lagen, wusste er, dass ihm sportlich keine Gefahr droht. Dennoch musste er am Ende noch ein wenig zittern, weil sich bei der Powerstage eine der Vorderradbremsen verabschiedet hatte. "Das Team hat schon ein paarmal einen Dreifachsieg verpasst, daher ist es toll, dass uns das gelungen ist", sagt er.

Thierry Neuville gewinnt die Powerstage

Für Meeke war Rang zwei das bisher beste Ergebnis für Toyota und das erste Podiumsresultat in der WRC seit seinem Sieg bei der Rallye Spanien 2017 für Citroen. Der Brite zeigte eine solide Leistung, vermied unnötige Risiken und nutzte das Potenzial des Yaris WRC aus. Latvala stand als Dritter zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium.

Neuville betrieb nach seinem Reifenschaden mit dem Sieg bei der Powerstage Schadensbegrenzung und wurde am Ende hinter seinem Teamkollegen Danie Sordo Fünfter. "Wir konnten das ganze Wochenende lang das Tempo von Ott mitgehen und hätten gewinnen können. Aber dann hatten wir in Baumholder das Glück nicht auf unserer Seite", sagt der Belgier.

Enttäuschend verlief die Rallye Deutschland 2019 für Ogier und Citroen. Die Hoffnungen der Franzosen, man habe dem C3 WRC das Untersteuern auf Asphalt ausgetrieben, stellten sich schnell als trügerisch hinaus. Ogier konnte das Tempo von Tänak und Neuville von Beginn an nicht mitgehen, hielt aber lange Rang drei.

Enttäuschend Rallye für Sebastien Ogier

Am Samstagnachmittag zogen bei ersten Durchgang der "Panzerplatte" Meeke und Latvala an ihm vorbei, beim zweiten Durchgang am Abend erlitt Ogier einen Reifenschaden und fiel auf Platz acht zurück. Am Schlusstag wirkte der Franzose dann fast schon resigniert. "Ich kann dieses Auto nicht fahren", sagte er niedergeschlagen nach der 17. WP. "Das war nicht das Wochenende, das wir erwartet haben. Aber niemand kann behaupten, wir hätten es nicht versucht", lautet im Ziel sein Kommentar.

Nichts zu holen gab es erneut für M-Sport-Ford. Teemu Suninen blieb schon bei der zweiten SP mit technischen Problemen stehen, woraufhin der Freitag für ihn gelaufen war. Nach seinem Neustart am Samstag zeigte er aber immerhin mit schnellen Zeiten sein Potenzial und das des Fiesta WRC auf.

Teamkollege Gus Greensmith, der erneut den rekonvaleszenten Elfyn Evans vertrat, bezahlte bei seiner ersten Asphalt-Rallye im WRC-Auto Lehrgeld und kam nicht über Rang neun hinaus. Selbiges Urteil konnte man über Toyota-Junior Takamoto Matsuda fällen, der bei seinem ersten WM-Start in einem Yaris WRC erhebliche Anlaufschwierigkeiten hatte.

Deutscher Doppelsieg in der WRC2

Der WRC2-Pro-Kategroie für Werksfahrer gewann einmal mehr in Deutschland Skoda-Werksfahrer Jan Kopecky. Der erfahrene Tscheche profitierte dabei aber auch von einem Ausrutscher seines jungen Teamkollegen Kalle Rovanperä, der am Samstag in Führung liegend von der Straße rutschte und dadurch mehr als vier Minuten verlor.

In der WRC2-Klasse für Privatfahrer gab es einen deutschen Doppelsieg. Skoda-Pilot Fabian Kreim hatte im Ziel 18,5 Sekunden Vorsprung vor seinem Markenkollegen, dem in der Rallyeregion beheimateten Lokalmatador Marijan Griebel.

Weiter geht es mit der WRC in drei Wochen (12. bis 15. September). Dann findet mit der Rallye Türkei ein herausfordernder Lauf auf Schotter auf dem Programm.

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