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Rallye-Challenge: Mühlviertel-Rallye

„What you get isn't what you see“

Ein Randstein beendete viel zu früh die großartige Vorstellung von Niki Glisic, immerhin hat der BMW M3-Pilot bewiesen, dass er ernorm schnell ist.

Mit großer Spannung wurde der erste Start des beinamputierten Niki Glisic bei einer Rallye erwartet. Die Rallye ist gelaufen, das Resümee sieht leider nicht nur positiv aus. Das Ziel, das sich Niki Glisic und Alfred Glaser gesteckt hatten, nämlich die Rallye vollständig zu Ende zu fahren, wurde nicht erreicht.

Immerhin eine SP hatte Niki Glisic beenden können, und was für eine: Ein Rundkurs, südlich von Perg gelegen, vom Verlauf ziemlich schnell, reichlich sandig am Asphalt und sogar mit einem kurzen Schotterteil.

Sicherlich nicht etwas, wo man ein Auto mit Heckantrieb und Frontmotor zwingend favorisieren würde. Schon gar nicht, wenn jemand zum ersten Mal eine Rallye fährt. Niki fühlte sich äußerst unwohl, fuhr für sein Gefühl eher zurückhaltend, Traktion und Seitenführung schienen ihm außerordentlich zweifelhaft.

„Eiertanz“ wäre der dafür passende Ausdruck. Die Moral war schon etwas angeschlagen, der Vorsatz für die nächste SP lautete, zumindest ein wenig Tempo zuzulegen, um nicht Letzter zu werden. Dort geschah ein kleines Mißgeschick, wie es so gut wie jedem Rallyefahrer schon einige Male in seiner Laufbahn passiert ist.

Zu diesem Zeitpunkt wussten Niki und Alfred noch gar nicht, welch großartige Tat sie zuvor vollbracht hatten: Sie waren auf SP 1 die 15. Zeit gefahren - von immerhin 53 gestarteten Teilnehmern! Und knapp vor Kumpel Markus Benes, nicht gerade ein Trödler. So kann man sich täuschen.

Das war natürlich ein absolut unerwarteter Einstieg, im erfreulichen Sinn, überhaupt nicht das, was man einem Invaliden zutrauen würde. Auch Niki selbst, der stets betont, mit großen Sicherheitsreserven gefahren zu sein, war von seiner Leistung mächtig überrascht. Offenbar haben sich die Test-Kilometer außer Konkurrenz bei diversen Rallyes doch bezahlt gemacht.

Es war auch ein Trost für das viel zu frühe Ende, denn gerade bei der Heimrallye war es deprimierend, schon nach SP 2 zusehen zu müssen. Es passierte auf einer „Rechts-Eins-Abzweig-hängt“, als das Auto auf Rollsplitt zu stark an Seitenführung verlor und links hinten an einem Randstein anschlug.

Dabei wurden die Felge und einige Teile der Aufhängung zerstört. Etwas Ähnliches ist auch schon Walter Zöckl bei der Castrol-Rallye mit seinem BMW M3 passiert, aber der konnte damals weiterfahren.

Dennoch war es ein würdevoller, ja sensationeller Auftritt, den Niki Glisic anlässlich seiner Premiere hingelegt hatte, so dass man seinen künftigen Rallye-Einsätzen trotz der unübersehbaren körperlichen Einschränkungen mit Optimismus entgegensehen kann.

Sein nächster Rallye-Start wird vermutlich die ADAC-Niederbayern-Rallye bei Aussernzell sein. Die Castrol-Rallye muss aufgrund des Studiums in Bremen ausgelassen werden.

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