RALLYE

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Mister Perfect

Sebastien Loeb holt seinen siebenten Saisonsieg, der Citroen-Pilot gewinnt vor Grönholm und Solberg, Stohl wird guter Achter.

Manfred Wolf

Die Fans waren vor dem Start zur ersten Prüfung des letzten Tages genauso gespannt wie die Journalisten, die Teams und die Fahrer selbst: Würde es Marcus Grönholm, der während der zweiten Etappe eine tolle Leistung bot, am letzten Tag der Argentinien-Rallye noch gelingen, den großen Dominator Sebastien Loeb in Bedrängnis zu bringen?

Spätestens als die Spitzengruppe die legendäre SP „El Condor“ zum ersten Mal passiert hatte, war klar, dass das Unterfangen von Peugeot-Pilot Grönholm aussichtslos sein dürfte: Citroen-Star Sebastien Loeb fuhr gleich auf dieser ersten Prüfung der dritten und letzten Etappe eine Bestzeit und machte damit klar, dass er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen wollte.

Zudem waren gleich drei Piloten schneller als Grönholm mit seinem 307 WRC: Zu aller erst ein Subaru, gesteuert von Petter Solberg, direkt dahinter reihten sich die beiden Mitsubishi-Piloten Gigi Galli und Harri-Rovanperä ein. Während Galli nach dem frühen Ausfall am ersten Tag für die Gesamtwertung keine Rolle mehr spielt, kämpft sein Teamkollege Rovanperä ja noch um Rang vier gegen die Ford-Speerspitze Toni Gardemeister.

Ebenfalls im Kampf um eine Platzierung befindet sich der Österreicher Manfred Stohl: Der Wiener eröffnete mit einer tollen achten SP-Zeit, nur 9,3 Sekunden langsamer als Loeb – damit eroberte er wichtige Sekunden gegen Francois Duval, der vor ihm auf Gesamtrang sieben liegt, dessen Vorsprung in der Gesamtwertung schmolz auf 17 Sekunden.

Doch die zweite SP der Abschlussetappe brachte leider eine Ernüchterung für Stohl: Er verlor 9,7 Sekunden, sein Rückstand wuchs damit wieder deutlich auf über 20 Sekunden an. Ähnlich erging es Harri Rovanperä: Trotz vollem Einsatz und der zweitbesten SP-Zeit verlor er 2,4 Sekunden auf den vor ihm liegenden Toni Gardemeister: Der Ford-Pilot erzielte nämlich die Bestzeit auf SP 19 und konnte seinen vierten Rang dadurch absichern. Auch an der Spitze änderte sich nichts: Loeb, Grönholm und Solberg fuhren die dritte, vierte bzw. fünfte SP-Zeit, damit wurden die Abstände in der Gesamtwertung sogar größer als kleiner…

Dann die letzte „echte“ Sonderprüfung der Argentinien-Rallye 2005: Doch auch bei der zweiten Durchfahrt von „El Condor“ änderte sich an der Spitze nichts mehr: Solberg fuhr zwar die Bestzeit, aber weder Grönholm (mit der sechstbesten SP-Zeit) noch Loeb (Viertschnellster) ließen nennenswerte Zeit liegen. Der Kampf zwischen Gardemeister und Rovanperä endete ebenfalls unentschieden: Rovanperä war zwar noch einmal schneller und erzielte die zweitbeste SP-Zeit, doch Gardemeister gab nur eine halbe Sekunde ab und klassierte sich direkt dahinter auf Rang drei. Die beiden waren zu diesem Zeitpunkt somit durch 7,8 Sekunden getrennt.

Wenigstens eine kleine Sensation gab’s dann aber doch noch – und die betraf erfreulicherweise Manfred Stohl: Der Wiener fuhr die fünftschnellste Zeit und war damit 14,4 Sekunden schneller als Citroen-Werkspilot Francois Duval. In der Gesamtwertung fehlten Stohl im privaten Kronos-Xsara vor den beiden SuperSpecials 12,3 Sekunden – auch wenn man patriotisch ist, eine Positionsverbesserung aus eigener Kraft erschien doch eher unmöglich.

Die beiden SuperSpecials brachten dann - wie erwartet - keine Änderungen mehr: "SuperSeb" Sebastien Loeb sicherte sich den unglaublichen sechsten Sieg in Serie, gleichzeitig seinen siebenten Saisonsieg - beides hat vor ihm noch kein anderer Rallye-WM-Pilot geschafft! Langsam wird die Dominanz des ehemaligen Kunstturners beängstigend, vor allem für seine Konkurrenten: Marcus Grönholm (Peugeot) war dieses Mal zwar knapp dran, wirklich gefährden konnte er den Dominator Loeb aber genausowenig wie Subaru-Pilot Petter Solberg, der auf den dritten Rang fuhr.

Einen guten vierten Rang sicherte sich Toni Gardemeister (Ford), Harri Rovanperä (Mitsubishi) fehlten am Ende 5,6 Sekunden auf seinen finnischen Landsmann. Der Trend bei Mitsubishi zeigt aber weiter steil nach oben, mit ein bisschen Glück wird es bald die erste Podiumsplatzierung für die Japaner geben!

Auf Platz sechs schließlich Markko Märtin, der auch in Argentinien farblos wirkte, vor allem im direkten Vergleich mit seinem Teamkollegen Marcus Grönholm. Rang sieben sicherte sich bei seinem Citroen-Comeback Francois Duval, der damit WM-Punkte holen kann und die Erwartungen von Citroen-Teamchef Guy Frequelin erfüllt haben dürfte. Manfred Stohl platzierte seinen privaten Citroen Xsara direkt dahinter, 13,8 Sekunden fehlten dem Wiener in Diensten von OMV-Kronos-Racing am Ende auf Rang sieben. Doch Stohl kann trotz starker Werks-Konkurrenz wieder einen WM-Punkt erobern und beweisen, dass er mitten in der Weltspitze mitfahren kann.

In der WM-Zwischenwertung liegt Loeb nun eindrucksvoll in Front, sein Vorsprung auf Solberg beträgt bereits 27 Punkte, Grönholm liegt sogar ganze 30 Punkte zurück. Manfred Stohl hält den alleinigen siebenten Gesamtrang. In der Marken-WM konnte Citroen die Führung auf 96 Punkte ausbauen, sechs Punkte dahinger ist Peugeot auf Platz zwei, Ford hält bei 62 Punkten und ist Dritter.

Endergebnis (inoffiziell):

1. LOEB/ELENA, Citroen 3:55:36.4 Std.
2. GRÖNHOLM/RAUTIAINEN, Peugeto 307 + 00:26.1 Sek.
3. SOLBERG/MILLS, Subaru + 00:55.3
4. GARDEMEISTER/HONKANEN, Ford + 02:38.0 Min.
5. ROVANPERA/PIETILAINEN, Mitsubishi + 02:43.6
6. MARTIN/PARK, Peugeot 307 + 04:22.2
7. DUVAL/SMEETS, Citroen + 05:29.1
8. STOHL/MINOR, Citroen + 05:42.9
9. ATKINSON/MACNEALL, Subaru + 6:00.4
10. PONS/BARRIO, Citroen + 8:23.5

WM-Stand Fahrer:

1. Sebastien Loeb 75 Punkte
2. Petter Solberg 48
3. Marcus Grönholm 45
4. Toni Gardemeister 44
5. Markko Märtin 42
6. Harri Rovanperä 20
7. Manfred Stohl 12
8. Carlos Sainz 11
9. Roman Kresta 10
10. Henning Solberg 9

WM-Stand Marken:

1. Citroen 96 Punkte
2. Peugeot 90
3. Ford 62
4. Subaru 54
5. Mitsubishi 41
6. Skoda 8

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