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Rallye-Challenge: Herbst-Rallye

Schlager-Parade für Volvo

Karl Rumpler möchte den Volvo Original Cup in Österreich etablieren, Eddy Schlager wird den Volvo 740 pilotieren, Richard Wächter nimmt am heißen Sitz Platz.

Eddy Schlager gehört zu den Menschen, die es zu etwas gebracht haben. In Tschechien hat er sich als erfolgreicher Inhaber eines Unternehmens, das sich mit dem Handel und der Vermietung hochwertiger Baumaschinen beschäftigt, eine solide Existenzgrundlage aufgebaut.

Beim Rallyefahren hat er eher Lehrgeld gezahlt, auch wenn sein Können mit Leichtigkeit der Meisterwürde gereicht. Eddy Schlager, der heute noch seine Schnelligkeit beweist, war in den späten Achtziger Jahren einer von jenen Fahrern, welche auch mit unterlegenem Material die Favoriten ins Schwitzen bringen konnten, aber aus Finanzierungsgründen aufhören mußten, bevor sie den Zenit ihrer Laufbahn erreichen konnten.

Motto: Lieber Aufhören als in ein existenzielles Desaster zu schlittern. Oder anders: Rallye schon, aber nur, wenn es ohne Kredite leistbar ist.

Diese Botschaft möchte Eddy Schlager nun an junge Fahrer weitergeben. Zufällig ist diese Botschaft identisch mit dem Volvo Original Cup, der auch auf niedrige Budgetlimits setzt und trotzdem alles bieten will, was Rallyefahren interessant macht.

Damit soll vor allem Newcomern eine preisgünstige Einstiegsmöglichkeit geboten werden. In dieser Form ist der Volvo Original Cup in einigen Ländern wie Schweden oder Deutschland schon seit Jahren sehr beliebt, aufgrund des großen Erfolges in diesen Ländern werden nun auch in Österreich erste Schritte unternommen, diesen Cup zu etablieren.

Dass man dabei auf Gebrauchtware setzt, tut der Begeisterung keinen Abbruch, es ist sogar Bestandteil des Konzeptes, das sich niedrige Anschaffungs- und Instandsetzungskosten zum Ziel setzt. Konstruktiv bieten die Wagen trotz ihres Alters sogar einige besondere Vorteile, wie vor allem die hohe Stabilität.

Einen ersten Eindruck davon, was mit den Wagen wettbewerbstechnisch alles möglich ist, konnten österreichische Rallyefans schon bei der Triestingtal-Rallye erfahren, dank der Teilnahme von Jochen Walther aus Deutschland, der bei der Premiere eines Volvos nach VOC-Reglement in Österreich mehr als überzeugend agiert hat und einen Top-Ten-Platz in der Gesamtwertung nur knapp verpaßt hatte.

Nun will sich erstmals ein Österreicher an das Abenteuer heranwagen, das hierzulande noch Neuland ist, aber einige wertvolle Perspektiven bietet: Eddy Schlager, in der tschechischen Sprintrallye-Meisterschaft bereits wieder sehr erfolgreich dabei und daher bestens in Übung, will den Anfang machen und damit Karl Rumpler, einen wichtigen Initiator des Projektes Volvo-Cup in Österreich, unterstützen.

Karl Rumpler ist es auch, der das Auto, einen Volvo 740, zur Verfügung stellt. Eddy Schlager wiederum wird während der Rallye unterstützt von Richard Wächter, einem der erfahrensten österreichischen Beifahrer.

Dass gerade die Herbst-Rallye ausersehen wurde, um das hierzulande noch sehr unbekannte Objekt VOC-Volvo einer eingehenderen Prüfung zu unterziehen, ist kein Zufall, schließlich bietet sie aufgrund ihrer hohen Anforderungen und ihres großen Zuseher-Interesses in mehrfacher Hinsicht gute Grundlagen.

Zwar führt die Rallye hier zu hundert Prozent über Asphalt-Strecken, während der Volvo vor allem auf Schotter- und Schneeprüfungen zu Hause ist, aber daß die Herbst-Rallye keine gewöhnliche Asphaltrallye ist, hat sich ja schon oft gezeigt. Des Öfteren gab es hier schon ärgere Rutschpartien als an manchen Tagen der Rallye Monte Carlo oder der RAC-Rallye.

Eine Herausforderung wird es gewiß auch sein, mit dem sperrigen Auto schnelle Zeiten zu erzielen, was aber beispielsweise einem Jochen Walther sehr gut gelingt. Fraglos eine Sache für Könner. Aber genau das muß man sein, wenn man im Rallyesport groß werden will. So wie Weltmeister Petter Solberg, der auch seine Karriere mit einem Volvo VOC begonnen hatte.

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