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Ausfallsorgie in Down Under

Grönholm gleich auf SP 3 mit Überschlag, später auch Atkinson in Führung out. Es führt Petter Solberg knapp vor Hirvonen, dahinter Pons und Manfred Stohl.

Michael Noir Trawniczek

"Very very slippery" - als die Rallye-Protagonisten in Down Under die morgendliche, rund 16 Kilometer lange SP "Murray North" absolviert hatten, war es im Grunde egal, welcher Pilot befragt wurde, im Zielraum hieß es immer nur: "Very, very slippery". Vorausgesetzt freilich, dass dieser Zielraum überhaupt erreicht wurde...

Die 19. Rallye Australien begann mit einem Paukenschlag: Als WM-Zweiter musste Marcus Grönholm in Abwesenheit von Weltmeister Sébastien Loeb die Prüfung als erster befahren. Der Finne ist bekannt dafür, vom ersten Meter an Vollgas zu geben. Die außerordentlich rutschige SP 3 jedoch vertrug dies nicht - Grönholm überschlug sich nach fünf Wertungskilometern, der Ford Focus kam einige Wagenlängen neben der Strecke zum Erliegen.

Grönholm und sein Beifahrer Timo Rautiainen schafften es, den Wagen wieder in Bewegung zu setzen - das Duo verlor jedoch rund zehn Minuten. "Ich traf einen Stein, der uns von der Straße schleuderte...", gab Grönholm, der damit wohl seine letzte WM-Chance verloren hat, zerknirscht zu Protokoll.

Doch die morgendliche SP 3 wurde noch mehr Piloten zum Verhängnis: Dani Sordos rot lackierter Citroen kam mit einem Getriebeproblem zum Erliegen, Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson stoppte mit einem heraus gerissenen linken Vorderrad.

SP 5: Atkinson gibt Gas

Bewaffnet mit ausgezeichneten Ortskenntnissen konnte sich Lokalmatador Chris Atkinson gleich nach der ersten Wertungsprüfung an die Spitze setzen, der Subaru-Werkspilot führte die Winzigkeit von acht Zehntelsekunden vor seinem Stallkollegen Petter Solberg und 1,8 Sekunden vor Mikko Hirvonen. Mit einem Rückstand von 12,5 Sekunden belegte Manfred Stohl den vierten Rang vor Xavier Pons im Kronos-Xsara mit der Startnummer 1 und seinem Stallkollegen Henning Solberg.

Auf der folgenden rund 20 Kilometer langen SP "Murray South" konnte Atkinson abermals zuschlagen und seine Führung ausbauen. Den zweiten Rang übernahm Mikko Hirvonen, dahinter Petter Solberg und Xavier Pons. Manfred Stohl rutschte ab auf Rang fünf - der Wiener kämpfte mit seinem Auto: "Ich hatte ein großes Übersteuern - es war sehr schwierig, der Wagen ist nur schwer unter Kontrolle zu halten."

Dies dürfte auch bei Stobart Ford-Pilot Luis Perez Companc der Fall gewesen sein - zumindest rollte auch er sich von Strecke, während Grönholm in seinem angeschlagenen Ford Focus die siebente Zeit fahren konnte, insgesamt jedoch als 52. hoffnungslos zurücklag.

Auch auf der nur 3,13 Kilometer langen Prüfung "Holyoake" war Lokalmatador Chris Atkinson am schnellsten. Doch dann wurde die morgendliche "Murray North" ein weiteres Mal befahren - auf SP 6 sollte sich das Ausfallsdrama fortsetzen.

SP 6: Atkinson out, Hirvonen führt

Es war ausgerechnet "Nationalheld" Chris Atkinson, der mit seinem Subaru von der Strecke abkam. Bei dem Einschlag begann der Wagen zu brennen, Atkinson und sein Co-Pilot Glenn Macneall konnten sich jedoch rechtzeitig befreien. Und noch ein weiteres Opfer forderte die Prüfung: Henning Solberg überschlug sich...

Die Bestzeit erging zwar an dessen Bruder Petter Solberg, doch in Führung lag nun Hirvonen - allerdings trennten die beiden nur 1,4 Sekunden. Rund 30 Sekunden dahinter belegte Pons Rang drei, weitere zehn Sekunden dahinter war Stohl nun wieder Vierter. Nach SP 6 gab der Peugeot-Pilot zu Protokoll: "Es war zwar besser als am Morgen, aber es ist trotzdem nicht so, wie ich das haben will."

SP 7: Solberg übernimmt die Führung

Nachdem Petter Solberg auch auf der letzten Prüfung vor dem Mittagsservice Bestzeit fahren konnte, übernahm er nun auch in der Gesamtwertung die Führung. Der Norweger liegt jedoch nur 2,7 Sekunden vor Mikko Hirvonen.

36,2 Sekunden dahinter belegt Xavier Pons Rang drei, 17 Sekunden hinter dem Citroen-Piloten liegt Manfred Stohl auf dem vierten Rang - von hinten droht dem Wiener keine Gefahr. Der Fünfte, Privatier Baldacci im Mitsubishi, liegt über zwei Minuten zurück. Nur vier der zehn WRC-Piloten sind also noch in den Spitzenrängen vertreten - allerdings konnte sich Grönholm bereits wieder auf Rang neun vorarbeiten, wenngleich mit einem Rückstand von 7:48 Minuten.

Um 16.32 Uhr Ortszeit (13.32 Uhr MEZ) wird die bislang recht verrückte Australien-Rallye fortgesetzt - mit der rund 23 Kilometer langen SP 8 "Beraking".

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