RALLYE

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Doppelsieg - Ford führt in der Marken-WM!

Mit einem Doppelsieg von Grönholm & Hirvonen übernimmt Ford die WM-Führung. Henning Solberg bejubelt ersten Podestrang. Stohl 8., Aigner 10.

Michael Noir Trawniczek

Marcus Grönholm ließ am letzten Tag der Türkei-Rallye nichts mehr anbrennen, fuhr den nach dem Ausfall seines Rivalen Petter Solberg vorprogrammierten und sicheren Sieg nachhause. Mikko Hirvonen sorgte mit seinem zweiten Platz, mehr als zwei Minuten hinter seinem Stallkollegen, für einen Doppelsieg des Ford-Werksteams, welches somit die Führung in der Marken-WM übernehmen konnte.

Am letzten Tag der bisher so schwierigen, harten und auch ein wenig verrückten Türkei-Rallye wurden nur noch drei Wertungsprüfungen mit insgesamt 50 Kilometern Länge befahren, die Strecken präsentierten sich in einem versöhnlichen, etwas angenehmeren Zustand.

Leise Titelhoffnungen

Ein sichtlich zufriedener Marcus Grönholm erklärte: "Ich habe heute nichts mehr riskiert. Ich bin sehr froh, dass ich hier, auf diesen schwierigen Prüfungen, den Sieg holen konnte. Unser Doppelsieg ist sehr wichtig für Ford." In Siegerlaune keimten in dem 38-jährigen Finnen auch wieder leise Hoffnungen in Hinblick auf den Titel in der Fahrer-WM auf. Unmöglich sei es nicht, sprach Grönholm von "leisen und entfernten Hoffnungen". Mikko Hirvonen fügte hinzu: "Bei dieser Rallye keine Fehler zu machen - das ist bei diesen Konditionen schon sehr gut. Das war eine sehr wichtige Rallye für uns, wir sind ein starkes Team."

Henning Solberg: Erster Podestplatz!

Während Petter Solberg unter SupeRally neue Komponenten und Setup-Einstellungen an seinem Subaru Impreza austestete, und dabei die letzten beiden Prüfungen mit Bestzeit beenden konnte, erfüllte sich dessen Bruder Henning einen Kindheitstraum. Der Norweger leistete sich keine Fehler mehr und darf sich über seinen ersten Podestplatz in der WRC freuen, belegte 42,6 Sekunden hinter Hirvonen den dritten Platz. "Ich war so nervös, ich werde das Podest erklimmen, ich bin...", fehlten dem OMV-Piloten die Worte, um seine unbändige Freude zu beschreiben. Dabei musste Solberg auch am letzten Tag noch ein wenig zittern: "Vor der letzten Prüfung war der Wagen innen voller Bremsflüssigkeit, ich konnte das regeln, sperrte das Differenzial ab. Jetzt ist der nächste Schritt für mich ein Sieg bei der Norwegen-Rallye."

Sordo & Pons jubeln, McRae geht leer aus

Ein tolles Finish erlebte Kronos-Pilot Xavier Pons, der die morgendliche SP 17 als Zweiter hinter dem Schnellsten Francois Duval beenden und in der Gesamtwertung vom sechsten auf den vierten Rang vorrücken konnte. "Ich bin sehr glücklich, dieses Wochenende verlief sehr gut für mich und das Team", jubelte Pons. Eine gewaltige Aufholjagd startete auch der zweite Spanier im Kronos-Team, Dani Sordo. Er beendete die beiden Prüfungen SP 18 und 19 als Dritter und Zweiter, rückte in der Gesamtwertung vom zehnten auf den siebenten Rang vor. "Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl im Auto und ich hatte ein tolles Duell mit Manfred Stohl", jubelte der Juniorenweltmeister, der den Österreicher am Ende doch noch besiegen konnte - mehr dazu weiter unten.

Im Gegensatz zu seinen spanischen Teamkollegen erlebte Loeb-Ersatzpilot Colin McRae eine Rallye zum Abhaken. Vor der letzten Prüfung lag der Schotte noch auf dem siebenten Gesamtrang, doch dann konnte er die 19. Wertungsprüfung wegen Elektronikproblemen nicht beenden, schon zuvor hatte er auch von Überhitzungsproblemen berichtet. Der Ex-Weltmeister fährt somit ohne einen einzigen WM-Punkt nachhause.

Ganz im Gegenteil zu dem Stobart-Piloten Kosti Katajamaki, der die Rallye als Fünfter beenden konnte - und beinahe hätte er sogar Vierter werden können, am Ende fehlten ihm nur winzige 1,1 Sekunden auf den vor ihm gereihten Xavier Pons. Auf Rang sechs abgerutscht ist Subaru-Pilot Chris Atkinson - womit OMV-Peugeot in der Marken-WM näher an das japanische Werksteam heranrückt, ganz so, wie es Teammanager Jacky Bozian im Vorfeld als ehrgeiziges Ziel abgesteckt hatte.

Stohl holt WM-Punkt

Im Schatten seines Stallkollegen Henning Solberg konnte Manfred Stohl heute immerhin noch einen WM-Punkt für die Fahrerwertung erobern. Die fünf Kilometer kurze SP 17 beendete "Stohlito" als Drittschnellster und erklärte: "Keine Probleme, alles ist okay." In der darauf folgenden Prüfung schlug der Wiener gegen einen Stein, gab jedoch nach Rang 6 Entwarnung: "Es ist nichts passiert." Zu diesem Zeitpunkt lag Stohl noch exakt neun Sekunden vor Dani Sordo. Die letzte, rund 29 Kilometer lange SP 19 beendete Stohl zwar als Sechstschnellster, doch Sordo war noch schneller - am Ende fehlten Stohl und seiner Co-Pilotin Ilka Minor 5,5 Sekunden auf den Spanier und den siebenten Rang. Aber auch Platz 8 ist ein guter Abschluss dieser so schwierigen Rallye, die für den OMV-Piloten Neuland war.

Aigner vor Rovanperä guter Zehnter

Sehr zufrieden darf auch Andreas Aigner sein - der Red Bull Skoda-Pilot belegte den zehnten Gesamtrang, knöpfte seinem arrivierten Stallkollegen Harri Rovanperä, der hinter ihm Platz 11 belegt, letztlich satte 1:45 Minuten ab. Wermutstropfen: Francois Duval konnte die Rallye als schnellster Skoda-Pilot auf Rang neun beenden. Vor der letzten Prüfung erklärte Aigner: "Wir bringen das Auto nur noch ins Ziel. Die Zeiten von gestern und heute sind okay, aber wir haben am Freitag zu viel Zeit verloren."

Als nächstes wird sich der Rallye-Tross nach Down Under begeben - von 27. bis 29. Oktober steht die Australien-Rallye auf dem Programm, auch sie wird unter Abwesenheit des WM-Führenden Sébastien Loeb über die Bühne gehen. Loeb führt nun "nur noch" 25 Punkte vor Grönholm, bei drei ausstehenden Läufen. Grönholm möchte auch im Land der Känguruhs gewinnen, alles andere wird man sehen.

Ergebnis

 1.  Marcus Grönholm    Ford       3:28:16.3
 2.  Mikko Hirvonen     Ford        + 2:23.4
 3.  Henning Solberg    Peugeot     + 3:06.0
 4.  Xavier Pons        Citroen     + 3:27.4
 5.  Kosti Katajamaki   Ford        + 3:28.5
 6.  Chris Atkinson     Subaru      + 3:36.5
 7.  Dani Sordo         Citroen     + 4:24.8
 8.  Manfred Stohl      Peugeot     + 4:30.3
 9.  Francois Duval     Skoda       + 5:35.6
10.  Andreas Aigner     Skoda       + 6:57.4
11.  Harri Rovanperä    Skoda       + 8:42.9   


WM-Stand Fahrer

 1. LOEB Sébastien            112 Punkte
 2. GRÖNHOLM Marcus            87 Punkte
 3. HIRVONEN Mikko             47 Punkte
 4. SORDO Dani                 43 Punkte
 5. STOHL Manfred              34 Punkte
 6. SOLBERG Henning            25 Punkte
 7. SOLBERG Petter             23 Punkte
 8. GARDEMEISTER Toni          20 Punkte
 9. PONS Xavier                18 Punkte
10. ATKINSON Chris             17 Punkte
11. GALLI Gigi                 15 Punkte
22. AIGNER Andreas              3 Punkte


WM-Stand Marken

1. Ford                         153 Punkte
2. Kronos-Citroen               145 Punkte
3. Subaru                        83 Punkte
4. OMV-Peugeot                   67 Punkte
5. Stobart VK M-Sport Ford       35 Punkte
6. Red Bull Skoda                23 Punkte


Noch 3 Läufe:

27. - 29. Oktober           Australien-Rallye
10. - 12. Novemeber         Neuseeland-Rallye
 1. -  3. Dezember          Großbritannien-Rallye

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