RALLYE

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Fun-Faktor 190

Gäbe es eine Top-Ten der besten österreichischen Rallye-Drifter der letzten zehn Jahre, Christoph Weber fände sich mit Sicherheit in der Liste.

Sein Name hat beim Rallye-Publikum einen ähnlich guten Klang wie Andreas Hulak, Christof Klausner oder Thomas Steinmayer. Ebenso wie diese, gilt er auch in Sachen Tempo als einer der Effizientesten, seine Ergebnisse mit zum größten Teil unterlegenen Fahrzeugen, so sie der ungestümen Fahrweise bis zum Schluß standgehalten haben, weisen auf ein großartiges Können hin. Beste Beispiele dafür sind ein neunter Platz in der Gesamtwertung mit dem Alfa Romeo 33 sowie ein zehnter Platz mit einem VW Golf GTI II, jeweils erreicht bei der Gorbatschow-Snow-Rallye in den Jahren 1999 und 2000 (damals noch unter dem Namen Christoph Armano).

In der jüngeren Zeit war vor allem die Führung in der Austrian Rallye Challenge im Jahr 2005 von Bedeutung, mit einem Subaru Impreza, den später Dr. Christian Nitsche einsetzte. Ein schwerer Unfall bei der ADAC-Niederbayern-Rallye kostete nicht nur den möglichen Titel in der Austrian Rallye Challenge, sondern führte auch dazu, daß Christoph Weber aufgrund einer Wirbelsäulenverletzung längere Zeit kein Rallyeauto besteigen durfte.

Triestingtal 2007 wird auch die erste Rallye von Christoph Weber seit dem unglücklichen Ende in Niederbayern im Jahr 2005 sein. Eigentlich wollte er ja schon bei der OMV-Waldviertel-Rallye wieder mitfahren, aber zu diesem Zeitpunkt dachte er an den Verkauf seines Mercedes 190 2,3 E 16V und wollte ihn daher keinen Aktionen aussetzen, die seinen Wert drastisch mindern könnten. Zum Glück überlegte Christoph Weber es sich anders, und anstatt den Mercedes zu verkaufen, fuhr er damit zur WANGGO Rallye Drift-Challenge, wo er von Niki Glisic herzlich empfangen wurde. Drift-Challenge, das war genau das Richtige für ihn, und umgekehrt verhielt es sich genauso.

Damit sollte der Anschluß an bisher erreichte Erfolge gelingen, denn auch mit dem Mercedes hatte Christoph Weber einige sehr schöne Erfolge, man denke nur an die 3-Städte-Rallye im Jahr 2004 oder in der nationalen Wertung der Castrol-Rallye. Um auch auf Schotter ohne große Anlaufzeit den richtigen Dreh schnell wieder heraus zu haben, wurde der BRK-Rallyesprint 2006 zum Einfahren genützt, mit einem Mercedes, der dem Rallyewagen nur entfernt ähnlich sieht, aber auch ein 190er ist. Außerdem: Christoph Weber war bei der Triestingtal-Rallye 2005 bereits Geamt-Dritter.

Mit der auch hubraumstärkeren 16-Ventil-Version, die inzwischen auch bei den Historischen zugelassen ist, trifft Christoph Weber, der die Triestingtal-Rallye mit seinem langjährigen Partner Karl Mann in Angriff nimmt, auf einige ernstzunehmende Gegner. Einer der ersten Namen, die einem hier einfallen, ist Ex-Klubkollege Joe Baier, der schon bei der Rallye Abu Dhabi Classic einen perfekten Umgang mit seinem Porsche 911 bewiesen hatte. Zu berücksichtigen sind natürlich auch die Triestingtal-Routiniers Oskar Hebenstreit und Willi Polesznig, sowie – mit gewissen Unsicherheitsfaktoren, Roland Spazierer.

Da die gesamte Rallye leicht zu einem einzigen Unsicherheitsfaktor werden kann, vor allem dann, wenn man zu wenig Respekt vor möglichen Materialschäden hat (etliche haushohe Favoriten sind schon des Öfteren daran gescheitert), will Christoph Weber sich Zurückhaltung auferlegen. Was natürlich nicht heißt, daß er seinen berühmten „Spirit of Weber“ völlig in die Versenkung abdrängen will. Ob es gelingen wird, den richtigen Kompromiss zwischen Fahren auf Abwarten und Full Pull zu finden, wird sich zeigen. Faktum ist, daß es Christoph Weber auch bei einer Rallye, wo es um nichts ging, gelungen ist, das Publikum zu unterhalten.

Das Lustgefühl bei den Rallye-Besuchern könnte also leicht den Wert 190 erreichen, wenn Christoph Weber und Karl Mann ihre Rückkehr feiern.

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