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Rallye-WM: Neuseeland

Ford möchte zurückschlagen

In Deutschland hat Ford die Führung in beiden WM-Wertungen verloren - doch auf dem Schotter Neuseelands sollen diese wieder zurückerobert werden.

Foto: Ford

Umschwung am anderen Ende der Welt: Bei der Rallye Neuseeland (28. bis 31. August) will das Team BP Ford Abu Dhabi die WM-Stände in Fahrer- und Markenwertung wieder umdrehen. Der elfte von 15 Saisonläufen – die dritte Rallye in fünf Wochen – findet nach dem Abstecher auf deutschen Asphalt wieder auf Schotter statt, dem bevorzugten Geläuf des Werksteams.

Die flüssigen Wertungsprüfungen (WP) rund um das Rallye-Zentrum Hamilton auf der Nordinsel des Landes sind wie geschaffen für die finnischen Fahrerpaarungen Mikko Hirvonen / Jarmo Lehtinen und Jari-Matti Latvala / Miikka Anttila. Schnell, eben wie ein Billardtisch und in Kurven leicht überhöht, schlängeln sich die WP-Strecken durch die sattgrüne Waikato-Ebene. Damit ähnelt ihre Charakteristik den Prüfungen der Finnland-Rallye. Und wie diese laden sie zu angriffslustiger Fahrweise ein. Unter den WM-Piloten gelten die neuseeländischen Routen zudem als die schönsten und fahrerisch unterhaltsamsten der Saison.

Der selbst für neuseeländische Verhältnisse ungewöhnlich feuchte Winter veränderte das Gesicht der WP-Strecken leicht. Durch den Niederschlag liegt kaum mehr loser Schotter auf der Strecke, sodass die Pisten schon für die ersten Starter guten Grip liefern – ein Vorteil für Mikko Hirvonen, der zunächst als Zweiter auf die Strecke geht. Weiterer Regen könnte die Straßen allerdings unerwünscht aufweichen.

Der 28-jährige Hirvonen liegt in der Fahrerwertung mit vier Punkten Rückstand auf Rang zwei. Der Finne tritt zum fünften Mal in Neuseeland an, wo er 2006 als Zweiter sein bisher bestes Resultat erzielte. „Die Straßen haben einen guten Rhythmus und sind so eben, dass man sich keine Sorgen machen muss, das Auto oder die Reifen an losen Steinen zu beschädigen“, analysiert der sechsfache WM-Laufsieger. „Die überhöhten Kurven laden zum Attackieren ein, aber es ist wichtig, das Auto eingangs der Kurven auf der richtigen Seite des Gefälles zu platzieren. Wer die Neigung der Straße falsch erwischt, kommt quer, muss einen weiten Bogen fahren oder schafft die Kurve überhaupt nicht.“

„Das Reglement besagt, dass wir hier nur einen Reifentyp einsetzen dürfen. Bei Kälte und Regen wird es schwierig, die harten Reifen auf die optimale Temperatur zu bringen“, fährt Hirvonen fort. „Falls es so kommt, werde ich vermutlich zunächst vorsichtig agieren – auf der anderen Seite bin ich auf der ersten WP in Argentinien bei solchen Verhältnissen viel Risiko eingegangen und habe eine Top-Zeit erzielt. Genauso gut kann man aber auch von der Strecke rutschen. Ermutigend sind die Verbesserungen am Motor, die sich in Deutschland definitiv bewährt haben.“

Teamkollege und Landsmann Jari-Matti Latvala steht vor seinem vierten Start im Land der Kiwi-Vögel. „Ich mag diese Rallye – und nach der Enttäuschung in Deutschland tut es gut, wieder auf Strecken zu fahren, die mir liegen“, bekennt der 23-Jährige. „Die Oberfläche besteht aus Sand und sehr feinem Schotter, der sehr fest verdichtet ist. Wegen der feuchten Straßen liegt kein loser Schotter herum, da dürfte mein früher Startplatz vorteilhaft sein. Ich werde die Prüfungen absolviert haben, bevor es schlammig und rutschig wird.“

In Neuseeland werden neben den beiden Werkswagen vier weitere Ford Focus RS starten. François Duval / Patrick Pivato ersetzen den verletzten Gigi Galli beim Team Stobart VK M-Sport, wo auch Matthew Wilson / Scott Martin um Punkte kämpfen. Federico Villagra / Jorge Perez Companc und Henning Solberg / Cato Menkerud treten für die Mannschaft von Munchi’s Ford an. Zudem sind fünf Ford Fiesta ST gemeldet.

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