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„Es ist noch alles möglich!“

In Freistadt wurde am Samstagvormittag kräftig Gas gegeben – Franz Wittmann ist vorn dabei und hat noch alle Chancen auf eines der Pirelli-Cockpits.

Michael Noir Trawniczek

Am Freitagabend wurde in der Messehalle von Freistadt das Europäische Shootout der Pirelli Star Driver Search eröffnet – es folgten Interviews mit den 18 Teilnehmern und eine Talkshow mit den Jury-Mitgliedern Michele Mouton und Walter Röhrl sowie den österreichischen Rallye-Größen Manfred Stohl und Raimund Baumschlager.

Was alle viele wissen wollen: Wie groß ist bei der Entscheidung der Jury der Anteil des Fahrens? Walter Röhrl sagte dazu süffisant: „Natürlich geht es in erster Linie ums Fahren, aber es geht eben auch um den Umgang mit den Medien – wenn es in meiner Karriere nur um den Umgang mit den Medien gegangen wäre, würde ich wahrscheinlich heute noch Schnee schaufeln.“

Gefahren wurde am Samstagvormittag – die Rallyefans erschienen zahlreich. Viele schätzen, dass es mindestens so viele Zuschauer sind wie bei einem ÖM-Lauf. Dreimal wurde die 9,59 Kilometer lange SP „Kerschbaum“ absolviert. Weil die 18 Jungtalente mit völlig unterschiedlichen Boliden antreten, sind die Zeiten nicht wirklich relevant. In Führung liegt jedenfalls Hermann Gassner jr. vor Simone Campedelli, Martin Semerad und Franz Wittmann, der jedoch nur 3,4 Sekunden Rückstand aufweist. Die Top 8 fahren allesamt einen Mitsubishi Lancer Evo IX.

Österreichs Teilnehmer Franz Wittmann jr. wurde von seinen Fans tatkräftig unterstützt – auch Franz Wittmann sen. war an der Strecke und sagte: „Franz ist gut gefahren – aber wie willst du das wirklich mit freiem Auge abschätzen?“

Wittmann: „Es hat alles gepasst!“

Wittmann selbst gab sich in der Mittagspause zuversichtlich: „Es hat alles gepasst. Auf der ersten Prüfung mussten wir noch ein bisschen als Kehrfahrzeug fungieren, was uns sicher ein paar Sekunden gekostet hat. Insgesamt wird hier auf einem sehr hohen Level gefahren – möglicherweise fuhr ich auf den letzten Prüfungen zu spektakulär. Aber es ist alles in Ordnung – ich habe gehört, dass wir unter den Besten sind und noch alles möglich ist.“

Stohl: „Franz hat alles richtig gemacht“

Manfred Stohl hat sich die Vormittagsprüfungen an unterschiedlichen Stellen angesehen und war von einigen Jungpiloten angetan – einer von ihnen war Victor Manuel Galeano Tomboly aus der Codasur Zone, der mit seinem Mitsubishi Lancer Evo IX auf SP 3 mit 5:37.6 Minuten die absolut schnellste Zeit fahren konnte. Stohl schüttelte den Kopf: „Der fuhr fast schon zu arg. Bei ihm konnte man mit freiem Auge erkennen, dass er alles auf eine Karte setzt.“ Beeindruckt war Stohl auch von dem jungen Tschechen Martin Semerad: „Wenn du bedenkst, wie jung der ist und dass er noch über wenig Erfahrung verfügt, ist das wirklich beeindruckend.“ Rein optisch hat Stohl auch der Finne Jarkko Nikara gefallen, der auf einem Ford Fiesta ST unterwegs ist. Und auch Manfred Stohl ist mit der Vorstellung von Franz Wittmann jr. rundum zufrieden: „Er fuhr sauber und hat alles richtig gemacht.“

Am Nachmittag wird ab 14.07 Uhr die 11,2 Kilometer lange SP „Trölsberg“ dreimal befahren – am Abend gibt es dann noch mal Interviews in der Messehalle, bevor um 20 Uhr die Jury das Ergebnis präsentiert.



Zeiten nach SP 3

 1. Gassner jr.           Mitsubishi       17:17.6
 2. Campedelli            Mitsubishi         + 1.8
 3. Semerad               Mitsubishi         + 1.9
 4. Wittmann              Mitsubishi         + 3.4
 5. Cronin                Mitsubishi         + 6.9
 6. Galeano Tomboly       Mitsubishi         + 8.9
 7. Sotirhos              Mitsubishi        + 21.1
 8. Rodriguez             Mitsubishi        + 26.5
 9. Bieltvedt             Subaru N11      + 1:17.0
10. Gould                 Renault Clio    + 1:19.8
11. Nikara                Ford Fiesta     + 1:37.1
12. Typa                  Citroen C2R2    + 1:37.1

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