RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Sardinien

Ein dramatischer Vormittag auf Sardinien

Loeb übernimmt die Führung, Hirvonen 2,7 Sekunden zurück. Novikov und Östberg Dritter und Vierter. Mini beklagt Meeke-Ausfall. Brand bei Solberg/Minor.

Michael Noir Trawniczek

Nach den dramatischen ersten beiden Sonderprüfungen am ersten Tag der Sardinien-Rallye gestalteten sich auch die Prüfungen drei und vier ziemlich turbulent.

Mit einer Bestzeit konnte sich Sébastien Loeb bis auf drei Zehntelsekunden an den führenden Mikko Hirvonen heranzoomen.

Kurios: Exakt diese Bestzeit fuhren auch der zweite Citroen-Werkspilot Sébastien Ogier und der private Citroen-Pilot Petter Solberg.

Loeb, Ogier und Solberg waren auf der 14,3 Kilometer langen SP 3 „Alta Marmilla“ also auf die Zehntelsekunde gleich schnell.

Loeb, der als WM-Leader als erster Wagen auf die Schotterstrecken muss, erklärte zufrieden: „Ich musste nicht so viel Schotter von den Straßen fegen – es waren noch die Spurrillen von der Besichtung da. Ich hatte ein gutes Gefühl.“

Hirvonen, der auf SP 3 um rund zehn Sekunden langsamer als Loeb war, schüttelte den Kopf: „Loeb muss einen zusätzlichen Gang gefunden haben. Es war stellenweise sehr rutschig und ich bin ein paar Mal weit nach außen getragen worden. Aber wir sind noch am Beginn der Rallye.“

Allerdings bereits mit einigen Ausfällen - schon auf SP 2 war Jari Matti Latvala mit einem Aufhängungsschaden ausgeschieden, nachdem er auf SP 1 nach einem Lesefehler seines Beifahrers von der Strecke flog.

Trotz seiner Bestzeit war Petter Solberg unzufrieden: Wegen seines Problems mit dem Turboschlauch, welches er auf der Verbindungsetappe zwischen SP 2 und 3 mit dem Beifahrer lösen musste, habe er keine neuen Reifen aufziehen können, bedauerte der Citroen-Privatier. „Wir haben eine Menge Schwierigkeiten“, sagte der Norweger.

Enttäuschung auch im neuen Mini World Rally Team: Kris Meeke, der nach SP 2 auf dem hervorragenden dritten Rang lag, flog zwei Kilometer nach dem Start der SP 3 ebenfalls von der Strecke, konnte die Fahrt nicht fortsetzen.

Solberg/Minor: Dramatischer Zieleinlauf

Dramatisch der Zieleinlauf von Henning Solberg und Ilka Minor: Schwarzer Rauch kam aus dem Auto, Fahrer und Co-Pilotin konnte sich aber rechtzeitig befreien.

Solberg ist auf SP 3 offenbar gegen eine Brücke gekracht und hat sich dabei das Heck seines Stobart Ford Fiesta RS WRC beschädigt, welches dann zu brennen begann.

Doch man konnte nicht nur den Brand löschen, sondern auch die Fahrt fortsetzen. Auf SP 3 verlor man zudem nur 6,6 Sekunden auf die Bestzeit.

Mit einer viertschnellsten Zeit rückte Evgeny Novikov wegen des Ausfalls von Mini-Pilot Kris Meeke vor auf Platz drei.

SP 4: Loeb geht in Führung

Auf der 19,6 Kilometer langen SP 4 „Monte Grighini Sud“ konnte Loeb mit einer weiteren Bestzeit, die er diesmal für sich alleine beanspruchen konnte, die Führung übernehmen. Hirvonen liegt vor dem Mittagsservice 2,7 Sekunden zurück.

Novikov konnte Rang drei behaupten, liegt 11,9 Sekunden zurück. Sein Stobart-Teamkollege Mads Östberg belegt mit 19,8 Sekunden Rückstand Platz vier.

Nur eine Sekunde hinter dem Norweger liegt Sébastien Ogier im zweiten Werks-Citroen auf Rang fünf.

Petter Solberg liegt weitere 5,5 Sekunden dahinter auf Platz sechs – direkt vor seinem Bruder Henning.

Der Norweger und seine Co-Pilotin Ilka Minor konnten mit dem sicherlich angeschlagenen Fiesta die achtschnellste Zeit markieren und liegen mit einem Rückstand von 42,4 Sekunden auf Platz sieben.

Nur rund drei Sekunden dahinter lauert immer noch Dani Sordo im einzigen verbliebenen Werks-Mini auf Rang acht.

SWRC: Tänak führt – Hänninen Vierter

Platz neun belegt bereits der Führende der SWRC, Ott Tänak im Ford Fiesta S2000, hinter ihm liegen die Markenkollege Martin Prokop und Nasser Al-Attiyah.

Red Bull Skoda-Pilot Juho Hänninen rutschte ab auf Rang vier, allerdings sind die Abstände nur geringfügig.

Bereits mehr als eine Minute hinter dem Führenden der SWRC liegt Hermann Gassner junior im zweiten RB Skoda Fabia S2000 zurück auf Platz sechs der SWRC-Wertung.

Am Nachmittag werden die vier Prüfungen ein zweites Mal befahren, allerdings in einer anderen Abfolge. Als letzte Prüfung wird um 17.04 Uhr jene SP „Lago Omodeo“ als SP 8 in Angriff genommen, mit der am Morgen die Sardinien-Rallye eröffnet wurde.



Nach SP 4

 1.  Sébastien Loeb     Citroen           44:35.2
 2.  Mikko Hirvonen     Ford                + 2.7
 3.  Evgeny Novikov     Stobart Ford       + 11.9
 4.  Mads Östberg       Stobart Ford       + 19.8
 5.  Sébastien Ogier    Citroen            + 20.8
 6.  Petter Solberg     PSWRT Citroen      + 26.3
 7.  Solberg/Minor      Stobart Ford       + 42.4
 8.  Dani Sordo         Mini               + 45.5
 9.  Ott Tänak          Ford S2000       + 1:02.2
10.  Martin Prokop      Ford S2000       + 1:11.2

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Sardinien

- special features -

Weitere Artikel:

Jännerrallye: Bericht RRA

Race Rent Austria auf dem Klassenpodium

Von acht gestarteten Race Rent Austria Teams sahen bei einer schwierigen Jännerrallye vier die Zielrampe. Der bestplatzierte Gerald Bachler lag auf Platz zwei der Klasse 8, als er durch Fahrfehler ausfiel - so sprang Alexander Baumgartner in die Presche und belegte den dritten Klassenrang.

Rallye Dakar 2026: Etappe 4

Lategan nun vor Al-Attiyah Spitzenreiter

Auch an Tag 4 haben die hinteren Starter einen Vorteil, die Gesamtwertung stellt sich erneut auf den Kopf - Titelverteidiger Al-Rajhi/Gottschalk geben die Rallye auf

Motorräder: Irres Dakar-Finale

Brabec verliert Sieg - Benavides triumphiert

Dakar-Thriller bis zur Ziellinie - Ricky Brabec verliert nach einem Navigationsfehler den sicher geglaubten Sieg - Luciano Benavides jubelt mit minimalem Vorsprung

Neues Auto für WRC-Regeln 2027?

M-Sport Ford hat noch nicht entschieden

M-Sport Ford hat noch nicht entschieden, welchen Weg man für das WRC-Reglement 2027 einschlägt - "Wir schauen uns im Moment wirklich alle Optionen an - alles"

Jännerrallye: Bericht Stürmer

Ein Winter wie damals

Dank Horst Stürmer und Rene Zauner wurde auch bei der bisher 39. Jännerrallye dazu beigetragen, dass die zahlreichen Rallye-Besucher mit bester Quattro-Action auf Schnee beglückt wurden.

Rallye Dakar 2026: Etappe 8

Al-Attiyah behauptet Führung

Saood Variawa (Toyota) erobert Etappensieg knapp vor Henk Lategan (Toyota) - Nasser Al-Attiyah (Dacia) verteidigt Führung, aber Verfolger kommen näher