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WRC: Portugal-Rallye

Latvala hält dem Druck stand

Am vierten Tag zementierten die VW-Piloten ihre Podestansprüche. Latvala kann Ogier hinter sich halten und gewinnt mit 8,1 Sekunden Vorsprung. Mikkelsen komplettiert das Podest.

Volkswagen ist nach der Schlappe in Argentinien wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Jari-Matti Latvala, Sebastien Ogier und Andreas Mikkelsen sorgten bei der Rallye Portugal, dem fünften WRC-Lauf der Saison 2015, für einen Dreifachsieg. Latvala übernahm am Freitag die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab, obwohl es bis zum Schluss spannend blieb. Weltmeister Ogier musste die ersten beiden Etappen als Erster starten und somit den "Straßenfeger" spielen.

Mit einer riskanten Reifenwahl versuchte Ogier diesen Nachteil wettzumachen und kam tatsächlich bis auf 8,2 Sekunden an Latvala heran. Der Finne konnte diesen kleinen Vorteil ins Ziel retten. "Ich weiß, dass sich einige Leute über diese Rallye freuen werden, weil der Beste nicht gewonnen hat", merkt Ogier an und denkt dabei an die von ihm viel kritisierte Startreihenfolge. Trotzdem ist der Franzose auf Kurs zu WM-Titel Nummer drei, denn sein Vorsprung auf die Verfolger beträgt 42 Punkte.

Für Latvala war der erste Saisonsieg eine große Befreiung. In Schweden, Mexiko und Argentinien konnte er keine WM-Punkte sammeln. "Nach den letzten drei Rallyes haben Leute gezweifelt, ob ich überhaupt zurückkomme. Es war eine der schwierigsten Phasen meiner Karriere", gibt der Vizeweltmeister zu. "Sebastien hat mit seiner Startposition eine tolle Leistung gezeigt. Heute waren wir gleichwertig. Ich freue mich sehr über diesen Sieg." Außerdem ist Finnland nun mit insgesamt 173 Siegen die beste Rallye-Nation der Welt.

Mikkelsen erhielt in Portugal erstmals die neueste Version des Polo R WRC und konnte damit als Dritter seinen vierten Podestplatz in dieser Saison erobern. Im Ziel fehlte dem Norweger eine halbe Minute auf Latvala. "Ein tolles Ergebnis", freut sich Mikkelsen. "Es war meine erste Rallye im neuen Auto. Ich muss sagen, dass Volkswagen eine tolle Maschine gebaut hat!" In der WM überholte er LandsmannMads Östberg (Citroen) und ist nun hinter Ogier WM-Zweiter.

Kris Meeke erster Volkswagen-Verfolger

Für Argentinien-Sieger Kris Meeke reichte es knapp nicht für einen Podestplatz. Der Citroen-Werksfahrer konnte am Samstag zwei Bestzeiten aufstellen und Latvala phasenweise unter Druck setzen. Dann fiel der Nordire zurück. Meeke nimmt das auch auf seine Kappe: "Man kann nicht immer gewinnen", lacht der Nordire. "Wir haben es versucht, mein Selbstvertrauen war groß und das Auto war fantastisch. Wir waren auch schnell unterwegs, aber ich muss noch mehr über das Reifenmanagement lernen. Unter dem Strich war es ein sehr positives Wochenende."

M-Sport hatte große Erwartungen in den überarbeiteten Ford Fiesta RS WRC gesetzt. Zumindest in Portugal konnte der Wagen nicht mit Volkswagen und Citroen mithalten. Ott Tänak belegte mit knapp zwei Minuten Rückstand den fünften Platz. Teamkollege Elfyn Evans schied am Freitag mit technischem Defekt aus und am Samstag mit Fahrfehler. Kein Ford stellte eine Bestzeit auf.

Schwierig war die Rallye auch für Hyundai. Dani Sordo fand nicht konstant den optimalen Rhythmus und musste sich mit Platz sechs zufriedengeben. Der Spanier konnte am Finaltag noch Östberg um 4,3 Sekunden auf Distanz halten. Teamkollege Thierry Neuville verpokerte sich am Freitag mit der Reifenwahl und schied am Samstag nach Überschlag aus. Hayden Paddon belegte mit dem dritten i20 WRC den achten Platz.

Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica war in Portugal auch wieder mit dabei. Er setzt nun auch den neuen Ford Fiesta ein und wird direkt von M-Sport betreut. Kubica fuhr eine mehr oder weniger reibungslose Rallye. Er hatte keine großen Zwischenfälle, glänzte aber auch nicht mit schnellen Zeiten. "Es war eine lange Pause für mich und es hat gedauert, bis ich wieder mein Gefühl gefunden habe. Außerdem habe ich kaum Erfahrung mit den Pirelli-Reifen auf Schotter. Es war ein gutes Wochenende", bewertet Kubica den neunten Platz. Der Tscheche Martin Prokop (Ford) wurde Zehnter.

In der WRC2-Klasse feierte Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah (Ford Fiesta RRC) den Klassensieg. Am Finaltag wurde es noch einmal spannend, denn Europameister Esapekka Lappi machte in der vorletzten Prüfung 41,0 Sekunden gut. Im Ziel hatte Al-Attiyah nur noch 13,8 Sekunden Vorsprung. Lappi zeigte beim WM-Debüt des neuen Skoda Fabia R5 die Leistungsfähigkeit dieses neuen Boliden. Der Finne eroberte Platz zwei, sein Teamkollege Pontus Tidemand wurde Dritter. Der nächste WM-Lauf findet vom 11. bis 14. Juni auf der Mittelmeerinsel Sardinien (Italien) statt.

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