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ARC: Rallye St. Veit

Klassenrang sechs für Schindelegger

Die fünfte Rallye von Lukas und Helmut Schindelegger steht in den Geschichtsbüchern, man zieht auf jeden Fall ein positives Resümee.

Der Rallyesprint in St. Veit an der Glan und die zugehörigen 66 SP-Kilometer haben das Team vor allem durch lange Schotterstücke und steile Abhänge neben den Straßen sehr gefordert. Bergstraßen kannte man zwar noch von der letzten Rallye in Slowenien, aber vor allem die Beschaffenheit des Asphalts war eine komplett andere. Insgesamt war mehr Grip vorhanden, zumindest dort, wo kein Schotter durch die vorausfahrenden Fahrzeuge die Straße verschmutzt hatte – also musste man sich wohl oder übel wieder auf andere Bedingungen einstellen.

Schon bei der Besichtigung am Freitag konnte man kaum die wunderschöne Umgebung beachten, hohe Konzentration beim Erstellen des Schriebs war wie immer gefragt. Andere Teams hatten massive Vorteile, da die Sonderprüfungen aus dem Vorjahr bekannt waren; dass nichts verändert wurde, ist bei so tollen Prüfungen absolut verständlich, doch vor allem auf den Bergabstücken können so ein paar km/h schon den Unterschied zwischen Freude und Totalschaden ausmachen, also mussten die Ansagen passen.

Ein solides Starterfeld von 65 Teilnehmer nahm die Herausforderung an. 13 Starter in der ARCH und neun in der Klasse boten Schindelegger, der sich über eine so gesunde Konkurrenz natürlich sehr freute, viel Möglichkeit zum Vergleich.

Am Samstag ging es dann ab neun Uhr auf Zeitenjagd. Die beiden ersten Sonderprüfungen zeigten gleich: Man hatte Fortschritte gemacht. Platz sieben in der ARCH nach der zweiten SP mit einigen Teams dahinter, gegen die man bis dato keine Chance hatte. Die engen Abstände waren eigentlich unglaublich: Nicht einmal fünf Sekunden trennten vier Autos – und Schindelegger mittendrin im Pulk. Mit 0,3 Sekunden Rückstand auf Platz sechs (Schöller/Ölsinger im Ford Escort Mk1) und zeitgleich mit den Lada-Piloten Gattringer/Kamauf ging es in das lange Mittagsservice.

Dort angekommen stellte sich eine altbekannte Frage: Welche Reifen für den langen Nachmittag montieren? Auf der zweiten Sonderprüfung hatte es schon kurz genieselt, und die Aussichten waren alles andere als sonnig. Es hatte komplett zugezogen, und weil es sonst keine Möglichkeiten zum Reifenwechsel gab, mussten man sich hier und jetzt entscheiden, wie das Wetter in vier Stunden werden sollte. Genauso unsicher wie die Vorhersagen waren anscheinend auch die anderen Teams, aber die Zeichen standen auf Regen ab der vierten Sonderprüfung. Schindelegger wollte natürlich auf Nummer Sicher gehen und montierten Regenreifen. Dem Auto ging es super, es waren nur Routinekontrollen nötig. Daher hatte man mehr als genug Zeit, um sich zu stärken.

Beim Mittagessen behielt man natürlich die Vorhersagen ganz genau im Auge. Diese Paranoia sollte sich voll auszahlen, denn die meteorologischen Modelle schwenkten um. Ganze 15 Minuten vor Ende der Servicezeit tauchten immer mehr Sonne und immer weniger Regen auf den Wetter-Websites auf.

Mit nur wenigen Minuten bis zur Ausfahrt wechselten man doch wieder auf die Trockenreifen. Hatte man sich in Slowenien noch kräftig verschätzt, behielt man dieses Mal Recht – es blieb den ganzen Tag trocken. Man hatte den Reifenpoker gewonnen – und die richtigen Reifen zu haben, ist bereits die halbe Miete.

Die andere Hälfte ist Erfahrung und Können. Auf SP 3 zeigte sich wieder, dass es vor allem an der Erfahrung noch etwas mangelt. Eine solide Fahrt über die 20-km-Prüfung mit viel Schotter war zwar alles andere als schlecht, aber andere Teams konnten einfach mehr zeigen. Man fiel auf Platz neun in der ARCH zurück, doch nur zwei Sekunden Rückstand auf das Team Schöller/Ölsinger machten doch Hoffnung.

SP 4 wurde auf derselben Strecke ausgetragen wie SP 3 – ideal, um das Gelernte sofort umzusetzen. Noch einmal 20 km auf Zeit, und diesmal lief es viel besser. Um ganze 21,8 Sekunden konnte man die Zeit verbessern, also mehr als eine Sekunde pro Kilometer, und das obwohl deutlich mehr Dreck auf die Straße geschaufelt worden war und dadurch keine große Verbesserung möglich sein sollte.

Zum Abschluss der Rallye folgte dann noch ein Schmankerl für alle Beteiligten: Fünf Runden in der Rallycrossarena mitten in Sankt Veit vor hunderten Zuschauern. Mit Platz sieben und 11,3 Sekunden Vorsprung rollte man zum Start dieses letzten Sprints.

"Nur keinen Fehler machen" lautete die Devise – und wie so oft passierte genau in diesem Moment ein Fehler, der beinahe die Platzierung gekostet hätte. Durch das Umspringen der Startampel ohne Startzeichen überrascht, starb beim Losfahren der Motor ab; ein Fehler, der sicherlich fünf Sekunden kostete, aber für reichlich Motivation sorgte, den Zeitverlust einzugrenzen. Eine beherzte Fahrt auf dem Rundkurs folgte, und am Ende konnte man dann doch noch 6,3 Sekunden Vorsprung auf Platz acht retten.

Wie stark die Konkurrenz beim Rallyesprint war, zeigte das Team Lindner/Schütter auf dieser letzten SP dann noch einmal äußerst eindrucksvoll: Es brannte eine siebente Gesamtzeit in den Schotter und ließ mit seinem Escort topmoderne R5-Autos hinter sich. Vor so einer Leistung kann man nur den Hut ziehen und möglichst viel daraus lernen.

Für Schindelegger ist es am Ende Platz sechs in der Klasse, Platz sieben in der ARCH und der 44. Gesamtrang geworden; ein Ergebnis, das besser als vom Team erwartet ausgefallen ist und mit dem man durchwegs zufrieden ist. Die Lernkurve zeigt steil nach oben. Das Wichtigste war, dass der Ford Escort wieder genauso hübsch im Waldviertel angekommen ist, wie er vor der Rallye war. In der ARCH wird man wahrscheinlich die Gesamtführung verlieren, aber man hat wieder gute Punkte sammeln können, und die Saison ist noch lang.

In fünf Wochen steht die nächste Rallye auf dem Programm: Die Mühlstein-Rallye in Perg wird am 22. Juni ausgetragen, und Schindelegger wird dort weiterkämpfen. Bis dahin ist natürlich alles andere als Pause angesagt. Jedes Rennfahrzeug braucht viel Zuwendung, um auf jedem Meter volle Leistung zu bringen, und für den Escort gilt dasselbe. Daher startet man schon jetzt die Vorbereitungen, um auch in Perg wieder mit einem Topauto auf Zeitenjagd zu gehen.

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