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ERC: Azoren-Rallye

Die Leader heißen Kopecky und Danzinger

Hannes Danzinger brilliert weiter bei schwierigsten Konditionen und beschränkt sich nicht auf das Verwalten des Vorsprungs. Kopecky weiter Gesamt-Leader.

Michael Noir Trawniczek

Auch am dritten und letzten Tag der Azoren-Rallye bleiben die Bedingungen auf der kleinen Atlantikinsel grenzwertig: Schlamm und Nebel bilden eine teuflische, heimtückische Mischung, die schnell zu einem Unfall führen kann…

Der führende Skoda-Werkspilot Jan Kopecky äußerste sich im Ziel der 20,82 km langen SP 13 „Graminhais“ trotz einer weiteren Bestzeit kritisch: „Ich denke, sie hätten die Prüfung verkürzen sollen. Wir hatten schweren Nebel bei der Besichtigung, jetzt haben wir abermals Nebel. Wir wissen eigentlich gar nicht so recht, wo es lang geht – das ist verrückt!“

Bemerkenswert: Trotz dieser unberechenbaren Konditionen wird immer noch um Sekunden gekämpft – Kopecky hat den Sieg noch nicht in trockenen Tüchern. Auf der 21,33 km langen SP 14 „Tronqueira“ markierte Lokalmatador Ricardo Moura (Skoda Fabia S2000) die Bestzeit vor Peugeot-Pilot Craig Breen (kämpft mit einem technischen Problem, Rauch kommt „aus der Mitte des Fahrzeugs“, wie er im Ziel der SP 14 meldete) und Kopecky, der in der Gesamtwertung rund 15 Sekunden vor Breen sowie rund 39 Sekunden vor Moura in Führung liegt.

Auf SP 13 flog Bernardo Sousa von der Strecke, was ihn einen möglichen fünften Platz kostete. Bruno Magalhaes berichtete: „Da lag ein Auto am Straßenrand und ich verlor die Konzentration. Es war Bernardo, er ist okay, aber er fuhr dort geradeaus.“ Magalhaes selbst verlor den dritten Platz und mit einem nunmehrigen Rückstand von etwas mehr als einer Minute auch ein wenig den Anschluss. Der Peugeot-Pilot liegt nun auf Platz vier, gefolgt von Jeremy Ancian und Robert Kubica, der bereits acht Minuten Rückstand aufweist und offenbar nicht mehr attackiert.

Der Pole gab zu Protokoll: „Ich bin froh, dass ich nicht mehr puschen muss, denn ich sehe die Prüfungen jetzt eigentlich zum ersten Mal richtig, bei der Besichtigung hatten wir schweren Nebel. Wir haben zwar einen Schrieb, aber den müssen wir jetzt schwer korrigieren.“

Auf den kurzen Prüfungen SP 15 und SP 16 festigte Kopecky seine Führung mit zwei weiteren Bestzeiten, auch sonst blieben die Positionen unverändert.

Danzinger souverän

In der 2WD müsste Hannes Danzinger eigentlich nur noch seinen Vorsprung verwalten, doch der Niederösterreicher will es trotzdem wissen: Heraus kam die Bestzeit auf SP 13 knapp vor Peugeot-Werkspilot Stephane Lefebvre, auf SP 14 hieß die Reihung Lefebvre vor Danzinger.

Aber auch gesamt fährt Danzinger im Renault Clio R3 dem einen oder anderen S2000-Piloten um die Ohren.

Auf den kurzen Prüfungen SP 15 und SP 16 zeigte Danzinger Umsicht, schließlich will er den Sieg auch nachhause fahren. Er führt weiterhin mit einemVorsprung von rund 24 Sekunden in der 2WD-Wertung und scheint sich bei den schwierigen Bedingungen einfach pudelwohl zu fühlen...

Im Production Cup hat sich Tabellenführer Jaroslav Orsak schon auf SP 8 von der Strecke geworfen, sodass Andi Aigner in der PC-Tabelle weiterhin mit nur drei Punkten Rückstand auf den Tschechen auf Platz zwei bleiben wird. Um die Führung kämpfen auf den Azoren Subaru-Pilot Bruschetta und Lokalmatador Luis Rego im Mitsubishi Lanver Evo X R4.

Nach einem Service stehen noch drei weitere Sonderprüfungen auf dem Programm.

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