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Rallye-WM: Analyse

Fahrerwechsel, Kalender, Neuerungen

Mit der Rallye Monte-Carlo startet die Rallye-WM in ihre Saison 2019 – ein kurzer Überblick, was sich in der Winterpause getan hat.

Am Freitag startet die Rallye-WM in die Saison 2019 – wie fast immer mit einem Klassiker, der Rallye Monte-Carlo. Der Gejagte wird in dieser Saison trotz geänderter Umstände erneut Dauerweltmeister Sébastien Ogier sein. Der Franzose hat das Team gewechselt, doch auch einige seiner Rivalen sitzen heuer in anderen Autos als 2018. Beim Reglement und dem Kalender gibt es ebenfalls Veränderungen.

Die Teams

• Citroën: Ogier ist nach zwei Jahren bei M-Sport zurück bei jenem Team, für das er 2008 in der Rallye-WM debütierte. Die Mission des sechsfachen Weltmeisters ist klar: Er soll nach mageren Jahren den Titel zurückholen. Sein mutmaßlicher Adjutant bei diesem Vorhaben ist Teamkollege Esapekka Lappi, der von Toyota kam. Nachdem sich der bisherige Hauptsponsor zurückgezogen hat, wird Citroën allerdings kein drittes Auto einsetzen und steht somit im Kampf um die Herstellerwertung von Beginn vor einer schwierigen Aufgabe. Es bedeutet auch, dass es für die letztjährigen Fahrer Craig Breen und Mads Østberg kein Cockpit mehr gibt. Während der Ire momentan ganz ohne Rallyeprogramm dasteht, konnte Østberg immerhin ein WRC2-Projekt mit einem Citroën C3 R5 auf die Beine stellen.

• Toyota: Nach dem Gewinn der Herstellerwertung und einer zeitweilig dominanten Vorstellung von Ott Tänak in der Saison 2018 gilt das in Finnland beheimatet Werksteam der japanischen Marke heuer als großer Favorit. Der Yaris WRC ist nicht nur in Sachen Motorleistung die Messlatte. Tänak hat gezeigt, dass er das Zeug zum Weltmeister hat, und Jari-Matti Latvala überwand in der zweiten Saisonhälfte seine Formkrise. Zudem hat sich das Team mit Kris Meeke verstärkt. Wie seine beiden Teamkollegen ist auch der Nordire ein Fahrer, der bei jeder Rallye gewinnen kann, wenn er denn ins Ziel kommt. Sollte der von Citroën geschasste Meeke im von Tommi Mäkinen geführten Team aufblühen und seine Fehlerquote senken, ist für ihn alles möglich.

• Hyundai: Nachdem Thierry Neuville und sein Team auch 2018 im Kampf um die WM-Titel unterlegen waren, wächst der Druck auf den südkoreanischen Hersteller, der ein erstes Opfer gefordert hat, denn Teamchef Michel Nandan wurde abgesetzt, sein Nachfolger ist der bisherige Kundensportleiter Andrea Adamo. Die Ausgangslage ist klar: Hyundai muss 2019 (einen) Titel holen, sonst könnte die Geduld der Konzernbosse bald am Ende sein. Bewerkstelligen soll das Neuville, der zur klaren Nummer 1 ernannt wurde. Als Helfer steht ihm dabei unter anderem Sébastien Loeb zur Seite, der nach gut 20 Jahren den PSA-Konzern verlassen hat und 2019 im i20 WRC ein Teilzeitprogramm von sechs WM-Rallyes bestreiten soll. Loeb teilt sich das Auto mit Dani Sordo. Aufgrund seines bestehenden Vertrags wird Andreas Mikkelsen die komplette WM-Saison fahren, obwohl er 2018 der schwächste der vier Hyundai-Fahrer war und die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Leidtragender dieser Konstellation ist Hayden Paddon, der trotz solider Leistungen keine Berücksichtigung mehr fand.

• M-Sport: Nach zwei sportlich erfolgreichen Jahren mit Ogier, die allerdings wirtschaftlich an der Substanz des britischen Ford-Teams genagt haben, stehen die Zeichen bei M-Sport in der Saison 2019 auf Konsolidierung. Malcolm Wilson hat den Posten des Teamchefs an Richard Millener übergeben, mit Elfyn Evans sowie Teemu Suninen setzt man auf zwei Piloten, die schon im Vorjahr für das Team gefahren sind. Ein drittes WRC wird für wechselnde Fahrer eingesetzt, die dafür eigenes Budget mitbringen müssen. Bei den ersten beiden WM-Läufen in Südfrankreich und Schweden wird dies Pontus Tidemand, WRC2-Champion 2017, sein.

Fixe Startnummern

Wie bereits in vielen Rennserien üblich, dürfen die WRC-Piloten seit dieser Saison fixe Startnummern wählen – mit Ausnahme der Nummer 1, die dem amtierenden Weltmeister vorbehalten bleibt. So entschied sich Loeb beispielsweise für die #19, Kris Meeke geht sein Comeback mit der #5 an, und Mikkelsen entschied sich für die #89.

Der WM-Kalender

Auftakt Ende Jänner in Südfrankreich, das Finale Mitte November in Australien – in weiten Teilen gleicht der WM-Kalender 2019 dem des Vorjahres. Mit einer Ausnahme: Vom 9. bis 12. Mai richtet erstmals Chile einen Rallye-WM-Lauf aus. Mit der Schotterrallye in Südamerika wächst der WM-Kalender auf 14 Veranstaltungen an.

Zweiteilung der WRC2

Die WRC2-Kategorie für R5-Autos wird 2019 in zwei Wertungen aufgeteilt: Die neue WRC2 Pro ist Werksteams vorbehalten; Citroën, M-Sport und Škoda werden je zwei Autos einsetzen. In der klassichen WRC2 dürfen heuer nur noch Privatfahrer antreten. Die Veranstalter hoffen, so mehr lokale Piloten zu einem Start bei einem WM-Lauf zu bewegen. Als neuer Herausforderer betritt in diesem Jahr der VW Polo R5 die Bühne.

Das Ende von "Rally2"

Zwar dürfen auch 2019 ausgefallene Teilnehmer am nächsten Tag mit entsprechenden Zeitstrafen wieder in den Wettbewerb zurückkehren, allerdings hat die FIA den Begriff Rally2 offiziell abgeschafft. Fahrer aus der Topkategorie mit World Rally Cars, die nach einem Ausfall zurückkehren, müssen künftig vor allen anderen Fahrern starten.

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Citroën will Ogier zurück Citroën will Ogier zurück M-Sport kämpft um Budget M-Sport kämpft um Budget

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