RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Analyse

Kampf ums dritte Toyota-Cockpit 2020

Jari-Matti Latvala droht im Jahr 2020 sein Cockpit bei Toyota zu verlieren, nachdem sich Kris Meeke zuletzt deutlich gesteigert hat.

Nach 17 Jahren und 208 Starts droht die Rallye-WM-Karriere von Jari-Matti Latvala nach dieser Saison zu enden, denn im Rennen um das dritte Cockpit im Werksteam von Toyota hat nach Aussagen von Teamchef Tommi Mäkinen aktuell Kris Meeke die Nase vorne. "Wir denken über unsere Strategie nach, aber es ist noch nichts entschieden. Seit Deutschland ist Kris stärker", so Mäkinen.

Aktuell hat Toyota noch keinen Fahrer für die WM-Saison 2020 bestätigt, Verhandlungen mit dem WM-Führenden Ott Tänak über eine Verlängerung des per Jahresende auslaufenden Vertrags stehen aber kurz vor dem Abschluss. Das zweite Cockpit geht aller Voraussicht nach an den jungen Finnen Kalle Rovanperä, der sich bei der Wales Rally GB den WRC2-Pro-Titel 2019 gesichert hat.

Im Rennen um das verbleibende dritte Auto konnte Meeke in den vergangenen Monaten teaminterne Bonuspunkte für sich sammeln. "Kris ist zuletzt sehr gute Rallyes gefahren. Er hat gute Leistungen gezeigt und mit Ausnahme von Finnland immer Punkte geholt", lobte Mäkinen den Nordiren, dem immer noch das Image eines Bruchpiloten anhaftet.

Meeke habe im Alter von 40 Jahren in dieser Saison allerdings dazugelernt, findet Mäkinen: "Er hatte sich selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Jetzt ist er entspannter und macht keine Fehler mehr – auch unter schwierigen Bedingungen in Deutschland und der Türkei nicht. Gleichzeitig kann er auf diese entspannte Weise ein hohes Tempo anschlagen." Latvala hingegen ist in Wales im Kampf um einen Podestplatz spektakulär abgeflogen.

Der direkte Vergleich der Ergebnisse spricht ebenfalls gegen den Finnen: Bei acht der bisher zwölf WM-Läufe war Meeke besser platziert und holte damit für Toyota WM-Punkte in der Konstrukteurswertung. Das wird Latvala am Ende des Jahres wohl sein WRC-Cockpit kosten, anders sind die Aussagen von Mäkinen wohl nicht zu verstehen.

"Ich hoffe, dass wir für Jari-Matti etwas anderes finden können. Unser gesamtes Projekt umfasst mehrere Bereiche, vielleicht gibt es da etwas. Vielleicht Testfahrten, aber da haben wir schon Juho [Hänninen; Anm.], und der macht das sehr gut. Wir müssen uns das Gesamtbild anschauen. Das ist echt schwierig", so der Teamchef.

Eine Einigung mit Rovanperä dementierte Mäkinen zwar, zollte dem heute 18jährigen, der bereits vor drei Jahren einen Toyota Yaris WRC testen durfte, aber Respekt: "Kalle ist sehr gut gefahren und macht das sehr cool. Er ist sehr schnell, aber ich weiß nicht, ob er sich im R5 noch weiter steigern und dazulernen kann. Womöglich käme der Schritt für ihn jetzt zur richtigen Zeit."

Die offizielle Bekanntgabe des Fahreraufgebots von Toyota für die WM-Saison 2020 soll nach Aussage von Tommi Mäkinen noch vor der Katalonien-Rallye in Spanien und somit vor dem 24. Oktober 2019 erfolgen.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Analyse

Weitere Artikel:

Abenteuer Gaucho Trail Motor Challenge

Fritz Müller und sein jüngstes Abenteuer

Der bekannte Classic-Pilot Fritz Müller nimmt an der legendären Gaucho Trail Motor Challenge quer durch Südamerika teil. Am Montag geht es los…

Offiziell: Rallye Dakar 2027

Rallye Dakar 2027 in Portugal und Marokko

Nach der Absage in Saudi-Arabien steht der neue Plan für die Rallye Dakar 2027 fest: Mit einer Route in Europa und Afrika kehrt die "Dakar" zu ihren Wurzeln zurück

ARC, Herbstrallye: Bericht Friedl

„Wie in alten Zeiten“

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 – Motorclub Leobersdorf haben mit dem AUTOFUN Ford Fiesta Proto die Rallye mit Erinnerungen aus der Vergangenheit zum Spaßfaktor werden lassen.

Rallye-Legende Carlos Sainz sen. kehrt an diesem Wochenende in Spanien in ein Auto der Rallye-Weltmeisterschaft zurück und pilotiert einen Ford Puma Rally1

Dieses Land könnte übernehmen

Rallye Dakar 2027 nicht in Saudi-Arabien

Die Rallye Dakar 2027 findet nicht wie geplant in Saudi-Arabien statt - Wegen der Sicherheitslage muss ein neuer Austragungsort her - Marokko gilt als Favorit