RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Waldviertel-Rallye

Hauptsache Vortrieb

Trotz eines dauerhaften Defektes an ihrem Saab 96 konnten Andreas Fojtik und Thomas Polehnia einige wesentlich modernere Fahrzeuge hinter sich lassen.

Foto: Christa Feichtner

Es liegt in der Tradition der Saab-Tiefflieger, daß sie erst dann aufgeben, wenn nichts mehr geht, sprich: Wenn entweder der Motor oder die Kraftübertragung ihren Dienst völlig versagt. Altgediente Rallye-Hasen wissen Legenden zu erzählen von Einsätzen, wo auch nach mehreren Überschlägen noch weitergefahren wurde. Oder von Stig Blomqvist, der selbst auf drei Rädern noch wahre Kunststücke vollbracht hat. Bei Andreas Fojtik war es nicht ganz so schlimm: Der blieb immer sicher auf der Strecke, und auch alle vier Räder blieben an seinem Saab 96 V4 Baujahr 1967 dran. Dennoch absolvierte er die Waldviertel-Rallye unter erschwerten Umständen: Mancher Andere hätte das Feld geräumt.

Die besagten erschwerten Umstände lagen in einem Schaden am Differential der angetriebenen Vorderachse begründet, das offenbar bei der Mitnattssolsrallyt in Schweden, wo Andreas Fojtik von der Strecke abgekommen war, im Innenteil kaputtgegangen war. In der Folge haben sich die Kegelzahnräder, die für den Ausgleich zwischen den Halbachsen sorgen sollen, ineinander verkeilt, sodaß nur mehr ein starrer Antrieb vorhanden war. Somit neigte der Saab noch mehr zum Untersteuern als sonst, und auch die Lenkarbeit, die in Ermangelung einer Servo-Unterstützung ohnehin schon äußerst anstrengend ist, wurde deutlich mühsamer. Doch wie gesagt: Andreas Fojtik ließ sich auch durch solche Unpäßlichkeiten nicht von seinem Vorhaben abbringen, sich selbst und seinen Saab 96 bei der Waldviertel-Rallye einem gründlichen Härte- und Zuverlässigkeitstest zu unterziehen, und fuhr, wie es seiner Natur entspricht.

Dies reichte schon auf der Freitagesetappe, sich vor einigen deutlich moderneren Rallyewagen zu platzieren, obwohl sich hier aufgrund des hohen Asphaltanteiles die Stärken des Saab 96 nicht so sehr ausspielen ließen. Vor allem die Positionierung vor der Volvo-Gegnerschaft – quasi das Prestigeduell der beiden schwedischen Marken – war ermutigend. Am Samstag ging es dann noch ein wenig nach vorne, wobei leider die Prüfung Eggendorf – Burgstall – Schönberg beide Male aufgrund von Unfällen abgebrochen werden mußte. Dieser äußerst selektive Schotter-Rundkurs hätte wohl noch mehr zugunsten des Wiener Saab-Teams entschieden. Immerhin bot der abschließende Rundkurs Wolfhartsberg – Manhartsberg ein hervorragendes Erfolgserlebnis, denn hier konnten Andreas Fojtik und Thomas Polehnia eine 20. Gesamt-Zeit von 33 noch übrig gebliebenen Teilnehmer-Wagen in der internationalen Wertung herausfahren. Gewiß ein Meisterstück für das mit Sicherheit älteste Fahrzeug der gesamten Rallye, das sich noch dazu mit dem Handicap der starren Vorderachse durchschlagen mußte.

Mit Platz 24 in der Endwertung – und Platz Drei bei den Historischen bis Baujahr 1981 – hat das Team von Fojtik-Motors sicher einen guten Dienst getan, der einige ermutigende Erkenntnisse für den geplanten Start bei der Schweden-Rallye gebracht hat.

Bis dahin werden am Saab 96 noch ein paar kleine Vorbereitungsarbeiten erledigt werden, der im Übrigen außerordentlich servicefreundlich ist: Zwischen der Midnattssolsrallyt und der Waldviertel-Rallye wurden keinerlei Reparaturarbeiten am Wagen getätigt. Man kann sagen: Ein Idealfall für bestmögliche Kostengünstigkeit bei trotzdem maximalem Spaß. Eine Qualität, die bei modernen Rallyewagen leider sehr selten geworden ist.

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Waldviertel-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

ERC, Rallye Rom: Vorschau BRR

Neulinger startet ins nächste ERC-Abenteuer

Marcel Neulinger stellt sich bei der Rally di Roma Capitale 2026 seinem nächsten Abenteuer in der Junior-EM. Der zweite Lauf der JERC führt den jungen Oberösterreicher nach Italien – auch Maximilian Lichtenegger sucht wieder die internationale Konkurrenz.

ARC, Mühlstein Rallye: Startklar!

SG Toolbox Mühlstein Rallye startet durch!

Am 7. und 8. August steigt die SG Toolbox Mühlstein Rallye 2026 mit Zentrum in Schwertberg / Novum ist ein spektakulärer Shakedown am Freitagabend / Der neue Namens-Sponsor SG Toolbox ist ein oberösterreichisches Unternehmen mit hoher Motorsport-Affinität.

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

EHRC/ORM/ARC/GSE, Weiz: Vor Nennschluss

Countdown zur Rallye Weiz 2026 ist gestartet

Jetzt noch schnell eine Nennung abgeben und dann beim Motorsport-Spektakel rund um die oststeirische Bezirkshauptstadt aktiv dabei sein!