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Ford übertrifft derzeit die eigenen Erwartungen

Im Rahmen der Finnland-Rallye hat Motorline.cc mit Ford Motorsport-Boss Jost Capito über Ziele, Nachwuchsarbeit, einen 182 km/h Sprung uvm. gesprochen.

Nachdem wir uns hier in Jyväskylä quasi hinter den Kulissen des Ford World Rally Teams befinden und Sie gerade die Datenaufzeichnungen in Händen halten, können Sie uns ein paar interessante Facts zur Finnland-Rallye nennen?

Allerdings, die längste Vollgas-Passage dauert nicht weniger als 46 Sekunden im höchsten Gang, die Durchschnittsgeschwindigkeit dieses Teilstücks liegt bei 171 km/h. Marcus hat heute einen 36 Meter Sprung bei einem Tempo von 182 km/h hingelegt, Mikko Hirvonen hat mit 47 Metern den weitesten Jump des Tages erreicht, sein Tempo war 140 km/h.

Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Saison 2006, liegt man im Plan?

Besser als erwartet, wir hatten uns als Ziel gesetzt, gegen Ende der Saison zwei Siege einzufahren, das haben wir ja bekanntlich schon am Anfang des Jahres geschafft.

Was sind die Erwartungen an die kommende Saison?

Unsere Zielsetzung ist es, 2007 und 2008 zumindest einen der vier WM-Titel bei Fahrern und Konstrukteuren einzufahren. Das Team bleibt gleich, wir setzen weiter auf Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen.

Stichwort Junior-WRC, Suzuki und Citroen sind hier sehr stark vertreten, Ford ist ins Hintertreffen geraten, warum?

Die Junior-WRC ist bei uns Kundensache, das heißt wenn jemand ein solches Auto haben will, dann kann er es bestellen. Im Unterschied zu anderen Herstellern beschränken wir unser Werks-Engagement auf das WRC-Programm, daher fahren im Verhältnis mehr Autos anderer Marken.

Wie sieht Ford die Nachwuchsförderung, mit der Ford Fiesta Sporting Trophy hat man eine Basis, gibt es einen durchgehenden Weg bis hin ins WRC ähnlich wie bei Citroen?

Wir haben das mit Francois Duval so gemacht, ihn bis ins WRC geholt. Das Problem ist zum einen, dass es keine Garantie auf einen Erfolg des Programms gibt. Zum anderen ist unser WM-Engagement vorerst auf drei Jahre ausgelegt. Diese Zeit reicht nicht, um einen Nachwuchspiloten aufzubauen. Man muss dann eben schnell schauen, dass man die bestmöglichen Fahrer bekommt.

Plant Ford ein S2000 Auto einzusetzen?

Momentan ist noch nichts in diese Richtung geplant. Allerdings könnte es durchaus sein, dass so ein Auto kommt. Die Sache liegt aber bei M-Sport, wenn man dort sieht, dass sich so ein Projekt rechnen kann, dann wird man es auch umsetzen.

Die Konkurrenzfähigkeit dieser Autos im Verhältnis zu Gruppe N Fahrzeugen schätze ich unterschiedlich ein. Bei schnelleren Rallyes halte ich die S2000 Boliden schneller, bei langsameren Rallyes profitieren die Gr.N Autos vom Turbolader und dem höheren Drehmoment bei niedriger Drehzahl.

Wie sehr kann Ford den Technologie-Transfer in die Serie nutzen?

Der Transfer geht in beide Richtungen. So ist z.B das Fahrwerk des WRC von den Ingenieuren des Serien-Focus nach den Vorgaben von M-Sport konstruiert worden. Synergien bestehen auch bei Dingen wie z.B. einem Windkanal, den M-Sport mitbenutzen kann.

Sind alternative Antriebe im Motorsport ein Thema für Ford?

Absolut, noch dazu, wo der Motorsport hier eine Vorreiter-Rolle übernehmen soll. Aber unserer Ansicht nach muss so ein Engagement nachhaltig Sinn machen, es reicht nicht, wenn man nur grün aussieht. Wichtigstes Kriterium ist aber die Verfügbarkeit des Kraftstoffs, das muss flächendeckend sein. In einigen nordischen Ländern wird bereits mit Bio-Ethanol betriebenen Ford Fiestas gefahren.

Als Motorsport-Verantwortlicher bei Ford haben Sie sicher auch andere Fahrer im Visier, was sagen Sie zu Andreas Aigner?

Der Junge hat Potenzial, das ist keine Frage. In Deutschland habe ich eine tadellose Leistung gesehen, ich hoffe, dass das Projekt mit Red Bull und Skoda fortgesetzt wird und er seinen Weg machen kann.

Abschließend noch eine Frage zu einem Serien-Produkt, wie ist der Entwicklungs-Stand beim Ford Focus RS Projekt?

Das RS-Projekt kostet Geld und bringt Image, derzeit konzentriert man sich aber darauf, etwaige Lücken im Portfolio des Angebotes zu schließen, das ist derzeit einfach vorrangig. Aber das Team RS wäre natürlich bereit für eine Umsetzung, das ist schließlich unser Job.

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