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WRC: Wales-Rallye

Novikov/Minor: Ein stürmisches Finale…

Stürmisch ging es zu für Evgeny Novikov und Ilka Minor in Wales: „Defektteufel“ auf Etappe 1. Aufholjagd auf Etappe 2. Abflug auf Etappe 3...

Top 3-Zeiten und Platz zwei auf der Powerstage auf Etappe 4. Am Ende belegen Novikov/Minor in den Fahrerwertungen der WM 2013 jeweils Platz sieben.

Ob die zufällige Begegnung mit der Queen dem russisch-österreichischen Duo Evgeny Novikov und Ilka Minor Glück bringen würde, lautete die nicht ganz ernst gemeinte Frage im Vorfeld der Rallye Wales GB - einem Klassiker auf Schotter und oft auch Schlamm, der heuer wieder den krönenden Abschluss der Rallye-Weltmeisterschaft bildete.

Defektteufel

Auf der ersten Etappe, welche am Donnerstagabend bei Dunkelheit gefahren wurde, war das Qatar M-Sport Duo jedoch nicht mit Glück gesegnet. Ilka Minor berichtet: „Unsere Launch Control funktionierte nicht, Evgeny musste von Hand aus losstarten, was locker eine Sekunde kostet. Zudem gab es auch ein weiteres Problem: Beim Herausbeschleunigen hatten wir zu wenig Drehmoment zur Verfügung. Das hat sicher einiges an Zeit gekostet.“ So lagen Novikov/Minor am Ende der ersten Etappe nur auf Platz acht, mit einem Rückstand von 37,5 Sekunden.

Die Mechaniker des M-Sport-Teams konnten das Problem lösen – zumindest dachte man das, als man am Freitagmorgen den Servicepark verließ. Doch bald schon stellte sich heraus: Der Defektteufel kehrte wieder zurück, die Launch Control versagte erneut den Dienst. Ilka erklärt: „Es gab ein Problem mit einem Sensor, der diese Dinge ausgelöst hat.“

Aufholjagd – Angriff auf Platz vier

Immerhin ab es wieder ausreichend Drehmoment, so konnten sich Novikov/Minor am zweiten Tag bis auf Rang fünf vorarbeiten. Auf den Teamkollegen Mads Östberg fehlten nur noch 3,7 Sekunden, zugleich lauerte VW-Pilot Andreas Mikkelsen nur 1,1 Sekunden hinter den beiden auf Rang sechs liegend.

Es war also klar, dass am Samstag, auf der dritten Etappe der Rallye Wales GB noch einmal kräftig attackiert wird. Ilka nickt: „Natürlich! Wir wollten weiter nach vorne gelangen – auf Platz vier fehlten ja nur wenige Sekunden!“

„Game over! Augen zu!“

Nach der drittschnellsten Zeit auf SP 10 wurde die verregnete, schlammige SP „Dyfi“ in Angriff genommen. Dort passierte folgendes: „Wir hatten in unserem Aufschrieb einen Fehler – Evgeny hat die Distanz zwischen einer Kuppe und einer Kurve mit 150 angegeben, tatsächlich jedoch kam die Kurve unmittelbar nach der Kuppe. Auf dem rutschigen Belag hatten wir keine Chance mehr.“

Wie in Zeitlupe erleben die beiden folgenden Ablauf: „Evgeny hat das Auto in einen Drift gestellt, um den Speed abzufangen. Für einen kurzen Moment hofft man dann noch, dass es sich vielleicht doch noch ausgeht – doch dann erkannten wir: Game over! Also Augen zu! Zum Glück hat uns ein paar Meter den Hang hinab ein Erdwall seitlich abgebremst, der Wagen ist dann mit dem Motor gegen einen Baum geprallt.“

Im rauchenden Auto registrierten Evgeny Novikov und Ilka Minor, dass sie unverletzt sind, sie stiegen aus und begutachteten die Schäden am Fahrzeug. Zwei vorbeifahrende Teams erklärten im Ziel, der Abflug von Novikov/Minor könnte heftig gewesen sein. Ilka lacht: „Wenig später kamen bereits die ersten SMS-Anfragen von Freunden und Bekannten, ob es uns gut geht. Henning (Solberg, Anm.) hat sogar angerufen.“ Zu diesem Zeitpunkt rechnet man damit, dass die Rallye zu Ende ist. Später jedoch inspizieren die Mechaniker das Ford Fiesta RS WRC und geben grünes Licht für die vierte Etappe, unter „Rally2“-Reglement.

Platz zwei auf der Powerstage – Loeb überholt!

Was sich bezahlt macht: Novikov/Minor steigern sich und können auf der Powerstage mit der zweitschnellsten Zeit brillieren. Dazu kommen auf den weiteren Prüfungen zweimal Platz zwei und einmal Platz drei. „Das war sehr positiv, dass wir am Ende in den Top 3 mitfahren konnten“, bilanziert Ilka Minor. Und: Dank der zwei WM-Punkte kann Evgeny Novikov in der WM-Tabelle an Sebastien Loeb vorbeiziehen und Platz sieben belegen. Auf Platz sieben der Beifahrerwertung beendet auch Ilka Minor die Saison 2013.

Rückblickend erkennt sie in der abgelaufenen Saison „viele Ups und Downs“. Ein Pluspunkt sei: „Wir konnten alle Rallyes kennenlernen, unsere Zusammenarbeit ist noch besser geworden.“ Was das kommende Jahr anbelangt, sagt Ilka nur: „Es ist noch alles offen.“

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