RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Sardinien-Rallye

Prokop sagt weitere WM-Einsätze ab

Der langjährige Privatier Martin Prokop fühlte sich in Italien ob einer Strafe ungerecht behandelt und hat die Rallye-WM verlassen.

Martin Prokop, seit Jahren erfolgreichster Privatfahrer der Rallyeweltmeisterschaft, hat sich aus dem Championat verabschiedet, nachdem ihm vor dem Start der Sardinien-Rallye eine Fünf-Minuten-Strafe aufgebrummt worden war. Die Versiegelung des Getriebes an seinem Ford Fiesta WRC war beschädigt, was gegen die Regularien der Meisterschaft verstößt. Teammanager Quirin Müller sagte, er habe kein Problem mit der Regel, allerdings kein Verständnis für deren Anwendung.

Müller erklärte, sein Team habe in Portugal genau das gleiche gemacht und keine Strafe dafür bekommen, obwohl die FIA darüber Bescheid wusste. Das Privatteam hat nur eine begrenzte Anzahl an Getrieben zur Verfügung, was bedeutet, dass es die Versiegelung aufbrechen muss, um sie zwischen den Rallyes zu warten. "Es ist unfair. Es hat Martins Rallye ruiniert", sagte Müller.

"Sie hätten die Strafe aussetzen können. Wir sind ein privates Team, wir kämpfen nicht um das Podium. Das hat uns gezeigt, dass Privatteams in dieser Meisterschaft nicht gebraucht werden", so Müller. Prokop, der schon an 117 WM-Rallyes teilgenommen und 2009 den Junior-WM-Titel gewinnen hat, beendete das Wochenende auf Rang elf und hätte ohne Strafe um Platz acht gekämpft.

Der Tscheche sagte, der Vorfall habe seine Lust auf die Rallye-WM verdorben. Er möchte sich nun auf seinen zweiten Start bei der Dakar-Rallye konzentrieren: "Wir hätten nur ein Gespräch [mit der FIA; Anm.] gebraucht. Ich habe einige andere Projekte, und dadurch hat sich meine Einstellung etwas geändert. Ich möchte nicht länger hier sein. Ich werde stattdessen am Dakar-Auto arbeiten."

FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen gestad, dass der Vorfall eine Anregung für Änderungen ist. "Die Regeln sind klar, und deshalb wurde die Entscheidung getroffen", erklärte er. "Die Stewards haben den Teilnehmer darüber informiert, dass wir uns den Fall natürlich noch einmal ansehen werden, wenn neue Beweise vorliegen. Das lässt das internationale Sportgesetz zu."

"Ich verstehe den Teilnehmer und seinen Frust. Dieser Fall bestätigt meine persönliche Ansicht, dass wir nicht die gleichen Maßstäbe für Privatteams und Hersteller haben sollten. Wir werden uns das für das kommende Jahr noch einmal ansehen", versprach Mahonen. Unklar bleibt, ob etwaige Lockerungen Prokop zu einer Rückkehr bewegen könnten.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Sardinien-Rallye

Weitere Artikel:

WRC Rallye Portugal: Nach SP10

Ogier führt nach Fourmaux-Drama

Sebastien Ogier (Toyota) führt bei der Rallye Portugal nach einem Patzer von Adrien Fourmaux: Thierry Neuville (Hyundai) liegt auf Platz zwei nur 3,7 Sekunden zurück

Neulinger & Lichtenegger in Skandinavien

Beide BRR-Youngsters beim nächsten ERC-Lauf

Maximilian Lichtenegger und Bernhard Ettel durften in Spanien jubeln - beim nächsten ERC-Lauf, auf skandinavischem Schotter, starten mit Neulinger und Lichtenegger gleich beide BRR-Youngsters.

Nicht im Cockpit, sondern als Unterstützer seines Sohne Samuel kehrt Andy Hulak aktiv in den Motorsport zurück. Dank Erich Petrakovits gibt Samuel am 17. Mai sein Debüt im Peugeot 206 RX Cup.

WRC Kanaren: Nach Tag 2 (SP8)

Toyota-Fünffachspitze - Keferböck P2 Masters

Toyota hat die zweite Auflage eines Rallye-WM-Laufs auf den Kanarischen Inseln bislang absolut im Griff, aber der Kampf in den Top 5 ist spannend. Keferböck/Minor im WRC Masters Cup auf Platz zwei.

Nächster WRC-Einstieg

RMC-Team baut Rallye-Auto für 2027

Die WRC bekommt weiteren Zuwachs: RMC Motorsport plant ein eigenes Auto für die Topklasse ab 2027 - mit Unterstützung aus Spanien

In seiner neuesten Kolumne berichtet ORF-Legende Peter Klein auf berührende Art und Weise von seiner jüngsten Begegnung mit Andi Hulak.