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WRC: Rallye Monte-Carlo

Ogier triumphiert beim Saisonauftakt

Sebastien Ogier gewinnt die Rallye Monte Carlo und sorgt damit für den ersten Ford-Sieg seit 2012. Toyota beim Comeback auf dem Podium - Enttäuschung bei Citroen.

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Einstand nach Maß für Sebastien Oiger bei M-Sport: Der viermalige Rallye-Weltmeister gewann die Rallye Monte Carlo, den Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, und ist damit der erste Sieger der neuen WRC-Ära. Damit gewann der Franzose nicht gleich beim ersten Start für sein neues Team und mit den Autos der neuen Generation, sondern sorgte auch für den ersten Sieg von M-Sport und Ford seit der Großbritannien-Rallye 2012.

Trotz einiger Probleme lag der Franzose im Ziel 2:15 Minuten vor Jari-Matti Latvala, der Toyota damit beim WRC-Comeback gleich das erste Podium bescherte. Dritter wurde Ogiers Teamkollege Ott Tänak, der seinen angeschlagenen Fiesta WRC ins Ziel rettete. Hyundai wurde für eine starke Vorstellung von Thierry Neuville nicht belohnt, Citroen erlebte einen enttäuschenden Fehlstart in die WRC-Saison 2017.

"Ganz ehrlich: Ich hatte gehofft und erwartet, dass wir eines Tages gewinnen. Aber gleich bei der ersten Rallye, nach nur einem Monat der Zusammenarbeit und so wenig Vorbereitung - das fühlt sich einfach toll an!", jubelt Ogier. "Dieses Ergebnis bedeutet aber nicht, dass die Saison einfach wird. Wir müssen weiter hart arbeiten."

Latvala fährt mit Toyota gleich auf das Podium

Geschenkt wurde Ogier der vierte "Monte"-Sieg nicht. An den ersten beiden Tagen kämpfte der Franzose vergeblich gegen Neuville, der vor allem am Freitag klar der Schnellste war und die Rallye bis zu einem Unfall bei der letzten Sonderprüfung am Samstag klar anführte. Ogier war hingegen mit seinem Ford Fiesta WRC nicht ganz glücklich und machte einige Fahrfehler. So brauchte er am Freitag die Hilfe der Zuschauer, um sich aus einem Straßengraben zu befreien. Nach dem Unfall von Neuville musste Ogier den Sieg dann aber nur noch nach Hause fahren.

Mit dem zweiten Rang gelang auch Latvala bei Toyota ein Einstand nach Maß. Der Finne konnte das Tempo der Schnellsten zwar nicht mitgehen und wurde von einigen technischen Problemen an seinem Yaris WRC geplagt, zeigte aber selbst eine weitgehend fehlerfreie Leistung. "Bei der ersten Rallye (für das neue Team; Anm. d. Red.) gleich Zweiter zu werden ist toll. Großer Dank ans Team, sie haben eine fantastischen Job gemacht", sagt Latvala. Platz zwei ist sein bisher bestes Ergebnis bei der Rallye Monte Carlo.

Tänak erlebte einmal mehr einen dramatischen Schlusstag einer Rallye und musste um die Podiumsplatzierung zittern. Der Este war als Zweiter in den Schlusstag gegangen, doch dann spielte die Motorelektronik seines Ford Fiesta WRC verrückt. Das Auto klang, als liefe es nur auf zwei der vier Zylinder und verlor deutlich an Tempo. Doch Tänak schleppte es ins Ziel und verteidigte mit einer mutigen Fahrt bei der Powerstage seinen dritten Rang.

Hyundai wird für starke Vorstellung nicht belohnt

Am Schlusstag wurden nur drei der geplanten vier Sonderprüfungen gefahren. Die 16. SP musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, da sich zu viele Zuschauer an potenziell gefährlichen Stellen aufhielten. Bei der Powerstage setzte dann Schneefall ein, der den zweiten Abschnitt der Sonderprüfung nach der Überquerung der Col de Turini sehr glatt machte. Davon profitierten die ersten Starter, die die besten Straßenverhältnisse vorfanden. So gewann Neuville die Powerstage und damit fünf Zusatzpunkte mit mehr als einer halben Minute Vorsprung vor Stephane Lefebvre (Citroen).

Unter dem Strich gehörte Hyundai aber zum Feld der Geschlagenen, obwohl Neuville die Rallye über weiter Strecken angeführt hatte. Doch sein Unfall bei der letzten Sonderprüfung am Samstag und eine Notreparatur der rechten Hinterradaufhängung sorgten für einen Zeitverlust von mehr als einer halben Stunde. So war Dani Sordo als Vierter bester Hyundai-Pilot. Sein Auto wurde im Verlauf der Rallye, wie viele der neuen Boliden, immer wieder von kleinen technischen Problemen geplagt. So musste Sordo am Samstag eine Sonderprüfung ohne Servolenkung fahren.

Hayden Paddon im dritten Hyundai war schon am Donnerstagabend bei der ersten Sonderprüfung verunfallt. Der Neuseeländer war von der Straße gerutscht und hatte sich überschlagen. Bei dem Unfall wurde ein Zuschauer getroffen, der an den Folgen des Unfalls verstarb. Hyundai zog das Auto von Paddon daraufhin aus Respekt vor dem Unfallopfer aus der Rallye zurück.

Citroen erlebt Fehlstart in die Saison

Für die von vielen Experten im Vorfeld der Saison als Favorit gehandelte Citroen-Mannschaft endet die Rallye Monte Carlo mit einer Enttäuschung. Speerspitze Kris Meeke hatte schon am Freitag nach einem Unfall alle Siegchancen eingebüßt. Am Samstag streikte dann die zuerst Elektrik an seinem C3 WRC, ehe er auf dem Weg in den Servicepark in Monaco durch einen Verkehrsunfall aus der Rallye gerissen wurde.

Teamkollege Lefebvre hatte schon am Donnerstagabend viel Zeit verloren, nachdem er bei dem Versuch, sein Auto aus einem Straßengraben zu befreien, die Kupplung zerstört hatte. So war Craig Breen im DS3 WRC des Jahrgangs 2016 als Fünfter bester Citroen-Pilot. Da der Ire im Vorjahresauto antrat, gewann er aber keine Punkte für die Herstellermeisterschaft.

Die WRC2-Wertung wurde bei der Rallye Monte Carlo zur sicheren Beute von Andreas Mikkelsen (Skoda). Der frühere Volkswagen-Werksfahrer, der nach dem Rückzug des deutschen Herstellers im Rennen um ein WRC-Cockpit leer ausgegangen war, bestimmte in der "zweiten Liga" von Beginn an das Geschehen und lag im Ziel 3:25,4 Minuten vor seinem Teamkollegen Jan Kopecky. Der einzige deutsche Starter Armin Kremer (Skoda) hatte die Rallye am Freitag aufgegeben.

Durch seinen Sieg führt Ogier auch die Fahrerwertung der WM vor Latvala und Tänak an. Bei den Herstellern liegt M-Sport deutlich in Führung. Weiter geht die Rallye-WM 2017 vom 10. bis 12. Februar mit der Schweden-Rallye, der einzigen Schneerallye im WRC-Kalendar.

Das Ergebnis der Rallye Monte Carlo und den WM-Stand finden Sie im Menü oben rechts.

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