RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Schweden-Rallye

Aerodynamik der WRCs aus Fahrersicht

Mit den neuen WRCs wurde die Aerodynamik essenzieller, wie Mads Østberg, der in Schweden seinen Heckflügel verloren hat, schildert.

Die neuen World Rally Cars sind leichter, leistungsstärker, schneller und auch optisch auffälliger als ihre Vorgänger. Das höhere Tempo wirft jedoch auch Probleme auf. So wurde bei der Schweden-Rallye eine Prüfung abgesagt, weil bei ihrer ersten Befahrung die vorgegebene maximale Durchschnittsgeschwindigkeit überschritten worden war, wenngleich nicht alle die Schuld dafür auf die neuen Autos schieben wollen.

"Meiner Meinung nach haben sie die Prüfung in Schweden nicht wegen der neuen Autos abgesagt: Auch mit den alten Autos wäre diese Prüfung zu schnell gewesen. Ich denke, der Grund lag einfach an der Strecke", meint etwa Mads Østberg. Vor allem Schweden hat gezeigt, dass die neuen Boliden deutlich schneller sind. Nun stellt sich die Frage, ob die noch schnelleren Strecken in Finnland und Polen aus Sicherheitsgründen verändert werden müssen.

"Bei Rallyes, die schon in der Vergangenheit am Limit waren, werden wir die erlaubten Durchschnittsgeschwindigkeiten überschreiten", glaubt Østberg, wenn er auf den weiteren WM-Kalender blickt. "Ich denke, sie müssen sich über einige Prüfungen den Kopf zerbrechen. Prüfungen wie Ouninpohja werden jetzt noch kniffliger werden, weil sie schon bisher beim Durchschnittstempo am Limit waren."

Optisch springt vor allem die Aerodynamik der neuen Autos ins Auge: Breitere Radkästen, ein Frontsplitter und ein wuchtigerer Heckflügel sowie ein ausgeprägter Diffusor erinnern eher an einen hochgezüchteten Tourenwagen. Auch beim Fahren ist der Effekt der Aerodynamik deutlich zu spüren. "Es ist zweifellos ein großer Unterschied zu den alten Autos. Schon bei 80 bis 100 km/h kann man den höheren Anpressdruck spüren", beschreibt Østberg die Auswirkungen.

"Auf Schnee und Schotter spürt man, dass die Aerodynamik das Auto auf den Boden drückt. Man hat dadurch weniger Bodenfreiheit und spürt, dass das Auto bei hoher Geschwindigkeit tiefer liegt", fährt er fort. Vor allem bei den Asphaltrallyes, bei denen die Aerodynamik noch besser funktioniert als auf losem Untergrund, wird das Tempo höher werden. Dass der Heckflügel nicht nur aus optischen Gründen so markant ausgeprägt ist, musste Østberg in Schweden feststellen.

Am Freitag hat er ihn auf einer der Vormittagsprüfungen verloren. "Ich wusste im ersten Moment nicht, was passiert ist, das Auto fühlte sich komplett anders an. Ich dachte, es ist mehr kaputt als nur der Heckflügel. Am Ende der Prüfung habe ich dann gesehen, dass nur der Heckflügel fehlte", erinnert sich Østberg.

Anschließend startete das Privatteam einen Aufruf über die sozialen Medien: Der Finder möge den Heckflügel bitte in die Servicezone zurückbringen. "Es ging nur darum herauszufinden, warum er abgefallen ist, ob es ein Material- oder Montagefehler war. Der Flügel wird jetzt bei M-Sport untersucht", nannte Teammanager Quirin Müller den Grund für diese Aktion; außerdem erhält der ehrliche Fan eine tolle Belohnung: "Er wird eine Mitfahrt mit Mads bei einem Test bekommen."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Schweden-Rallye

Weitere Artikel:

WRC Finnland: Nach Tag 2 (SP10)

Ogier trozt dem Regen-Chaos

Sebastien Ogier verteidigt am Freitagnachmittag die Spitze bei der Rallye Finnland: Heftiger Regen wirbelt das Klassement durcheinander - Keferböck/Minor im WRC Masters Cup auf Platz 2

Drama bei der Rallye Finnland: WM-Spitzenreiter Elfyn Evans wirft den Sieg mit einem Überschlag weg - Sebastien Ogier liegt nun wieder deutlich vorne. Keferböck/Minor weiter auf P2 der Masters.

Als Reaktion auf die Kolumne von Peter Klein hat sich nun auch motorline.cc-Kolumnist und Ex-Staatsmeister Achim Mörtl zu Wort gemeldet: Über die sportliche Entwertung der Stoppuhr und die absurde Vermarktung im WRC Masters Cup

Bei der Rallye Weiz lieferten drei Teams der Austrian Rallye Challenge einen spannenden Kampf um den ARC-Sieg. Am Ende hatte Gerolf Schuller die Nase vorne - doch Hans Georg Lindner bleibt Tabellenleader.