RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Schweden-Rallye

Thierry Neuville dominiert am Freitag

Hyundai-Pilot Thierry Neuville bestimmt am ersten Tag der Schweden-Rallye mit fünf Bestzeiten das Geschehen - Jari-Matti Latvala bestätigt gute Toyota-Form.

Fotos: RedBullContentPool, WRC@Twitter, Photo4

Thierry Neuville (Hyundai) war am ersten Tag der Schweden-Rallye, dem zweiten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, der schnellste Fahrer und hat sich eine deutliche Führung erarbeitet. Der Belgier gewann am Freitag bei der einzigen Schnee-Rallye im WRC-Kalender fünf von sieben Sonderprüfungen und geht mit einem Vorsprung von 28,1 Sekunden auf Jari-Matti Latvala (Toyota) in den Samstag.

"Das war ein guter Tag, das Auto lief gut, wir konnten einiges verbessern, vor allem an der Hinterachse", sagt Neuville. Vor allem auf der siebten Sonderprüfung "Svulllrya 2" zeigte Neuville eine beeindruckende Leistung und war mehr als zehn Sekunden schneller als der Rest des Feldes. Auch ein kleines Problem bei der letzten Sonderprüfung des Tages bracht den Hyundai-Piloten nicht aus dem Konzept. "Die Fahrertür ist ständig aufgegangen. Ich musste sie immer wieder schließen und habe dadurch etwas Zeit verloren", berichtet er.

Neben Neuville durfte auch Latvala mit seinem Tagwerk zufrieden sein. Nachdem er am Donnerstagabend zum Auftakt der Rallye bereits die Zuschauerprüfung gewonnen hatte, sorgte er heute mit der Bestzeit bei der vierten Sonderprüfung für den ersten Sieg von Toyota bei einer regulären SP nach der Rückkehr der Japaner in der WRC. Damit bestätigte der Finne auch die gute Vorstellung der Rallye Monte Carlo, wo er auf Rang zwei gefahren war.

Juho Hänninen muss nach Unfall aufgeben

Dritter ist nach acht von 18 Sonderprüfungen Ott Tänak (Ford, +49,7 Sekunden), der dank der Bestzeit bei der letzten SP des Tages an Kris Meeke (Citroen, +51,8) vorbeiging. Damit sind aktuell alle vier Hersteller unter den Top 5 vertreten. Fünfter ist Weltmeister Sebastien Ogier (Ford, +55,7), der heute als Erster auf die Strecken gehen musste, was bei leichtem Schneefall ein Nachteil war. "Das war ein schwieriger Tag. Wir haben alles versucht, aber mehr war nicht möglich", sagt er. "Hoffentlich sind die Bedingungen morgen besser."

Als besonders tückisch erwies am Freitag die fünfte Sonderprüfung, der zweite Durchgang von "Röjden". Zunächst rutschte Meeke dort kurz vor dem Ziel von der Piste. "Ich bin von der Straße abgekommen und habe 15 Sekunden verloren. Ich hing in einem Schneewall fest, nachdem ich von einer Bodenwelle überrascht wurde, die das Auto ausgehebelt hat", berichtet der Brite.

An der selben Stelle erwischte es kurz darauf Toyota-Pilot Juho Hänninen. Der Finne schlug bei dem Abflug mit der Fahrzeugfront ein, die dabei stark demoliert wurde. Außerdem wurde der Kühler beschädigt, weshalb Hänninen seinen Yaris WRC abstellen musste. "Die Wassertemperatur ist zu hoch, wir können nicht weiterfahren", erklärt der Toyota-Pilot.

Östberg verliert Heckflügel - und bekommt ihn zurück

Pech hatte bei der fünften SP auch Mads Östberg. An seinem Ford Fiesta WRC löste sich der Heckflügel. "Er ist weggeflogen, als ich im sechsten Gang mit Vollgas unterwegs war", berichtet der Norweger. In der Folge war das Auto ohne den Abtrieb am Heck nahezu unfahrbar. "Das Auto ohne Heckflügel zu fahren, ist überhaupt nicht lustig. Ich habe Mühe auf der Strecke zu bleiben", klagt Östberg.

Kurios: Per Twitter bat sein Teammanager Quirin Müller darum, dass sich der Finder des Flügels melden und ihn nicht als Andenken mit nach Hause nehmen soll. Das hatte Erfolg. Ein schwedischer Fan gab das Bauteil ans Team zurück. "Das sind gute Neuigkeiten, denn wir haben kaum Ersatzteile und ich wollte nicht den Rest der Rallye ohne fahren", sagt Östberg, der dem ehrlichen Finder eine Belohnung versprach. Dennoch nahm der Tag für ihn kein gutes Ende. Vor der letzten SP des Tages musste Östberg seinen Ford abstellen.

In der WRC2-Wertung bestimmen skandinavische Piloten auf dem für sie gewohnten Terrain das Geschehen. Die Klasse führt nach dem ersten Tag der Schwede Pontus Tidemand (Skoda) an. Sein Vorsprung auf den Finnen Teemu Suninen (Ford) beträgt 45,1 Sekunden, der Norweger Ole Christian Veiby (Ford) liegt 58,8 Sekunden hinter Tidemand zurück.

Am Samstag stehen bei der Schweden-Rallye erneut sieben Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 125,38 Kilometer auf dem Programm. Zweimal muss dabei die Sonderprüfung "Vargasen" mit der legendären Sprungkuppe "Colin's Crest" gefahren werden.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Schweden-Rallye

Weitere Artikel:

Drama bei der Rallye Finnland: WM-Spitzenreiter Elfyn Evans wirft den Sieg mit einem Überschlag weg - Sebastien Ogier liegt nun wieder deutlich vorne. Keferböck/Minor weiter auf P2 der Masters.

ARC, Mühlstein Rallye: Vor Nennschluss

Mühlstein Rallye vor Nennschluss: Noch ein Sponsor an Bord!

Mit der Firma Baumentor hat die SG Toolbox Mühlstein Rallye powered by Baumentor (7. & 8. August) einen weiteren Sponsor an Bord holen können. Die Nennliste der Rallye ist bereits gut gefüllt...

Rallye Weiz: Bericht Opel GSE Cup

Opel Mokka GSE mischt die Allrad-Konkurrenz auf!

Timo Schulz gewinnt den dritten Lauf zum ADAC Opel GSE Rally Cup 2026 in Weiz. Mit Rang zwei knöpft der Franzose Tom Dufour dem Waliser Ioan Lloyd die Tabellenspitze ab. Erstmals bestreiten die Elektro-Renner die komplette Rallye-Distanz und fahren in der Gesamtwertung in die Top-15.

ARC, Rallye Weiz: Bericht Lindner

Hans Georg Linder führt in der ARC-Clubmeisterschaft

Seit 30 Jahren fährt Hans Georg Lindner Rallyes - schon 2012 gelang es ihm, mit einem historischen Fahrzeug ARC-Clubmeister zu werden. Heuer könnte er dieses Kunststück wiederholen...

WRC, Finnland: Vorschau K4

Grüne Energie geht an den Start

Ein Spezialist für nachhaltige Energielösungen begleitet bei der Finnland Rallye das österreichische K4 Rally Team rund um Johannes Keferböck und Ilka Minor, das den WRC Masters Cup der Rallye-Weltmeisterschaft anführt.